Ankündigung 57. BibChatDE: Wie viel Wikiversum steckt schon in unseren Bibliotheken?

Oder: Wie viel Wikipedia, Wikisource, Wikidata, …, Wikimedia Commons sollten in Bibliotheken stecken? Was fehlt? 

Termin: Montag, den 7. März 2022 von 20-21 Uhr

Wikipedia ist das größte Nachschlagewerk der Welt, bei dem alle mitmachen können. Doch das Wikiversum besteht nicht nur aus der Wikipedia. Viele der weniger bekannten Schwesterprojekte wie Wikisource oder Wikidata sind ebenfalls relevant für Bibliotheken. Wie können sich Bibliothekar*innen und Informationswissenschaftler*innen an der Wissenserstellung beteiligen, indem sie Menschen im Umgang mit Wikipedia und Co. unterstützen? Darüber wollen wir uns am 7. März 2022 in einem Spezialchat austauschen. Wir laden ausdrücklich auch Wikipedianer*innen dazu ein!

Die Fragen:

  1. Welche Rolle spielt die Wikipedia in deinen beruflichen und persönlichen Alltag?
  2. Ist deine Bibliothek im Wikiversum zu finden? Wenn ja, wo (Wikipedia, Commons, Wikisource, Wikidata, Wikiversität)?
  3. Hast du schon mal Wikipedia-Artikel ergänzt? Falls nein, hättest du Interesse und welche Unterstützung dafür wünschst du dir?
  4. Wie profitiert die Wikimedia-Community von Bibliotheken und umgekehrt? Welche gemeinsamen Themen und Projekte gibt es?
  5. Welche Rolle spielt die Wikipedia in Klassenführungen und Informationskompetenz-Schulungen?
  6. Fragt! Was willst du über die Wikipedia und ihre Schwesterprojekte wissen?

Moderation:

Marlene Neumann (BibChatDE, WomenEdit Erlangen), Jens Bemme (SLUB Dresden/Saxorum)

Im Folgenden beschreiben die Moderator*innen, welche Potentiale sie in der Vernetzung von Bibliotheks- und Wiki-Community sehen.

Marlene:

Für Bibliotheken als Bereitstellerinnen von Wissen und Informationen geht kein Weg an der Wikipedia vorbei. Denn nirgendwo sonst ist freies Wissen so leicht zugänglich. Wo suchen Schüler*innen Input für ihre Referate? Wo finden Menschen grundlegende Informationen über Themen, die sie gerade interessieren? Die Wikipedia ist die Anlaufstelle für Wissen im Netz! Allein deshalb, finde ich es wichtig, dass Bibliothekar*innen die Grundprinzipien und Strukturen der Wikipedia kennen. Nur so können sie Schüler*innen, Lehrer*innen, Studierende und andere Menschen beim verantwortungsvollen Umgang mit der Wikipedia unterstützen. Wie tragen Informationsexpert*innen darüber hinaus zum Wikiversum bei? Welche Kooperationen sind möglich? Einige Gedankenanstöße und konkrete Projekte:

Treffpunkt Bibliothek

Alle Informationen in der Wikipedia müssen belegt sein. Wikipedianer*innen finden in Bibliotheken Zugang zu Literatur und Datenbanken, also zu den notwendigen Quellen. Bibliothekar*innen unterstützen bei der Recherche. Außerdem eignen sich Bibliotheken als Raum für die Wikipedia-Community – vom Einführungsworkshop bis zum Edit-a-thon ist vieles möglich. In Erlangen trifft sich monatlich eine Gruppe Wikipedianerinnen zum Womenedit.

#1Lib1Ref

Bibliothekar*innen ergänzen Literaturangaben und Belege in der Wikipedia – alljährlich u.a. im Rahmen der internationalen Kampagne #1Lib1Ref.

GLAM-Projekte

GLAM ist die englische Abkürzung für all jene Institutionen, die unser kulturelles Erbe erhalten und vermitteln: Galerien, Bibliotheken, Archive und Museen. Das Internet ermöglicht, Wissen, Kunst und Kultur für ein überregionales und globales Publikum zu öffnen und Sammlungen über Institutionensgrenzen hinweg zu verknüpfen und auffindbar zu machen. So können sich Bibliotheken in der sogenannten KulTour mit Wikipedia-Aktiven vernetzen und ihre Ressourcen für die Erstellung von Bildmaterial und Artikeln aktiv zur Verfügung stellen (z.B. Zentralbibliothek Zürich oder Monacensia).

Coding Da Vinci

Bibliotheken stellen bei einem Coding da Vinci-Hackathon offen lizenzierte Daten aus ihren Sammlungen (z.B. Scans und Metadaten von Handschriften) bereit, mit aus denen Coder*innen-Projektteams neue Anwendungen entwickeln: Hacker-, Programmierer-, Designer- und Bibliotheksmitarbeiter*innen.

WikiLibrary-Manifest

Die Verbindung von Bibliotheken und Wikiversum spiegelt sich auch im WikiLibrary-Manifest wider. Die Deutsche Nationalbibliothek hat es am 17.11.2020 gemeinsam mit der Wikimedia Deutschland e.V. veröffentlicht. Das WikiLibrary-Manifest verbindet Bibliotheken und Wikimedia-Projekte wie Wikibase in einem internationalen Wissensnetzwerk. Das Ziel: die Entstehung und Nutzung eines Linked Open Data Netzwerkes für Kunst, Kultur und Wissenschaft.

Jens:

Seit meinem ersten Edit für den deutschen Wikipedia-Artikel Fliegendes Spagettimonster sind 17 Jahre vergangen, eine Diplomarbeit, Jobwechsel, Umzüge und manche andere Veröffentlichung: Unser Wissen verändert sich. Dass ich jemals in einer wissenschaftlichen Bibliothek und im Bereich Landeskunde (Saxonica) arbeiten würde, war damals nicht abzusehen. Studiert habe ich mal Verkehrswirtschaft und Lateinamerikastudien. Heute ist Wikipedia bei meiner Arbeit, in Forschung und Hobbies längst in den Hintergrund getreten. Erst rückte Wikisource in den Vordergrund, um digitalisierte Quellen der Radfahrgeschichte zugänglich zu machen. Dann wurde Wikidata immer relevanter, weil dort schon kleine digitale Referenzen genügen, um historische Details sichtbar und recherchierbar zu machen: z.B. baltische Radfahrervereine um 1900 oder Fliegende Frauen und Männer auf Reisen aus Meißen. Wikipedia ist in all den Jahren für mich nicht unwichtig geworden, aber eben nur ein Werkzeug unter anderen.

Diese Vorgeschichten, die Gartenlaubeserie ‘Deutschlands merkwürdige Bäume’, ein Kneipenabend mit Solvejg Nitzke und Twitterkontakt samt Kollaboration mit dem Wiener Systembibliothekar Christian Erlinger ließ uns 2019 ‘Die Datenlaube‘ starten. In dem Citizen Science-Projekt erschließen wir alle Gartenlaube-Texte in Wikisource artikelweise mit Wikidata und bauen so eine Art Katalog offener bibliografischer Daten der Gartenlaube von 1853 bis vorerst 1899.

Das Wikiversum, die globale Familie aus sehr verschiedenen Wikimediaportalen, funktioniert für uns wie eine Bibliothek – wie eine Werkstatt samt Wohn- und Arbeitszimmer, deren besondere Stärke in der Vernetzung der jeweiligen Medien, Daten und digitalen Funktionen liegt – und in den Gemeinschaften: Menschen, die sich um dieses Freie Wissen bzw. kleine Teile davon, die zugrundeliegende Technik und die digitalen Werkzeuge kümmern.

1lib1ref ist wichtig für ‘Menschen in Bibliotheken’, um zu lernen Wikipedia zu verbessern. Fragen gibt es überall: Ich werbe inzwischen vor allem für ’1lib1nearby’, ein neuer Ansatz um in Wikidata mit einer Abfrage und wenig Recherche das ‘multilinguale Weltwissen der nahen Umgebung’ zu pflegen; auch denkbar als Heimatforschung mit Wikidata im regionalen Umfeld.

Wiki~ ist nicht nur Wikipedia! Das Wikiversum bietet uns in Bibliotheken sehr viele Möglichkeiten auch auf den zweiten Blick. Futter für die öffentliche Kommunikation, wenn aus den Metadaten von Medien der Wiki Commons oder aus Wikidata-Items Vorschaubilder in Tweets erzeugt werden z.B.; OER: Open Educational Resources, die mit Quellen aus Wikisource erstellt wurden; Bibliografien mit Scholia zur Visualisierung von Metadaten für die Wissenschaftskommunikation … Außerdem ermöglicht das Wikiversum Zusammenarbeit, freien Zugang zu Wissen und zu technischen Ressourcen und Gelegenheiten die eigene Bibliothek und Medien durch offene Daten sichtbar zu machen – und zu vernetzen.

2021 chatteten wir im BIBChat über Citizen Science. Das Wikiversum ist da sehr nah dran. Meine Vision ist deshalb die ‘Wikiversitätsstadt’: Orte, Rathäuser, Bürgermeister*innen oder Rektor*innen, die erklären diesen Namenszusatz am Ortsschild führen zu wollen – oder eine unserer Bibliotheken am Haupteingang. Dann wohnen und arbeiten wir vielleicht schon in ‘Citizen Science City’. Schwerpunkt ist 2022 für mich die Wikiversity. Dort kann man Themen für übernächste BIBchats vorschlagen, vorab Material und eigene Antworten sammeln oder in anderen Zusammenhängen gemeinsam Bildungsmaterial bauen.

Unsere Frage ist dennoch: Was fehlt?

Literatur

Ankündigung 56. #BibChatDE: Neujahrs-Chat – Themen, Trends und Perspektiven

Auch in diesem Jahr möchten wir mit Euch im ersten Chat des Jahres auf das vergangene Jahr zurückblicken und auf die kommen Herausforderungen schauen.

Montag, den 3. Januar 2022 von 20-21 Uhr.

Hier die Fragen für den Abend. Ihr seid herzlich eingeladen eure Antworten auch im Vorfeld zu planen, für den Fall, dass Ihr nicht teilnehmen könnt.

F1 Wie läuft es gerade in deiner Bibliothek? Was ist anders in Jahr Zwei der Corona-Pandemie? (20:05 Uhr)

F2 Wenn ihr an das letzte Jahr zurückdenkt: Welche (max 3) Themen haben die Bibliothekswelt am meisten geprägt/beschäftigt? (20:10 Uhr)

F3 Was war 2021 in eurer Bibliothek neu oder wurde erstmals umgesetzt und in welcher Weise? (20:15 Uhr)

F4 Womit hättet ihr zu Beginn des letzten Jahres nicht gerechnet, dass ihr euch in eurer Bibliothek auseinandersetzen müsst/werdet – im Positiven oder Negativen? (20:25 Uhr)

F5 Was sind eure Pläne und Projekte für das Jahr 2022? (20:35 Uhr)

F6 Welche Unterstützung wünscht/ braucht ihr für die Umsetzung? Mit wem sind dabei Kooperationen sinnvoll? (20:45 Uhr)

 

Rückblick 55. #BibChatDE: Wie geht das? Austausch, Praktika, Tandem – wie können sich Bibliotheken national und international besser austauschen und organisieren?

Die Kooperationsarbeit spielt in Bibliotheken eine immer größere Rolle, egal ob in den Öffentlichen oder Wissenschaftlichen Bibliotheken. Insofern war es richtig, dass der 55. BibChatDE vom Thema breit aufgestellt war, da die Kooperationspartner*innen ja auch aus unterschiedlichen Bereichen kommen. Die vielen Herausforderungen zwingen die Öffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken, sich nach allen Seiten zu öffnen, will man neue Serviceleistungen anbieten oder die Arbeitsprozesse optimieren. Auch spielt die technische Unterstützung eine immer größere Rolle, will man die Digitalisierung in den Bibliotheken vorantreiben. Anderseits sind Bibliotheken auch offen und wollen sich neue Dinge aneignen und wollen die Dinge ausprobieren. Dieser Spagat ist indes nicht immer einfach, wie der weitere Verkauf im 55. BibChatDE gezeigt hatte. Problematisch ist sicherlich, dass immer neue Themen auf die Bibliotheken einprasseln, dazu gehören z.B. Themen zur Nachhaltigkeit (Agenda 2030), zur Diversität, der Ausbau von digitalen Angeboten oder zur Realisierung medienpädagogischer Angebote. Selbst nicht alles zu können ist keineswegs ein Manko und so macht die Kooperationsarbeit einen weiteren Sinn.

Was jedoch immer wieder genannt wird, sind die schlechten Rahmenbedingungen, mit denen die Bibliotheken zu kämpfen haben und die eine Kooperationsarbeit letztlich so auch erschweren. Dazu gehört die fehlende Zeit zur Realisierung von Projekte und es fehlen die Möglichkeiten, solche Projekte institutionsübergreifend zu organisieren. Ob dies allein mit technischen Möglichkeiten behoben werden kann, sei zunächst einmal dahingestellt und wäre ein Aspekt, der mit jenen Rahmenbedingungen geklärt werden müsste. Einigkeit besteht für die Teilnehmer*innen des 55. BIBChatDE darin, künftig Standards zu schaffen, doch dazu müssen Bibliotheken ihre Hausaufgaben machen. Möglichkeiten müssen im Vorfeld geprüft werden, es muss also strategisch gehandelt werden, noch bevor die eigentliche Kooperationsarbeit beginnen würde, damit keine falschen Hoffnungen in der Bibliothek und gegenüber den Kooperationspartner*innen geweckt werden; wodurch bereits so manche Projekte gescheitert sind.

Insgesamt hat der 55. BIBChatDE aber gezeigt, dass sich viele Bibliotheken bereits gut vernetzen haben, sei es über eine Netzwerk-AG oder über Formate wie nextlibrary oder #vBIB21 oder #BIBChatDE. Erwähnt wurde auch „die Datenlaube“. Leider konnte nicht auf das Thema OER näher eingegangen werden. Doch ist OER ein Thema für sich und wäre somit für einen neuen BIBChatDE sicherlich gut geeignet.

Ankündigung 55. #BibChatDE: Wie geht das? Austausch, Praktika, Tandem – wie können sich Bibliotheken national und international besser austauschen und organisieren?

Die Öffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken erweitern ihre Angebote, egal ob in Online-Formaten oder als Präsenzveranstaltungen, kontinuierlich und in einem immer schnelleren Zeitraum. Spannende und innovative Themen für die Nutzer*innen krönen allerlei Bemühungen, da für viele Bibliotheken mit knappen Ressourcen die Konzeption solcher Veranstaltungen nicht immer einfach ist. Von der konkreten Idee, über die Ausarbeitung des Konzeptes, bis zur Durchführung vergeht viel Arbeitszeit, die nicht jede Bibliothek leisten kann. Ferner können Probleme im Vorfeld, während der Durchführung und Nachhinein auftauchen, die mit einer besseren Zusammenarbeit vermeidbar gewesen wären.

Freilich muss das Rad nicht immer neu erfunden werden, wenn die verschiedenen Bibliotheken z.B. ihre vorhandenen Ressourcen (personell, strukturell und technisch) bündeln. Auch die Zusammenarbeit mit externen Partnern kann zum Erfolg führen. Die Frage ist, wie wir diese Zusammenarbeit stärker fördern können? Lassen sich gemeinsame Plattformen entwickeln, spielt der Bereich OER zukünftig eine größere Rolle und wie gelingt ferner ein besserer Erfahrungsaustausch, der in Richtung Expert*innenrunde geht?

Zum 55. #BibChatDE am 08.11.2021 von 20.00 – 21.00 Uhr wird es darum gehen zu diskutieren, wie eine solche Zusammenarbeit zukünftig aussehen könnte!

Unsere Fragen lauten dieses Mal:

F1 Wie sieht eure jetzige Vernetzung aus? Arbeitet Ihr mit anderen Bibliotheken oder fachfremden Einrichtungen zusammen? [20.05 Uhr]

F2 Hattet Ihr schon negative Erfahrungen bei der Zusammenarbeit gemacht? Was sind die größten Hürden? [20.20 Uhr]

F3 Welche Standards benötigen Bibliotheken? (personell, strukturell und technisch) [20.30 Uhr]

F4 Was müsste passieren, damit eine übergreifende Zusammenarbeit besser gelingen kann? [20.40 Uhr]

F5 Habt Ihr Beispiele aus der Praxis? Kennt Ihr bereits Netzwerkbestrebungen? [20.50 Uhr]

F6 Habt Ihr noch Anmerkungen zu dem Thema? [20.55 Uhr]

Wir freuen uns auf einen regen Austausch!

Ein bisschen Lesestoff möchten wir Euch wieder an die Hand geben:

Ankündigung 54. #BibChatDe: Offenes Brainstormig: Was ihr immer schon über Bibliotheken wissen wolltet!

Ihr habt euch bei der letzten Abstimmung dafür entschieden, den #BIBchatDE am Montag, 6. September als ein „offenes Brainstorming“ zum Thema „Was ihr schon immer über Bibliotheken wissen wolltet“ durchzuführen.

Wir haben uns überlegt, dass es Sinn macht, dieses „offene Brainstorming“ in vier thematische „Blöcke“ einzuteilen.

#Thema1: 1 20.00 – 20.15 über „Was wolltet Ihr immer schon mal wissen?“
„Was wolltet Ihr schon immer mal über Bibliotheken wissen?“ „Nutzt Ihr selber Bibliotheken“ „Wenn ja warum?“ „Wenn nein, warum nicht?“ „Wozu nutzt ihr Bibliotheken?“ „Versteht ihr Dinge nicht, die Bibliotheken tun oder wie sie es tun?“

#Thema2: 20.15 – 20.30 Rund um den Job in Bibliotheken
„Was interessiert auch am Beruf?“ „Worauf kommt es an?“ „Was muss man können?“ „Was macht man den ganzen Tag?“ „Wie stark verändert sich der Job?“

#Thema3: 20.30 -20.45 Träger von Bibliotheken
„Was würdet ihr Politiker*innen über Bibliotheken erzählen?“ „Was würdet ihr Träger (zB Kommune oder Land) zu Bibliotheken fragen wollen?“ „Wie sieht es mit finanzieller Unterstützung aus?“

#Thema4: 20.45 – 21.00 Zukunft von Bibliotheken
„Welche Fragen habt zu zukünftigen Angeboten von Bibliotheken?“ „Was wollt ihr dazu wissen?“ „Wo geht die Reise hin?“ „Sind Bibliotheken bald überflüssig?“

Infos zu Bibliotheken findet ihr schon mal hier:

Deutscher Bibliotheksverband
Netzwerk Bibliothek
Berufsverband Information Bibliothek e.V.

 

 

Abstimmung für den 54. #BibChatDe am Montag, 6. September

Die Abstimmung für Euer Wunschthema erfolgt wie immer per Like des entsprechenden Tweets diesmal nur bis Mittwoch, 1. September, 20 Uhr

 

Wie geht’s dem #BibChatDE und mit ihm weiter?

Ross Findon/Unsplash

Seit rund vier Jahren gibt es das Twitter-Format und den Account @BibChatDE. Wir waren erst vier, dann bald sechs Leute aus ganz Deutschland (okeeee, das ist jetzt etwas übertrieben: wie so oft in der ÖB-Welt sind die Aktivitäten aus NRW besonders hoch und dann haben sich noch zwei aus dem Süden dazugesellt), und tauschen uns seit 2017 monatlich in Zweier-Teams aufgestellt mit der geneigten Twitter-Community über bibliotheksrelevante und -aktuelle Themen aus.

Auf die mittlerweile über 2000 Follower:innen sind wir sehr stolz und wissen, dass viele stumm mitlesen. Bei den Montagabenden beteiligen sich aktiv je nach Thema zwischen 10 und 40 Personen. Über Weiterentwicklungen und neue Akzente diskutieren wir BibChat-Moderator:innen in unregelmäßigen Abständen. Die kleine Diskussion nach dem letzten BibChatDE, angestoßen von einem unserer treuesten Begleiter @stober_stephan, haben wir zum Anlass genommen, einige Dinge neu auszuprobieren.

So geht’s weiter – neuer Turnus, neue Themenfindung

  • Der Bibchat im September 2021 findet noch regulär wie bisher statt.
  • Danach wird es den Bibchat nur noch alle 2 Monate, aber weiterhin am ersten Montag des jeweiligen Monats, geben. Der nächste Bibchat ist somit der im November, Januar, März etc.
  • Die Themenfindung erfolgt nicht mehr über Abstimmung, sondern die jeweiligen Moderationsteams wählen gemeinsam aus.
    Das bedeutet aber nicht, das wir euch bei der Themenfindung nicht mehr einbeziehen wollen. Vielmehr legen wir ein Cloud-Dokument an, in das ihr eure Ideen und Vorschläge rund ums Jahr eintragen könnt.
  • Wir setzen verstärkt auf Themen mit Expert:innen (sowohl aus der Bibliothekswelt als auch aus anderen relevanten Bereichen)
  • Im Januar wollen wir erstmals (und nur 1 jährlich) einen Video-BIBchat ausprobieren. Entweder mit Thema oder als virtuelles Treffen im Anschluss an den Neujahrschat. Hier überlegen wir noch und freuen uns über eure Anregungen dazu.

Nun sind wir gespannt auf eure Reaktionen! Wir freuen uns, wenn ihr diesen Weg mitgeht, uns weiter folgt und vielleicht auch Lust bekommt, euch auch wieder aktiv/er zu beteiligen!

Ankündigung 53. #BibChatDe: Wissenstransfer – Generationswechsel in der Bibliothek gestalten

Wer seit vielen Jahren in einer Bibliothek arbeitet, verfügt unweigerlich über ein großes Maß an Expert*innenwissen zu den eigenen Aufgabenbereichen und Abläufen. Was passiert mit diesem Wissen bei einem Mitarbeiter*innenwechsel?
Mit welchen Maßnahmen kann dafür gesorgt werden, dass Wissen der Bibliothek auch langfristig und über den Weggang einzelner Mitarbeiter*innen hinaus zur Verfügung steht? Darum kümmert sich das Wissensmanagement.
In vielen Bibliotheken ist dies bereits ein aktuelles Thema, da der Generationswechsel entweder ansteht oder bereits im Gange ist. Langjährige Mitarbeiter*innen gehen in den Ruhestand und neu Ausgebildete mit aktuellem Theoriewissen, aber oft wenig Berufserfahrung rücken nach. Gerade im öffentlichen Dienst kommt es nur selten vor, dass Vorgänger*innen und Nachfolger*innen gemeinsam arbeiten und Aufgabenbereiche über einen längeren Zeitraum übergeben werden. Oft können Stellen sogar erst ausgeschrieben werden, wenn sie bereits unbesetzt sind. In diesen Fällen bietet sich ein frühzeitiger Wissensmanagementsprozess ein, um einen erfolgreichen Wissenstransfer zu gewährleisten.

Wissensmanagement umfasst eine Vielzahl von Werkzeugen und Methoden. Einen guten und umfassenden Überblick geben Gabriele Vollmar und Dirk Liesch auf https://wissensmanagement.open-academy.com/.
Dort werden nicht nur die Grundlagen und wichtigsten Begriffe definiert, sondern auch Methoden vorgestellt.

 

Eine spezielle Schwierigkeit beim Wissenstransfer ergibt sich aus der Unterscheidung zwischen Explizitem und Implizitem Wissen.

Während explizites Wissen sich auf verschiedene Weisen dokumentieren und verbreiten lässt, ist implizites bzw. Erfahrungswissen schwierig zu erfassen. Gerade dieses Erfahrungswissen macht langjährige Mitarbeiter wertvoll und stellt im Generationswechsel die besondere Herausforderung, auch solches Wissen so umfassend wie möglich zu erfassen und zu halten.
Andererseits eröffnen sich in vielen Bibliotheken zunehmend die Möglichkeiten für andere Berufsgruppen, z.B. aus der Medienpädagogik. Solche Mitarbeiter*innen bringen wiederum eine ganz andere Art von Erfahrungswissen mit, von dem alle anderen profitieren können und sollten. Auch dies kann durch Wissensmanagement unterstützt werden.

Heute möchten wir im #BibChatDe mit Euch über die praktische Umsetzung von Wissenstransfer sprechen, die in Euren Bibliotheken stattfindet. Dazu haben wir folgende Fragen für Euch:

F1)
Stand der Dinge: Wie würdet Ihr den Generationenwechsel in Eurer Bibliothek beschreiben?Wie aktuell ist das Thema für Euch? 20:05

F2)
Welche Methoden des Wissenstransfers kennt Ihr? Wie sind Eure Erfahrungen damit? 20:15

F3)
Wie wird Explizites Wissen in Eurer Bibliothek gespeichert und weitergegeben? 20:25

F4)
Was gehört konkret zu Eurem Impliziten Wissen und wie kann hier ein Transfer aussehen? 20:35

F5)
Wie habt Ihr bei Eurem Einstieg/Ausstieg/Umstieg Euer Wissen vermittelt? 20:45

Abstimmung für den 53. #BibChatDe am 02. August 2021

Am Montag, den 2. August 2021, um 20 Uhr findet der 53. #BibChatDe statt. Ihr seid herzlich eingeladen!

Die Abstimmung für Euer Wunschthema erfolgt wie immer per Like des entsprechenden Tweets bis zum 21. Juli 2021

Die Themenvorschläge lauten:

 

 

Ankündigung 52. #BIBChatDE: Agile Formate: Moderne Formen der Organisation und Zusammenarbeit

Abbildung mit einer Ankündigung für den 52. BibChatDE am 05. Juli 2021 von 20:00 Uhr bis 21:00 Uhr

Bei dem 52. #BIBChatDE wird es am 05.07.2021 um 20:00 Uhr um das Thema “Agile Formate: Moderne Formen der Organisation und Zusammenarbeit” gehen. Die Welt ist im steten Wandel. Digitalisierung, Globalisierung, neue Medien, technische Weiterentwicklungen. Insbesondere Bibliotheken müssen sich an die veränderte Lebensweise und somit Bedarfe ihrer Kund*innen/Nutzer*innen/Besucher*innen zeitnah anpassen. Die Art und Weise, wie wir unsere Angebote und Dienstleistungen bereitstellen können und müssen, muss also permanent hinterfragt werden. 

Eine Antwort auf diese immer schneller werdenden Veränderungszyklen sind agile Arbeitsweisen. Wer agil arbeitet, strebt eine möglichst hohe Anpassungsfähigkeit an. Veränderungen sind dabei Teil des Prozesses und werden nicht erst am Ende des Handelns erkannt. Der permanente Austausch aller Mitarbeitenden steht dabei im Fokus (menschzentrierte Arbeitsweise). Insbesondere der Einbezug von Nutzniessenden eines Produktes oder einer Dienstleistung sind dabei entscheidend. Dazu bedient man sich verschiedensten Methoden wie z.B. Design Thinking, Design Sprint oder Scrum.

Aus dem Bibliotheksumfeld ist mir persönlich vor allem das Design Thinking bekannt, welches seit einiger Zeit zur Neugestaltung von Bibliotheksräumen genutzt wird. Beispiele dafür sind das DOKK1 in Aahus oder auch in Deutschland die Stadtbibliothek Langenfeld  und die Zweigstelle Kalk der Stadtbibliothek Köln.

Für uns stellt sich also die Frage: Können wir und unsere Nutzer*innen/Kund*innen/Besucher*innen von agilen Arbeitsweisen profitieren? Darum soll es in unserem nächsten Chat gehen.

Ich konnte im Vorfeld mit Sabine Wolf (@serendipityness) über das Thema sprechen. Sie wird den kommenden Chat als Expertin begleiten. Sie ist Diplombibliothekarin (FH) und hat jahrelang als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam die berufsbegleitende Fernweiterbildung koordiniert. Seit 2017 leitet Sie das Sachgebiet Aus- und Weiterbildung der Stadtbibliothek Berlin-Mitte. Sie hat vor Kurzem die Ausbildung zur Scrum-Masterin abgeschlossen und kennt sich sowohl mit agilen Methoden, als auch im Bibliothekswesen gut aus. 

Unsere Fragen lauten dieses Mal: 

  • F1 Habt ihr schon einmal mit agilen Formaten gearbeitet? Welche waren das und wie seid ihr dazu gekommen? [20:10 Uhr]
  • F2 Hattet ihr dabei negative Erfahrungen? Wurden Eurer Meinung nach Fehler gemacht? [20:20 Uhr]
  • F3 Haltet ihr es für sinnvoll die komplette Organisationsstruktur in Bibliotheken agil zu denken? Was spricht dafür, was dagegen? [20:30 Uhr]
  • F4 Was müsste passieren, damit eine Bibliothek agil organisiert werden kann? [20:40 Uhr]
  • F5 Könnt Ihr Lektüren, Onlinequellen, Referenten oder Fortbildungen zum Thema empfehlen? [20:50 Uhr]
  • F6 Die Obligatorische Abfrage nach zukünftigen Themen. [20:55 Uhr]

Wir freuen uns auf die Diskussion mit Euch!

Leseempfehlungen von Sabine Wolf: 

  • Simschek, Roman und Kaiser Fabian: Scrum: Das Erfolgsphänomen einfach erklärt. 3. Aufl. UVK, 2021. 978-3-7398-3112-1 
  • Andresen, Judith: Retrospektiven in agilen Projekten.  Hanser, 2017. 978-3-446-45302-9

Hilfreiche Links zum Thema: