Ankündigung 49. #BibChatDE: Wie erreichen wir die Bevölkerungsgruppen, die bislang nicht in #Bibliotheken kommen?

Bei unserem 49. #BIBchatDE am Ostermontag, 5. April 2021 diskutieren wir über das Thema “Wie erreichen wir die Bevölkerungsgruppen, die bislang nicht in #Bibliotheken kommen?”

Diese Frage beschäftigt sicher alle, die in Bibliotheken arbeiten und die, die Bibliotheken lieben und sich vorstellen könnten, dass noch viel mehr Menschen Bibliotheken besuchen.

Repräsentative Untersuchungen, warum Menschen Bibliotheken nicht besuchen und aktiv als Mitglied nutzen, gibt es nicht so viele. Die erste wirkliche, fundierte Studie über die Nichtnutzung von Bibliotheken war 2012 eine Studie des „Deutschen Bibliotheksverbands (dbv)“ und des „Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen“ unter der Förderung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien unter dem Titel  „Ursachen und Gründe für die Nichtnutzung von Bibliotheken in Deutschland“ darüber wer Öffentliche Bibliotheken nicht nutzt und die Gründe dafür.

2016 beauftragte die ekz.bibliotheksservice GmbH das „Institut für Demoskopie Allensbach“ mit einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung „Die Zukunft der Bibliotheken in Deutschland“. Diese wurde in der Bibliothekswelt danach heiß diskutiert, weil sie einige Erkenntnisse bot, allerdings auch viel Erwartbares abfragte.

Sicher haben alle, die sich genauer mit Bibliotheken auskennen, schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Bürger*innen, Freund*innen, Kolleg*innen, die nichts mit Bibliotheken zu tun haben, ein häufig immer noch klischeebehaftetes, altes Bild von Bibliotheken haben und Viele z.B. von dem „neuen“ Selbstverständnis der Öffentlichen Bibliotheken als „Dritter Ort“ mit seinen Möglichkeiten keine Kenntnis haben.

Wir wollen mit Euch über dieses Thema gerne angeregt diskutieren!

Zur Vorbereitungen auf den BIBchatDE könnt ihr Euch hier noch umfassend informieren:

 

Fragen für den Chat:

F1 Vielleicht sehen einige die Diskussion hier, die Bibliotheken nicht nutzen oder sind auf diesen #BIBchatDE aufmerksam geworden. Warum nutzt Ihr Bibliotheken nicht? Uns interessieren die Gründe!

F2 Als häufiger Grund für die Nichtnutzung von Bibliotheken wird von 86% der Befragten (dbv 2012) genannt „Ich kaufe meine Bücher bzw. DVDs und CDs lieber selbst.“ – Wie würdet Ihr diese für die Bibliothek gewinnen?

F3 Erzählt man Menschen außerhalb der „Bibliotheksbubble“ von modernen Bibliotheken, sind diese oft erstaunt, was es dort alles gibt. Warum sind nach Eurer Einschätzung zeitgemäße Bibliotheksangebote zu wenig bekannt? Wie könnte man das ändern?

F4 „Wozu noch #Bibliothek es gibt doch das #Internet? Wie seht ihr das? Was kann mir nur die Bibliothek bieten?“

F5 Die Allensbach-Studie hat 2016 gefragt: „Was sollte eine Bibliothek Ihrer Meinung nach unbedingt anbieten, die Sie gerne nutzen?“, z.B. sagen nur 16% sie wünschen „Computerspiele für PC/Spielkonsole, die man auch in der Bib. spielen kann“ – Planen wir manchmal am Bedarf vorbei?

F6 Habt Ihr Beispiele, (Marketing-)-Aktivitäten, Rahmenbedingungen aus anderen Ländern oder aus Eurer Bibliothek, die als Vorbild dienen könnten, um mehr Menschen für Bibliotheken zu gewinnen?

F7 Habt Ihr sonst zu dem Thema „Nichtnutzung von Bibliotheken“ noch Anregungen oder Fragen in die Runde?

Wir freuen uns auf die Diskussion mit Euch und verbreitet den Termin gerne an Freundinnen und Freunde, die Bibliotheken nicht nutzen! 😉

Rückblick 48. #BibChatDE Wie können Bibliotheken ihre digitalen Angebote besser vermitteln und sichtbarer machen?

Fast eine ganze Stunde nach dem Ende des BibChats am 1. März 2021diskutierten noch einige BibChatler:innen weiter.

Es war wohl höchste Zeit, die digitalen Angebote von Bibliotheken wieder in den Fokus eines BibChats zu nehmen nach einem Jahr Corona-Pandemie.

Alle teilnehmenden Diskutant:innen hatten bereits davor eMedien- und Datenbank-Angebote.
Allerdings beinhalteten Aussagen darüber, wie gut diese genutzt wurden und werden, fast gar keine Quantifizierungen. Zielzahlen und messbare Ansprüche scheinen wenig vorhanden zu sein. Rückmeldungen zur Zufriedenheit mit der Nutzung blieben vage: …’könnte besser sein’… ‚war schon immer gut‘.

Einige Bibliotheken ergänzten seit Corona ihr digitales Angebot um einzelne Produkte oder stockten den Etat für die Onleihe auf.
Viele boten bereits ab dem 1. Lockdown kostenfreie Zugänge zu ihren virtuellen Plattformen an.
Inwieweit diese Neukund:innen zu ‚richtigen’/zahlenden Nutzer:innen wurden/werden, konnte bislang nur schwer festgestellt werden.
Bislang besteht der Eindruck, dass aus dieser Gruppe weniger als 20% verbleiben.

Maßnahmen zur Vermittlung

  • (YouTube-)Tutorials
  • Mail-Sprechstunden
  • Teams-Veranstaltungen/Fragestunden, die auch von der Presse aufgegriffen werden
  • Flyer in Supermärkten
  • Hinweise in Sozialen Netzwerken
  • Newsletter

In größeren Bibliotheken gibt es mittlerweile Fachteams, die sich (fast) ausschließlich um digitale Medien und die Social-Media-Aktivitäten kümmern. Übereinstimmend sollte das Wissen zum Umgang mit digitalen Diensten und Inhalten bei allen, die im Kundenkontakt sind, breit vorhanden sein.

Wünsche

Eine gute Technikausstattung ist Voraussetzung, um z.B. Tutorials zu erstellen, also Kamera, Mikro, Screencastprogramme.., aktuelle CMS etc. All dies muss aber auch bei den Etatzuweisungen mehr berücksichtigt werden. Und Kolleg:innen müssen bereit sein, sich in die Handhabung einzuarbeiten bzw. sich fortzubilden, um annähernd professionelle Ergebnisse zu erzielen.
In vielen Kommunen ist weiterhin der Einsatz von Social-Media-Plattformen noch problematisch.

Bei der Frage nach möglichen oder vorhandenen Kooperationspartnern wurden neben Schulen auch Serviceeinrichtungen für Senior:innen genannt sowie Buchhandlungen und die VHS. Aber auch die Wikipedia/Wikimedia-Community bietet sich an – auch um ggf. selbst digital zu publizieren.

Das Thema dieses Abends eignet sich bestens für ein „da capo“. Es liefert immer wieder schöne und spannende Anregungen aus nah und fern. Viele Beispiele dienen auch als Argumentationshilfen für den Einsatz von mehr digitalen Angeboten und deren Vermittlung im lokalen Umfeld.

Ankündigung 48. #BibChatDE: Wie können Bibliotheken ihre digitalen Angebote besser vermitteln und sichtbarer machen?

Wir merken so langsam, wie lange es den BibChatDE schon gibt:
bereits 2018 hatten wir einen Chat zu digitalen Diensten, den man leider nicht mehr (einfach) nachlesen kann, da wir die damalige Archivierungsplattform nicht mehr nutzen können.

Daher ist es um so spannender, von euch zu hören, was sich seitdem getan hat!
Wie viel bekannter und sichtbarer sind digitale Medien in Bibliotheken und im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger mittlerweile? Gerade seit den mittlerweile einjährigen Erfahrungen mit reduzierten und eingeschränkten Öffnungszeiten und Wochen und Monaten völligen Ausschlusses von Vor-Ort-Angeboten und -Ausleihmöglichkeiten?

Diskutiert mit uns am Montag, den 1.März 2021 darüber, wie Bibliotheken ihre digitalen Angebote besser vermitteln und sichtbarer machen können.

Folgende Fragen wollen wir an diesem Abend stellen und freuen uns auf eure Antworten, den Austausch und viele Anregungen:

F1 Welche digitalen Angebote bietet eure #Bibliothek schon länger an und wie zufrieden wart ihr mit deren Nutzung vor der Pandemie? (20:03 Uhr)

F2  Was hat sich seit #Corona im Hinblick auf die digitalen Angebote bei euch verändert: neue Plattformen? #Medienetat -Umverteilungen? Vereinfachter/kostenloser Zugang? (20:10 Uhr)

F3 Wie macht ihr auf eure digitalen Angebote gerade aufmerksam? Mit welchen Maßnahmen und Veranstaltungen? Wie erfolgreich? (20:18 Uhr)

F4 Wer ist in eurer Bibliothek für die Vermittlungstätigkeit von digitalen Angeboten zuständig? Und passt das so? (20:27 Uhr)

F5 Was würdet ihr euch wünschen, um eure digitalen Angebote noch besser sichtbar zu machen? Was bräuchtet ihr an Ausstattung und/oder Weiterbildung zu Vermittlungsformaten? (20:35 Uhr)

F6 Welche Best Practice Beispiele von anderen Bibliotheken oder Institutionen fallen euch ein zur Vermittlung digitaler Angebote? (20:45 Uhr)

F7 Mit welchen Kooperationspartner/innen kann man bei der Vermittlungsarbeit für digitale Angebote zusammenarbeiten? (20:50 Uhr)

 

Abstimmung für den 48. #BibChatDE am 01. März 2021

Am Montag, den 1. März 2021, um 20 Uhr findet der 48. #BibChatDE statt.

Die Abstimmung für Euer Wunschthema erfolgt wie immer per Like des entsprechenden Tweets bis zum 20. Februar.

Folgende Themen stehen zur Auswahl:

 

Ankündigung 47. #BibChatDe – Die lustigsten und absurdesten Situationen im Bibliotheksalltag

Für den 47. #BibChatDe am kommenden Montag, 01. Februar 2021, 20-21 Uhr, habt Ihr Euch für das Thema „Die lustigsten und absurdesten Situationen im Bibliotheksalltag“ entschieden.

Innerhalb des letzten Jahres hat sich der Bibliotheksalltag durch die Coronapandemie extrem verändert und viele Bibliotheken waren gezwungen, schnell zu reagieren und sich neue Wege auszudenken, um ihre Aufgaben zu erfüllen und gleichzeitig die Mitarbeiter*innen und Kund*innen zu schützen. Das Leben und die Arbeit unter diesen veränderten Bedingungen können ganz schön anstrengend sein.

Deswegen möchten wir diese Ausgabe des BibChatDe nutzen, um uns gegenseitig mit lustigen und absurden Bibliotheksanekdoten aufzuheitern und darüber nachzudenken, was den Bibliotheksalltag so besonders macht.

Dazu haben wir folgende Fragen für Euch:

F1 Welche lustigen, absurden oder peinlichen Situationen aus der Bibliothek fallen Euch als erstes ein?

F2 Was war der merkwürdigste (Buch-)Titel, der Euch bislang begegnet ist?

F3 Welche Frage im Servicedienst hat Euch so richtig überrascht? Womit habt Ihr Bibliotheksmitarbeiter*innen mal richtig verblüfft?

F4 Was für merkwürdige Lesezeichen oder andere Dinge habt Ihr schon in Medien gefunden?

F5 Was waren lustige oder aufregende Veranstaltungen, Lesungen, Autor*innenbegegnungen, Aprilscherze, o.ä.?

F6 Welches Begebenheit in der Bibliothek hat Euch mal so richtig den Tag versüßt?

F7 Welche niedlichen Kindersprüche oder Fragen habt Ihr schon zu hören bekommen?

Rückblick 43. #BibChatDe – Engagement von Bibliotheken gegen Rassismus und Fake News

Am 05. Oktober 2020 fand der 43. BibChatDe zum Thema „Engagement von Bibliotheken gegen Rassismus und Fake News“ statt.

Zu Beginn wurden konkrete Maßnahmen, Veranstaltungen und Aktionen von Bibliotheken gegen Fake News und Rassismus gesammelt, um einen Überblick zu schaffen, wie das Engagement derzeit so aussieht.

 

Bibliotheken wurden als Raum und Möglichkeit genannt, das eigene Wissen zu prüfen und den eigenen Horizont zu erweitern. Aber Bibliotheken können sich, über ihre reine Existenz hinaus, auf vielfältige Weise engagieren, beispielsweise mit dem Angebot von Rechercheworkshops und Fake-News-Identifizierung oder der Teilnahme an Veranstaltungen zur Demokratieförderung wie „Tag der Offenen Gesellschaft“ oder Kooperationen mit lokalen Netzwerken wie zB Respekt und Mut in Düsseldorf.

Besonders hervorgehoben wurde das Planspiel Fake Hunter der Büchereizentrale Schleswig-Holstein, das mittlerweile in einer Version für Grundschüler*innen und einer für Jugendliche existiert.
Weitere Informationen: Büchereizentrale Schleswig-Holstein oder www.diefakehunter.de

Das Engagement gegen Fake News als bibliothekarischer Auftrag ergibt sich laut der Diskussion aus dem Bildungsauftrag, der auch im Grundgesetz verankert ist.

Dagegen ist der Einsatz gegen Rassismus moralisch und demokratisch begründbar. Wie dieser Einsatz von Seiten der Bibliotheken aussehen kann oder soll, war jedoch deutlich schwieriger zu beantworten als beim Umgang mit Fake News.

Wichtig scheint vor allem, dass sich die Bibliotheken als Institutionen im ersten Schritt über ihre eigene Position in einem rassistisch geprägten System klarwerden, denn nur mit Offenheit können Veränderungen stattfinden.

Als konkrete Maßnahmen wurden unter anderem Diversity-Trainings für die Mitarbeiter*innen, Mystery-Shopping mit konkretem Fokus auf Rassismus oder antirassistische Erwerbungsprofile genannt.

Um speziell die Menschen zu erreichen, die gefährdet sind, sich auf Rassismus oder Fake News einzulassen, gab es wenig Ideen. Diskutiert wurde in dem Zusammenhang kurz, ob das Vorhalten von Medien bestimmter Autor*innen oder aus bestimmten Verlagen vermieden werden müsse oder im Sinne der Informationsfreiheit erforderlich sei.

Die Diskussion hat gezeigt, dass es zu diesen Themen noch eine Menge weiteres Diskussions- und Lernpotenzial gibt. Daher wurden zum Abschluss noch einige Quellen genannt, um sich weiter zu informieren:

Fake News Plakat der IFLA Plakat Fake News erkennen der IFLA

Buchempfehlungen:

Hasters, Alice : Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten

Hund, Wulf D. : Wie die Deutschen weiß wurden – Kleine (Heimat)Geschichte des Rassismus

Kendi, Ibram X. : How To Be an Antiracist

Nduka-Agwu, Adibeli (Hrsg.) ; Hornscheidt, Antje L. (Hrsg.) : Rassismus auf gut Deutsch – ein kritisches Nachschlagewerk zu rassistischen Sprachhandlungen

Nocun, Katharina ; Lamberty, Pia : Fake Facts – wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen

Ogette, Tupoka : exit RACISM – rassismuskritisch denken lernen

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Abstimmung für den 47. #BibChatDE am 1. Februar 2021

Am Montag, den 1. Februar 2021, um 20 Uhr findet der 47. Bibchat statt.

Die Themenvorschläge stehen ab jetzt bis zum 20. Januar zur Abstimmung.
Bitte gebt wie gewohnt eurem Wunschthema ein Like.

Die Themenvorschläge lauten:

Rückblick 46. #BibChatDE: Themen, Trends und Perspektiven – Was war, was bleibt, was kommt in unseren Bibliotheken?

Am 4. Januar 2021 blickten wir im traditionellen Neujahrs-Bibchat auf das vergangene Jahr zurück und sprachen über Themen, die uns weiter begleiten werden. Lest hier die Zusammenfassung.

Wie war das Jahr 2020 in Bibliotheken?

Das Jahr 2020 wurde geprägt und getrieben von der Corona-Pandemie. Die Situation heute unterscheidet sich ganz eklatant von der Situation Anfang des vergangenen Jahres. Die Häuser sind zum überwiegenden Teil geschlossen. Viele Bibliotheksnutzer*innen haben aktuell keinen Zugriff auf den analogen Bestand. Mancherorts wird ein Abholservice angeboten und einige Bibliotheken liefern an die Haustür. Digitale Medien sind in den Vordergrund gerückt. Die Bibliothek als dritter Ort dagegen spielt aktuell keine Rolle. Veranstaltungen finden, wenn überhaupt, online statt.

Viele Beschäftigte in Bibliotheken, und alle Studierende und Lehrende der LIS-Studiengänge, haben zu Hause gearbeitet. Das war neu und lehrreich, aber auch anstrengend.

Die Umstellung auf das virtuelle Büro und die Nutzung digitaler Tools zur Zusammenarbeit schritt sehr unterschiedlich voran. Vielerorts wird weiter wie eh und je in Büros zusammenarbeitet als gäbe es keine Pandemie. Anderorts ist die Akzeptanz für Homeoffice gestiegen oder sogar ein dauerhafter Homeoffice-Tag pro Woche/Mitarbeiter*in geplant.

Weitere wichtige Themen in 2020 waren die UN-Nachhaltigkeitsziele, Demokratiearbeit und die Diskussion um die Gleichstellung von Büchern und E-Books. In der Schweiz wurde ein neues Bibliothekssystem SLSP eingeführt. Der Trend Citizen Science wird in einem Experten-Bibchat am 7. Juni näher beleuchtet werden. Fortbildungen und Tagungen, wie die #vBIB20, fanden virtuell statt. Der Boom von Webinaren, die keine Reisen mehr erforderten, bot eine Vielfalt an niederschwelligen Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit neuen Themen. Durch die außergewöhnliche Situation zeigten sich auch viele Verwaltungen flexibler: Plötzlich konnten neue digitale Tools und Angebote unbürokratisch und schnell eingeführt werden.

Überhaupt haben Bibliotheken schnell und erfinderisch auf die Krisen-Situation reagiert. Stichworte sind hier: kostenlose Digital-Abos, kontaktlose Ausleih-Modelle, Hygienekonzepte und digitale Vermittlungsangebote.

Auch wurden in den Schließzeiten vielerorts Veränderungen vorangetrieben, die ohne Publikum schneller umsetzbar waren, wie Umbauten, Entwicklungen von Leitbildern, Chatsystemen, Websites u.v.m.

Vermisst wurde der persönliche Kontakt zu den Benutzer*innen. Schwer gefallen sind alle Maßnahmen, Bibliotheken so ungemütlich wie möglich zu gestalten, damit bloß niemand auf die Idee käme, sich länger als nötig dort aufzuhalten. Tröstend war die Erkenntnis, dass Bibliotheken von Menschen als „lebenswichtig“ erachtet und der Zugang zu physischen Medien, Arbeitsplätzen und sonstigen Vor-Ort-Angeboten enorm vermisst wurde. Oder aus Nutzersicht gesprochen: „Ich hätte vor 2020 nicht damit gerecht, so selten Bibliotheken zu besuchen. Und ich hätte nicht damit gerechnet, wie hilfreich, freundlich, engagiert alle BibliothekarInnen, mit denen ich Kontakt hatte, online sein können.“ Ja, wir haben uns alle Mühe gegeben, obgleich es für Bibliotheksbeschäftigte nicht immer leicht war, denn persönliche Sorgen, Personalengpässe und uneinsichtige Besucher*innen begleiteten uns natürlich auch durch das Jahr.

Was können wir mit in das neue Jahr nehmen?

  1. Bibliotheken bieten für ihre Benutzer*innen weiterhin so viel Service wie möglich, innerhalb der notwendigen gesetzten Beschränkungen.
  2. Wir bauen die Präsenz von Bibliotheken in der Öffentlichkeit aus und positionieren uns als wichtige Institution der Demokratieförderung.
  3. Bibliotheken knüpfen an die positiven Erfahrungen mit virtuellen und agilen Arbeitsformen an und entwickeln in Krisenzeiten Erlerntes weiter. Dazu gehört eine „Corona-Retrospektive“ mit dem Ziel, die verschiedenen Maßnahmen, Tools und Erfahrungen als Lessons Learned zu verbreiten.

Rückblick 44. #BIBChatDE: Barrierefreiheit, Inklusion und Teilhabe in Bibliotheken und Informationseinrichtungen

In der November-Ausgabe vom BIBChatDE haben wir uns zum Thema Barrierefreiheit und Inklusion ausgetauscht, ein sehr wichtiges Thema, was im beruflichen Alltag leider nicht immer ausreichend gewürdigt und umgesetzt wird.

Diversität prägt unseren Öffentlichen Raum, somit sollte eine Pflicht auch dahingehend bestehen, auf der Grundlage von Gerechtigkeit und Respekt, eine kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. Dazu müssen die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die häufig im beruflichen Alltag nicht ausreichend berücksichtigt werden oder aufgrund fehlender Mittel nicht umgesetzt werden können. Ein solcher Beitrag kann der Abbau von Barrieren sein und die Förderung von Inklusion im Öffentlichen Raum.

Als Öffentliche Einrichtung können gerade die Bibliotheken einen Beitrag dazu leisten. Die Teilnehmer*innen des BIBChatDE verstehen darunter bspw. den barrierefreien Zugang zu Wissen, aber auch der barrierefreie Zugang ins Gebäude, eine gute Beschriftung der Regale und der Medien, die Kooperation mit anderen Einrichtungen (Blindenhörbücherei) oder mit Gebärdendolmetscher*innen, können einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Auch im Netz kann ein Beitrag dazu erzielt werden, so durch einen barrierefreien Zugang auf der Webseite.

Natürlich wurden auch die Probleme genannt, die oft zumeist finanzieller Natur sind oder der Gebäudesubstanz geschuldet sind. Auch die fehlende Expertise wurde dabei genannt und zugleich ein Diversitätsmanagement für die Bibliotheken gefordert, was auch daraus resultiert, sich selbst in eine Situation hineinzuversetzen und Lösungen zu konzipieren, von der man selbst nicht unmittelbar betroffen ist. Somit ist es wichtig, ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen und eine Kooperation mit Expert*innen in die Wege zu leiten.

Wie viel Bürgerwissenschaft steckt heute in den Bibliotheken?

Ein Spezial-BibChat mit Jens Bemme rund um das Thema Citizen Science ist für den 7. Juni 2021 geplant.

Bürgerinnen und Bürger forschen, schon immer. Mit und in privaten Sammlungen und insbesondere in Bibliotheken: in analogen, in digitalen, in kommunalen und in wissenschaftsnahen – in Hochschul-, in Universitäts-, in Landes-, in Nationalbibliotheken und anderen. Wird Bürgerwissenschaft noch unterschätzt? Wieviel Citizen Science gibt es in unseren Bibliotheken?

Die folgende Zusammenstellung bietet einen Einstieg in kommende Diskussionen:

Wie unterstützen Bibliotheken Bürgerinnen und Bürger, die forschen, heute? Wer forscht? Und woran? Sollten alle Menschen, die in Bibliotheken arbeiten, Citizen Scientists sein?

Das sind die Fragen – bis zum BibChat.

Zum Gastmoderator:

Jens Bemme arbeitet im Bereich Landeskunde und Citizen Science der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (Saxorum, Referat Saxonica). Er forscht zu historischem Radfahrerwissen um 1900 und erschließt Die Gartenlaube in Wikisource und Wikidata mit dem Citizen Science-Projekt Die Datenlaube.