Citizen Science in Bibliotheken – Rückblick auf den 51. BibChatDe

Wie viel Bürgerwissenschaft steckt heute in den Bibliotheken?, fragten wir in der Ankündigung für den 51. BibChat, der am 7. Juni 2021 stattfand. Mehr als wir ahnen, behaupteten wir im SLUBlog kurz zuvor. Es blieb trotzdem spannend. Moderation: Jens Bemme und Martin Munke (SLUB Dresden) sowie Marlene Neumann (BibChatDE).

Der folgende Rückblick auf den Twitterchat hält in einer Auswahl von Tweets schlaglichtartig Ansätze und Entwicklung des Arbeits- und Wirkungsfeldes Citizen Science in Bibliotheken fest – als Einstieg in die Gespräche, denn BibChats sind kurzweilig, werden aber schnell unübersichtlich. Ein Ziel der Gastmoderatoren war es, das Thema Citizen Science sichtbar zu machen. Abschlussarbeiten und andere Veröffentlichungen, die unlängst entstanden und derzeit entstehen, analysieren Citizen Science mit Blick auf öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken. Im Idealfall werden diese Arbeiten offen publiziert und stoßen noch mehr Gespräche an – über Menschen in Bibliotheken, Bürgerinnen und Bürger, die forschen. Die Fragen des Chats dienen hier als Gliederung. Der Chatverlauf kann mit dem Twitterhashtag #BibChatDe nachvollzogen werden.

Wer forscht in deiner Bibliothek? Zu welchen Themen oder Fragen

  • @AntjeTheise: … Landes- und Stadtforscher, Genealogen, Volkskundler, Vereinsforscher mit Familienpapieren, Karten, Fotos, graphischem Material, Drucken und Archivalien
  • @BlechmannDag: Seit wir (Stadtbibliothek) mit dem Stadtarchiv zusammen in ein Haus gezogen sind: Heimatforschung und regionale Geschichte, Familienforschung; viele Schülerprojekte
  • @niggegraf: … auch immer wieder Forschungsinteressen zu Dampfeisenbahn, Dampfschiffen, Kartographie, viele technische Themen von Alumni der ETH oder Technikinteressenten, geht oft Hand in Hand mit den Bildbeschreibungen

Potentiell suchen, erfragen, recherchieren und finden – hoffentlich – alle NutzerInnen Antworten und Lösungen in Bibliotheken. Ihre privaten und beruflichen Hintergründe sind sehr unterschiedlich. Methodisch wissenschaftlich arbeiten nicht alle, ihr Wissen geht in manchen Themenfeldern und speziellen Nischen aber oft weit über dasjenige der BibliotheksmitarbeiterInnen hinaus. Voneinander lernen geht also in beiden Richtungen, wenn die Bereitschaft dafür da ist.

Welche Citizen Science-Projekte kennst Du?

Die Citizen Science-Plattformen in DeutschlandÖsterreich und der Schweiz bieten umfangreich Informationen von Citizen Science-Projekten, über Forschung- und Evaluationsmethoden, Kontakt zu regionalen Arbeitsgruppen und Gelegenheiten Netzwerke und Wissenstransfer zu pflegen.

Welche Anliegen und Bedarfe formulieren forschende Bürger*innen?

  • @AntjeTheise: Forschende Bürger*innen fragen nach Fotomaterial zu historischen Gebäuden, alten Stadtansichten, Karten, Materialien zu regionalen Persönlichkeiten und Familien, nach Geschichtsquellen zu Vereinen, Uni-Institutionen, vergangenen Forscher*innen …
  • @m_munke: Hilfe beim Auffinden von Literatur und (zusätzlichen) Quellen, mehr Digitalisate, Publikationsmöglichkeiten, Unterstützung bei Transkriptionen – neben individueller Beratung geht es unsererseits dann viel um „Hilfe zur Selbsthilfe“, Schulungen, …
  • @niggegraf: Sie möchten meist noch Hintergrundinfos zu Dokumenten, z.B. Rückseiten von Fotografien

Hier unterscheiden sich Bürgerforschende erstmal gar nicht so sehr von sonstigen NutzerInnen – oder?

Wie können Bibliotheken Bürgerforschung unterstützen? Was funktioniert schon gut?

  • @niggegraf: Digitalisierte Quellen gut aufbereitet und auffindbar hat der ganzen Sache natürlich einen Riesenschub gegeben…
  • @marlene_n: Öffentliche Bibliotheken sind wohl eher Vermittler für #Bürgerforschung; unterstützen bei der Recherche und verweisen auf spezialisierte Bibliotheken, Sammlungen und Archive.
  • @AntjeTheise: Zugänglichkeit und Vermittlung, analog wie digital. Meist hapert es schon am barrierefreien Zugang zu den Sammlungen, leider …
  • @jeb_140: Sichtbar sein: mit eigenen Themen, Projekten, Ressourcen, Angeboten, Geschichten & Fragen, um gefunden zu werden; #MenschenInBibliotheken: Selbst was forschen!
  • @TabeaKlaus: Ich denke, dass insbesondere ÖBs hier das Potential von Citizen Science noch nicht nutzen. In den USA sind die Public Libraries deutlich aktiver.
  • @Lambo: I think our friends from @LIBEReurope have similar questions in mind (and maybe a few answers??) …

Profitiert bibliothekarische Arbeit von Citizen Science?

  • @niggegraf: Mein Jobprofil hat sich dank #Crowdsourcing stark verändert, in positive Richtung, noch „kundenzentrierter“, noch bedarfsorientiertere Quellenbereitstellung, und natürlich viel tolles Feedback generell bis hin zum Testen neuer Applikationen durch die Freiwilligen
  • @m_munke: Wir an der @SLUBdresden / bei @saxorum profitieren an vielen Stellen von #CitizenScience: Unsere Bestände werden genutzt und werden sichtbarer, unsere Metadaten erfahren Kritik und Verbesserung, neue Netzwerke und Kooperationen entstehen, …
  • @Antje Theise: Ich empfinde #CitizenScience als absolute Bereicherung, an Unis gerne unter #ThirdMission genannt. Auch @codingdavinci gehört für mich dazu und ist m.E. modellhaft

Offene bzw. öffentliche Wissensressourcen und Wissensinfrastrukturen sind grundlegend wichtig für Schul- und Weiterbildung, Forschung, Wissenstransfer und gesellschaftliche Innovationen – erst recht in lokalen Gemeinschaften. Technisch und methodisch wird es immer einfacher, auch lokales Spezialwissen überregional zu verknüpfen und kollaborativ anzureichern. Zusammen mit anderen Bildungsträgern können Bibliotheken diese Wissensarbeit fördern. BibliotheksmitarbeiterInnen, die selbst forschen, um Wissen zu schaffen, zusätzliche Zugänge zu Wissen zu eröffnen und zu vereinfachen, können forschende BürgerInnen gut beraten. In solchen Doppelrollen liegen besondere Chancen für die Bürgerwissenschaften in und mit Bibliotheken.

Ist Bürgerforschung in Bibliotheken überhaupt eine kommunale Aufgabe?

  • @marlene_n: Ist #Bürgerforschung in #Bibliotheken überhaupt eine kommunale Aufgabe? Gute Frage. Zumindest als Vermittler spielt die Öffentliche Bibliothek eine Rolle.
  • @GereonKalkuhl: Wer bestimmt, was eine kommunale Aufgabe ist und was nicht? Die Definition der kommunalen Aufgabe von Bibliotheken sollte mit Hilfe der Bibliotheken definiert werden. Und wenn diese z.B. #CitizenScience zu ihren Aufgaben zählen, dann ist CS eine kommunale Aufgabe.
  • @UrsulaGeorgy: Aber lasst sie auch für Bibliotheken und neue Dienstleistungen forschen. Bibliotheken müssen auch für sich stärker die Potenziale ihrer Kund*innen nutzen im Sinne von Open Innovation
  • @jeb_140: Warum nicht? In #CitizenScienceCity*ies kooperieren Rathaus (Stabstelle #CitizenScience?) GLAM, Unis, Volks*hochschulen, Vereine… ‚Stadt der Wissenschaft‘, aber weitergedacht als Stadtentwicklungsstrategie mit Bürgerinnen, die selbst forschen …
  • @niggegraf: Bibliotheken haben schon immer Bürgerforschung unterstützt, dank der Digitalisierung sind die Möglichkeiten noch stark gewachsen, die Vernetzung, auch jetzt dank Videokonferenzen hat nochmals zugenommen, z.B. Wikipedia-Schreibateliers aus D-A-CH …

Ähnlich wie für wissenschaftliche stellt sich für öffentliche Bibliotheken die Frage, ob und wenn ja wie (stark) sie sich im Bereich Citizen Science engagieren können und wollen. Der Ansatz ist dabei in jedem Fall ein anderer, ist doch der eigene Bestand weniger “forschungsfähig” – und soll es auch gar nicht sein. Aber Methodenvermittlung, Schulung und Unterstützung bei der Recherche spielen hier ebenso eine Rolle. Citizen Science bietet für öffentliche Bibliotheken eine Möglichkeit, Kompetenzvermittlung im digitalen Zeitalter neu zu denken.

Was möchtest Du noch über Citizen Science wissen?

  • @marlene_n: Wirklich sehr spannender Austausch hier. Ist der Stellenwert von #Bürgerforschung in wissenschaftlichen #Bibliotheken über die Jahre gestiegen? Gibt es zusätzliche personelle Ressourcen dafür?
  • @lambo: Mein Eindruck: Das Potential, dass das Thema für uns hat, wird (sowohl ÖB als auch WB) in DE eben erst so entdeckt. Wie @UrsulaGeorgy gerade schon antippte, fehlt vermutlich noch ein bisschen Vernetzung / Professionalisierung dazu?
  • @niggegraf: … alle wollen CS machen, wenige machen es systematisch. Dazu gehört: 1) Community Aufbau, nicht immer evident, 2) Community Management, nicht zu unterschätzen, das frisst viele Ressourcen, dranbleiben, sonst sind die Freiwilligen schnell weg
  • @jeb_140: Ich wüsste gern was erforscht Ihr zuweilen? #MenschenInBibliotheken: Was sind Deine Forschungsthemen und -fragen?

Ein Fazit

Wir könnten mehr Gespräche über Citizen Science gebrauchen. Die Frage ist ja nicht, ob Menschen in Bibliotheken forschen. Vielmehr: Wie gehen wir damit um? Wieviel Forschung gehört zum Selbstbild der Menschen, die in Bibliotheken arbeiten? Begriffe wie Bürgerwissenschaften und Citizen Science sind längst nicht fest geprägt im deutschen Sprachraum. Sie werden nun häufiger genutzt, auch für Aktivitäten, die schon immer zur Benutzung einer Bibliothek gehören. Aber die Begriffe bedeuten im Detail noch nicht viel, sie bleiben abstrakt oder diffus, im ungünstigsten Fall Modewörter: “Buzzword-Bingo”. Das können wir ändern.

Beim BibChatDe am 7. Juni 2021 waren Bibliotheken aus der Schweiz stark vertreten. Die Gemeinsamkeiten von Citizen Science und Crowdsourcing schienen dabei auf. Und Kooperationen werden noch wichtiger, da sich die Rolle derjenigen, die in Bibliotheken arbeiten, verändert, wenn Expertise von Nutzerinnen und Nutzern wechselseitig und systematischer als zuvor in die Wissensproduktion an Bibliotheken einbezogen wird: Erfahrungsaustausch untereinander, Lösungen und gemeinsame Projekte – lokal, regional und international. Im Weißbuch-Prozess der Citizen Science-Plattform Bürger Schaffen Wissen sind Bibliotheken erstmals direkt erwähnt und vertreten. So entsteht ein weiterer Ausgangspunkt, um das Thema im politischen Raum und in unseren Institutionen strukturell zu verankern. Es bleibt nicht zuletzt noch eine grundsätzliche Frage: Sollen Anstöße für Citizen Science in Organisationen Bottom up oder Top down wirken? Ausgehend von forschenden BibliothekarInnen, oder ausgehend von Bibliotheksleitungen, die an solcher Forschung interessiert sind? Ein verbindender Ansatz für beide Strategien wäre zu fragen: Wer forscht bereits an welchen Themen in unserer Bibliothek? Wie funktionieren hier individuelle Forschungsprozesse – die der MitarbeiterInnen (dienstlich oder privat) und die der Nutzenden? Was benötigen sie, um zu helfen oder um sich gegenseitig gut zu beraten?

Zum Weiterlesen

Literatur

  • SciStarter, Arizona State University: The Library & Community Guide to Citizen Science (PDF), 2020.
  • Eva Bunge: Wie viel Naturwissenschaft braucht die Bibliothek?
    Scientific Literacy und Citizen Science in Öffentlichen Bibliotheken, DOI: 10.18452/20190, Bock + Herchen Verlag, 2019.
  • Martin Munke, Jens Bemme: Citizen Science: Chancen und Herausforderungen für wissenschaftliche Bibliotheken, in: Bibliotheken: Wegweiser in die Zukunft – Projekte und Beispiele, 2021, (Q107073466), vorab erschienen in: open password: Teil1Teil 2, 2020.
  • Jens Bemme, Martin Munke: Open Citizen Science: Leitbild für kuratorische Praktiken in Wissenschaftlichen Bibliotheken, DOI: 10.1515/9783110673722-013, De Gruyter, 2020.
  • Sona Zoé: Geisteswissenschaftliche Citizen Science-Projekte mit Open Data-Ansatz in deutschen Gedächtnisinstitutionen, DOI: 10.18452/22526, Humboldt-Universität zu Berlin, 2021.

Weitere Ressourcen

Abstimmung für den 52. #BibChatDE am 5. Juli 2021

Am Montag, den 5. Juli 2021, um 20 Uhr findet der 52. #BibChatDE statt.

Die Abstimmung für Euer Wunschthema erfolgt wie immer per Like des entsprechenden Tweets bis zum 25. Juni.

Die Themenvorschläge lauten:

Rückblick 50. #BibChatDE: Digitale #Veranstaltungsformate von #Bibliotheken und weiteren #Kultureinrichtungen

Nicht erst durch die Pandemie haben Bibliotheken digitale Veranstaltungsformate für sich entdeckt, jedoch ist die Menge an solchen Veranstaltungen deutlich gestiegen. Sie sind aus dem Angebotsportfolio der Bibliotheken somit nicht mehr wegzudenken, benötigen allerdings eine fortlaufende Weiterentwicklung. Dies ist eine Erkenntnis aus dem 50. #BIBChatDE.

Gleich zum Einstieg wurde klar, dass die Bandbreite an möglichen Formaten und Tools deutlich gestiegen sind. Online-Lesungen, Videomeetings, Blogs, Social-Media oder auch Chats werden in Bibliotheken immer mehr angeboten. Die Wahl der Plattform ist deutlich gestiegen und reicht von GoToMeeting, über Zoom, Adobe-Connect, Jitsi, Gather.town oder BigBlueButton, bis zu Social-Media-Produkten.

Das letzte Jahr hat Bibliotheken experimentierfreudiger gemacht. Gleichsam haben Kultureinrichtungen und Anbieter von Weiterbildungen ihre digitalen Angebote erhöht. Bibliotheken hatten somit die Chance, ihren Input auszubauen und gute Praxisbeispiele zu sehen. Auch die Vorteile werden kaum mehr bestritten, liegen sie doch auf der Hand, besonders was den ortsunabhängigen Zugriff anbelangt, beschränken sich solche Formate nicht mehr auf die eigene Kommune, entsprechend kann die Zielgruppe auch ausgebaut werden.

Wenn die Zielgruppe nicht immer erreicht wird, dann hat dies in der Regel nicht nur mit der fehlenden Technik zu tun, sondern auch mit einer wirksamen Kommunikations- und Werbestrategie. Freilich steht und fällt jedes Format mit der funktionsfähigen Technik, jedoch auch mit den Kompetenzen der Mitarbeiter*innen und dem richtigen Konzept. Solche und andere Überlegungen waren Gegenstand des 50. BIBChatDE. Einigkeit bestand darin, sich die Zeit für ein Konzept zu nehmen und folgende Fragen sollten geklärt werden:

– Welche Technik steht zur Verfügung? (Hardware, Software, Netzstabilität)

– Wer ist alles involviert? (Zielgruppe & Stakeholder)

– Wie sehen die Kompetenzen der Mitarbeiter*innen aus, gibt es ggf. Schulungen?

– Welche Kosten entstehen und wie werden sie gedeckt?

– Öffentlichkeitsarbeit (Werbekanäle)

– usw.

Am Ende haben wir die Teilnehmer*innen nach Praxisbeispielen gefragt und es zeigt sich, dass die Bibliotheken auf einem guten Weg sind. Für den 50. BIBChatDE, war es jedenfalls ein interessanter Abend und wir haben uns besonders darüber gefreut, auch andere Kultureinrichtungen dabei gehabt zu haben.

Ankündigung 51. #BibChatDE: Wie viel Bürgerwissenschaft steckt heute in den Bibliotheken?

Wir laden euch zu einem Spezial-BibChat mit Jens Bemme und Martin Munke rund um das Thema Citizen Science ein. Er findet am Montag, den 7. Juni 2021 von 20 bis 21 Uhr statt.

Bürgerinnen und Bürger forschen, schon immer. Mit und in privaten Sammlungen und insbesondere in Bibliotheken: in analogen, in digitalen, in kommunalen und in wissenschaftsnahen – in Hochschul-, in Universitäts-, in Landes-, in Nationalbibliotheken und anderen. Wird Bürgerwissenschaft noch unterschätzt? Wieviel Citizen Science gibt es in unseren Bibliotheken?

Über folgende Fragen werden wir sprechen:

  1. Wer forscht in deiner Bibliothek? Zu welchen Themen oder Fragen? (20:05 Uhr)
  2. Welche #CitizenScience-Projekte kennst Du? (20:15 Uhr)
  3. Welche Anliegen und Bedarfe formulieren forschende Bürger*innen? (20:25 Uhr)
  4. Wie können Bibliotheken Bürgerforschung unterstützen? Was funktioniert schon gut? (20:35 Uhr)
  5. Profitiert bibliothekarische Arbeit von Citizen Science? (20:40 Uhr)
  6. Ist Bürgerforschung in Bibliotheken überhaupt eine kommunale Aufgabe? (20:45 Uhr)
  7. Was möchtest Du noch über #CitizenScience wissen? (20:50 Uhr)

Gerne könnt ihr eure Antworten über Tweetdeck vorplanen, falls ihr am BibChat-Abend verhindert sein solltet.

Die folgende Zusammenstellung bietet einen Einstieg in die Diskussion:

Gastmoderatoren:

Jens Bemme arbeitet im Bereich Landeskunde und Citizen Science der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (Saxorum, Referat Saxonica). Er forscht zu historischem Radfahrerwissen um 1900 und erschließt Die Gartenlaube in Wikisource und Wikidata mit dem Citizen Science-Projekt Die Datenlaube.
Twitter: @jeb_140

Martin Munke ist Historiker und leitet seit Juli 2016 das Saxonica-Referat an der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB). Er forscht und schreibt zur sächsischen Landesgeschichte und zu Beziehungsgeschichte(n) in Ostmitteleuropa vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart, zur digitalen Landeskunde und zu Citizen Science in wissenschaftlichen Bibliotheken.
Twitter: @m_munke

Ankündigung 50. #BibChatDE: Digitale #Veranstaltungsformate von #Bibliotheken und weiteren #Kultureinrichtungen

Die Wahl war auch diesmal eindeutig. Bei unserem 50. #BIBchatDE am Montag, den 3. Mai 2021 diskutieren wir über das Thema „Digitale #Veranstaltungsformate von #Bibliotheken und weiteren #Kultureinrichtungen“.

Gleichwohl die Digitalisierung auf dem Vormarsch ist und digitale Formate kontinuierlich weiterentwickelt werden, ist die Umsetzung solcher Formate bedingt durch die Pandemie in kürzester Zeit stärker ins Bewusstsein unserer Gesellschaft gerückt. Auch Bibliotheken können sich dem nicht verschließen, bürgt es doch ein großes Innovationspotenzial, bspw. in Form einer Reformstrategie (Angebot weiterentwickeln) oder als Vermarktungsstrategie (Marktpotenzial erkunden, neue Zielgruppen gewinnen) oder als Flexibilisierungsstrategie, will man digitale Angebote für die Nutzer*innen individualisieren oder Synergieeffekte z.B. nutzen. Solche Fragen sollten in geeignete Konzepte und Rahmenbedingungen münden, weil der Einsatz von Tools und Plattformen zunächst keinen Mehrwert darstellt, als etwa gegenüber konventionellen Formaten. Dies stellt die Bibliotheken vor Herausforderungen, über die wir gerne mit Euch sprechen möchten. Wie lassen sich bspw. nachhaltig digitale Formate in Bibliotheken verankern? Was muss bei Konzepten beachtet werden? Welche Kanäle und Tools/Plattformen sind geeignet? Welche anderen Kultureinrichtungen könnte man als Partner gewinnen? Praxisbeispiele dürfen natürlich auch nicht fehlen. Vielleicht bietet es für einige eine Orientierungshilfe!

Zur Vorbereitungen auf den BIBchatDE könnt ihr Euch hier noch informieren:

Fragen für den Chat:

F1 Starten wir mit einer offenen Frage: Welche digitalen Veranstaltungsformate kennt Ihr?

F2 Konventionelle versus onlinebasierte Veranstaltungsformate – wo liegen Vor- und Nachteile?

F3 Welche Überlegungen fließen in ein (geeignetes) Konzept?

F4 Wie lassen sich nachhaltig digitale Veranstaltungsformate in Bibliotheken verankern und was benötigt Eure Einrichtung dafür? (z.B. Tools, Kompetenzen u.a.)

F5 Welche Plattformen eignen sich für digitale Veranstaltungsformate?

F6 Natürlich wollen wir jetzt Praxisbeispiele hören, die in Bibliotheken gut funktionieren.

F7 Habt Ihr sonst zu dem Thema noch Anregungen oder Fragen für die Runde?

Wir freuen uns auf die Diskussion mit Euch!

 

Ankündigung 49. #BibChatDE: Wie erreichen wir die Bevölkerungsgruppen, die bislang nicht in #Bibliotheken kommen?

Bei unserem 49. #BIBchatDE am Ostermontag, 5. April 2021 diskutieren wir über das Thema “Wie erreichen wir die Bevölkerungsgruppen, die bislang nicht in #Bibliotheken kommen?”

Diese Frage beschäftigt sicher alle, die in Bibliotheken arbeiten und die, die Bibliotheken lieben und sich vorstellen könnten, dass noch viel mehr Menschen Bibliotheken besuchen.

Repräsentative Untersuchungen, warum Menschen Bibliotheken nicht besuchen und aktiv als Mitglied nutzen, gibt es nicht so viele. Die erste wirkliche, fundierte Studie über die Nichtnutzung von Bibliotheken war 2012 eine Studie des „Deutschen Bibliotheksverbands (dbv)“ und des „Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen“ unter der Förderung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien unter dem Titel  „Ursachen und Gründe für die Nichtnutzung von Bibliotheken in Deutschland“ darüber wer Öffentliche Bibliotheken nicht nutzt und die Gründe dafür.

2016 beauftragte die ekz.bibliotheksservice GmbH das „Institut für Demoskopie Allensbach“ mit einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung „Die Zukunft der Bibliotheken in Deutschland“. Diese wurde in der Bibliothekswelt danach heiß diskutiert, weil sie einige Erkenntnisse bot, allerdings auch viel Erwartbares abfragte.

Sicher haben alle, die sich genauer mit Bibliotheken auskennen, schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Bürger*innen, Freund*innen, Kolleg*innen, die nichts mit Bibliotheken zu tun haben, ein häufig immer noch klischeebehaftetes, altes Bild von Bibliotheken haben und Viele z.B. von dem „neuen“ Selbstverständnis der Öffentlichen Bibliotheken als „Dritter Ort“ mit seinen Möglichkeiten keine Kenntnis haben.

Wir wollen mit Euch über dieses Thema gerne angeregt diskutieren!

Zur Vorbereitungen auf den BIBchatDE könnt ihr Euch hier noch umfassend informieren:

 

Fragen für den Chat:

F1 Vielleicht sehen einige die Diskussion hier, die Bibliotheken nicht nutzen oder sind auf diesen #BIBchatDE aufmerksam geworden. Warum nutzt Ihr Bibliotheken nicht? Uns interessieren die Gründe!

F2 Als häufiger Grund für die Nichtnutzung von Bibliotheken wird von 86% der Befragten (dbv 2012) genannt „Ich kaufe meine Bücher bzw. DVDs und CDs lieber selbst.“ – Wie würdet Ihr diese für die Bibliothek gewinnen?

F3 Erzählt man Menschen außerhalb der „Bibliotheksbubble“ von modernen Bibliotheken, sind diese oft erstaunt, was es dort alles gibt. Warum sind nach Eurer Einschätzung zeitgemäße Bibliotheksangebote zu wenig bekannt? Wie könnte man das ändern?

F4 „Wozu noch #Bibliothek es gibt doch das #Internet? Wie seht ihr das? Was kann mir nur die Bibliothek bieten?“

F5 Die Allensbach-Studie hat 2016 gefragt: „Was sollte eine Bibliothek Ihrer Meinung nach unbedingt anbieten, die Sie gerne nutzen?“, z.B. sagen nur 16% sie wünschen „Computerspiele für PC/Spielkonsole, die man auch in der Bib. spielen kann“ – Planen wir manchmal am Bedarf vorbei?

F6 Habt Ihr Beispiele, (Marketing-)-Aktivitäten, Rahmenbedingungen aus anderen Ländern oder aus Eurer Bibliothek, die als Vorbild dienen könnten, um mehr Menschen für Bibliotheken zu gewinnen?

F7 Habt Ihr sonst zu dem Thema „Nichtnutzung von Bibliotheken“ noch Anregungen oder Fragen in die Runde?

Wir freuen uns auf die Diskussion mit Euch und verbreitet den Termin gerne an Freundinnen und Freunde, die Bibliotheken nicht nutzen! 😉

Rückblick 48. #BibChatDE Wie können Bibliotheken ihre digitalen Angebote besser vermitteln und sichtbarer machen?

Fast eine ganze Stunde nach dem Ende des BibChats am 1. März 2021diskutierten noch einige BibChatler:innen weiter.

Es war wohl höchste Zeit, die digitalen Angebote von Bibliotheken wieder in den Fokus eines BibChats zu nehmen nach einem Jahr Corona-Pandemie.

Alle teilnehmenden Diskutant:innen hatten bereits davor eMedien- und Datenbank-Angebote.
Allerdings beinhalteten Aussagen darüber, wie gut diese genutzt wurden und werden, fast gar keine Quantifizierungen. Zielzahlen und messbare Ansprüche scheinen wenig vorhanden zu sein. Rückmeldungen zur Zufriedenheit mit der Nutzung blieben vage: …’könnte besser sein’… ‚war schon immer gut‘.

Einige Bibliotheken ergänzten seit Corona ihr digitales Angebot um einzelne Produkte oder stockten den Etat für die Onleihe auf.
Viele boten bereits ab dem 1. Lockdown kostenfreie Zugänge zu ihren virtuellen Plattformen an.
Inwieweit diese Neukund:innen zu ‚richtigen’/zahlenden Nutzer:innen wurden/werden, konnte bislang nur schwer festgestellt werden.
Bislang besteht der Eindruck, dass aus dieser Gruppe weniger als 20% verbleiben.

Maßnahmen zur Vermittlung

  • (YouTube-)Tutorials
  • Mail-Sprechstunden
  • Teams-Veranstaltungen/Fragestunden, die auch von der Presse aufgegriffen werden
  • Flyer in Supermärkten
  • Hinweise in Sozialen Netzwerken
  • Newsletter

In größeren Bibliotheken gibt es mittlerweile Fachteams, die sich (fast) ausschließlich um digitale Medien und die Social-Media-Aktivitäten kümmern. Übereinstimmend sollte das Wissen zum Umgang mit digitalen Diensten und Inhalten bei allen, die im Kundenkontakt sind, breit vorhanden sein.

Wünsche

Eine gute Technikausstattung ist Voraussetzung, um z.B. Tutorials zu erstellen, also Kamera, Mikro, Screencastprogramme.., aktuelle CMS etc. All dies muss aber auch bei den Etatzuweisungen mehr berücksichtigt werden. Und Kolleg:innen müssen bereit sein, sich in die Handhabung einzuarbeiten bzw. sich fortzubilden, um annähernd professionelle Ergebnisse zu erzielen.
In vielen Kommunen ist weiterhin der Einsatz von Social-Media-Plattformen noch problematisch.

Bei der Frage nach möglichen oder vorhandenen Kooperationspartnern wurden neben Schulen auch Serviceeinrichtungen für Senior:innen genannt sowie Buchhandlungen und die VHS. Aber auch die Wikipedia/Wikimedia-Community bietet sich an – auch um ggf. selbst digital zu publizieren.

Das Thema dieses Abends eignet sich bestens für ein „da capo“. Es liefert immer wieder schöne und spannende Anregungen aus nah und fern. Viele Beispiele dienen auch als Argumentationshilfen für den Einsatz von mehr digitalen Angeboten und deren Vermittlung im lokalen Umfeld.

Ankündigung 48. #BibChatDE: Wie können Bibliotheken ihre digitalen Angebote besser vermitteln und sichtbarer machen?

Wir merken so langsam, wie lange es den BibChatDE schon gibt:
bereits 2018 hatten wir einen Chat zu digitalen Diensten, den man leider nicht mehr (einfach) nachlesen kann, da wir die damalige Archivierungsplattform nicht mehr nutzen können.

Daher ist es um so spannender, von euch zu hören, was sich seitdem getan hat!
Wie viel bekannter und sichtbarer sind digitale Medien in Bibliotheken und im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger mittlerweile? Gerade seit den mittlerweile einjährigen Erfahrungen mit reduzierten und eingeschränkten Öffnungszeiten und Wochen und Monaten völligen Ausschlusses von Vor-Ort-Angeboten und -Ausleihmöglichkeiten?

Diskutiert mit uns am Montag, den 1.März 2021 darüber, wie Bibliotheken ihre digitalen Angebote besser vermitteln und sichtbarer machen können.

Folgende Fragen wollen wir an diesem Abend stellen und freuen uns auf eure Antworten, den Austausch und viele Anregungen:

F1 Welche digitalen Angebote bietet eure #Bibliothek schon länger an und wie zufrieden wart ihr mit deren Nutzung vor der Pandemie? (20:03 Uhr)

F2  Was hat sich seit #Corona im Hinblick auf die digitalen Angebote bei euch verändert: neue Plattformen? #Medienetat -Umverteilungen? Vereinfachter/kostenloser Zugang? (20:10 Uhr)

F3 Wie macht ihr auf eure digitalen Angebote gerade aufmerksam? Mit welchen Maßnahmen und Veranstaltungen? Wie erfolgreich? (20:18 Uhr)

F4 Wer ist in eurer Bibliothek für die Vermittlungstätigkeit von digitalen Angeboten zuständig? Und passt das so? (20:27 Uhr)

F5 Was würdet ihr euch wünschen, um eure digitalen Angebote noch besser sichtbar zu machen? Was bräuchtet ihr an Ausstattung und/oder Weiterbildung zu Vermittlungsformaten? (20:35 Uhr)

F6 Welche Best Practice Beispiele von anderen Bibliotheken oder Institutionen fallen euch ein zur Vermittlung digitaler Angebote? (20:45 Uhr)

F7 Mit welchen Kooperationspartner/innen kann man bei der Vermittlungsarbeit für digitale Angebote zusammenarbeiten? (20:50 Uhr)

 

Abstimmung für den 48. #BibChatDE am 01. März 2021

Am Montag, den 1. März 2021, um 20 Uhr findet der 48. #BibChatDE statt.

Die Abstimmung für Euer Wunschthema erfolgt wie immer per Like des entsprechenden Tweets bis zum 20. Februar.

Folgende Themen stehen zur Auswahl:

 

Ankündigung 47. #BibChatDe – Die lustigsten und absurdesten Situationen im Bibliotheksalltag

Für den 47. #BibChatDe am kommenden Montag, 01. Februar 2021, 20-21 Uhr, habt Ihr Euch für das Thema „Die lustigsten und absurdesten Situationen im Bibliotheksalltag“ entschieden.

Innerhalb des letzten Jahres hat sich der Bibliotheksalltag durch die Coronapandemie extrem verändert und viele Bibliotheken waren gezwungen, schnell zu reagieren und sich neue Wege auszudenken, um ihre Aufgaben zu erfüllen und gleichzeitig die Mitarbeiter*innen und Kund*innen zu schützen. Das Leben und die Arbeit unter diesen veränderten Bedingungen können ganz schön anstrengend sein.

Deswegen möchten wir diese Ausgabe des BibChatDe nutzen, um uns gegenseitig mit lustigen und absurden Bibliotheksanekdoten aufzuheitern und darüber nachzudenken, was den Bibliotheksalltag so besonders macht.

Dazu haben wir folgende Fragen für Euch:

F1 Welche lustigen, absurden oder peinlichen Situationen aus der Bibliothek fallen Euch als erstes ein?

F2 Was war der merkwürdigste (Buch-)Titel, der Euch bislang begegnet ist?

F3 Welche Frage im Servicedienst hat Euch so richtig überrascht? Womit habt Ihr Bibliotheksmitarbeiter*innen mal richtig verblüfft?

F4 Was für merkwürdige Lesezeichen oder andere Dinge habt Ihr schon in Medien gefunden?

F5 Was waren lustige oder aufregende Veranstaltungen, Lesungen, Autor*innenbegegnungen, Aprilscherze, o.ä.?

F6 Welches Begebenheit in der Bibliothek hat Euch mal so richtig den Tag versüßt?

F7 Welche niedlichen Kindersprüche oder Fragen habt Ihr schon zu hören bekommen?