Abstimmung für den 31. #BibChatDe

Bis zum 20.09.2019 könnt Ihr für das Thema des nächsten #BibChatDe am 07.10.2019 abstimmen.
Favorisiert dazu einfach den Tweet mit dem gewünschten Thema.

Rückblick auf den 30. BibChatDe zu „Open Library – wann, wieso, weshalb?“

Der 30. BibChatDe am 02. September widmete sich dem Thema Open Library.

Nach einer Verständigung über den Begriff Open Library als eine Bibliothek, die auch ohne Personal zugänglich ist, wurden verschiedene Bibliotheken genannt, die solche Konzepte bereits umsetzen.
Genannt wurden unter anderem Kamp-Lintfort, Würzburg, Düsseldorf, Hamburg, Fürth, und Köln-Kalk.

Umgesetzt werden die Konzepte zum Teil mit Aufsicht durch Sicherheitspersonal oder technische Überwachungsmaßnahmen.
Die genaue Umsetzung hängt an verschiedenen Faktoren, z.B. Gebäude, Datenschutzvorgaben, Brandschutz, technische Ausstattung, aber auch an einer positiven Einstellung und Mut zum Ausprobieren.

Viele Gründe sprechen für Open Libraries, vor allem eine Erweiterung der Öffnungszeiten. Dies sollte jedoch nicht zu Personaleinsparungen führen, sondern tatsächlich Zusatz sein.

Insgesamt beurteilten die BibChat-Teilnehmer*innen das Konzept der Open Library sowohl aus beruflicher als auch privater Sicht als positiv. Bedenken wurden geäußert, dass die Bedeutung von Fachpersonal in der Bibliothek in der Wahrnehmung sinken könnte.

Alle Tweets des Abends wurden zum Nachlesen in Wakelet festgehalten.

Danke an alle Teilnehmer*innen, die sich an der Diskussion beteiligt haben!

Ankündigung 30. #BibChatDe – Open Library – wann, wieso, weshalb?

Das Thema für den 30. #BibChatDe am 02. September, 20 Uhr, wird „Open Library“ sein.

Das Konzept der Open Library stammt aus Dänemark und wurde hierzulande im Bereich der Öffentlichen Bibliotheken zuerst von den Bücherhallen Hamburg eingeführt. Mittlerweile testen einige deutsche Bibliotheken verschiedene Modelle der Open Library, zum Beispiel Hannover, Norderstedt oder Düsseldorf.

Das Konzept der Open Library beschreibt im Grunde eine Bibliothek, die „zu gewissen Zeiten ohne die Anwesenheit von Bibliothekspersonal geöffnet“ hat.* Zugang ins Gebäude erfolgt zum Beispiel über den Bibliotheksausweis für Personen über 18. Andere Bibliotheken setzen Wachdienste oder Überwachungskameras ein.

Hochschul- und andere wissenschaftliche Bibliotheken bieten schon länger umfangreiche Öffnungszeiten an, zu denen die Bibliothek auch ohne die Anwesenheit von Fachpersonal genutzt werden kann.

Zum Thema Open Library haben wir folgende Diskussionsfragen:

1) Was versteht Ihr persönlich unter dem Begriff Open Library? – 20:05 Uhr

2) Welche Bibliotheken kennt Ihr, die Open Library anbieten? Wie wird das Konzept dort umgesetzt? – 20:15 Uhr

3) Welche Voraussetzungen braucht die Open Library (bezüglich Träger, Personal, Gebäude, …)? – 20:25 Uhr

4) Welche Gründe sprechen für oder gegen Open Library? – 20:35 Uhr

5) Wie beurteilt Ihr das Konzept der Open Library aus privater und beruflicher Sicht? – 20:45 Uhr

*(Drude, Vivien : Das Open-Library-Konzept: eine Analyse und Handlungsempfehlungen für Öffentliche Bibliotheken. S. 14)

Weitere Informationen zum Thema:

Bücherhallen Hamburg : Open Library

Drude, Vivien : Das Open-Library-Konzept: eine Analyse und Handlungsempfehlungen für Öffentliche Bibliotheken.

Kulms, Johannes : Die Bücherei als kultureller Treffpunkt

Richter, Lennart : Bücherhallen: Open Library in Hamburg

Tschepe, Ingo : Warum das Open-Library-Konzept auch für Deutschland vielversprechend ist

Wildermann, Patrick : Open library – der Schlüssel zum Buch

Ankündigung 29. #BIBchatDE – Wie kann bürgerschaftlichen Partizipation in der Bibliothek aussehen? Anlässe, Methoden, Grenzen

Nicht nur bei zahlreichen Neubau- oder Umgestaltungsaktivitäten von Bibliotheken gab und gibt es in den letzten Jahren vielerorts Bestrebungen, die Bürgerinnen und Bürger der jeweiligen Kommune oder des Stadtteils frühzeitig mit einzubeziehen und deren Bedürfnisse aktiv abzufragen und in Planungen einfließen zu lassen.  Auch bei Themen wie Bestandsaufbau, Veranstaltungsarbeit und Makerspace-Aktionen besteht die Möglichkeit, Besucherideen/-interessen kooperativ umzusetzen. 
Wer hier bereits Erfahrungen gesammelt hat, Methoden kennt oder demnächst vorhat, bei neuen Prozessen Nutzerinnen und Nutzer mit ins Boot zu holen, ist bei diesen Twitter-Chat sehr willkommen. Aber auch von Bedenken oder  gescheiterten Projekten wollen wir wissen, um herauszufinden, an welchen Stellen partizipative Formate sinnvoll sind, wo sie ihre Grenzen haben und was man daraus lernen kann.
Zum anderen ist Partizipation auch zunehmend gefragt bei der gesellschaftlichen und politischen Meinungsbildung. Bibliotheken als öffentliche Einrichtungen und und im besten Sinne als Orte dafür, Demokratie zu leben und für diese zu streiten, wollen und sollen hier Vorbild sein – oder?… Wie seht ihr das, welche Aufgaben sollen Bibliotheken in einer offenen Gesellschaft wahrnehmen?

Hier die Fragen für Montagabend, den 5. August 2019:
F1 Aus welchen Gründen sollte man BürgerInnen mehr Möglichkeiten einer Partizipation an Aktivitäten und Prozessen der Bibliothek geben? 
(20:04 Uhr)
F2 Für welche Bereiche/Prozesse haltet ihr Partizipation für sinnvoll? Für welche nicht? 
(20:12 Uhr)
F3 Welche partizipativen Formate und Methoden kennt ihr für eine sinnvolle Einbindung der Bürgerschaft?
(20:24 Uhr)
F4 Welche Beispiele kennt ihr, bei der bürgerliche Partizipation erfolgreich war und woran kann man das erkennen? (20:35 Uhr)
F5 Mit welchen Kooperationspartnern bieten sich entsprechende Aktionen an? Von wem können wir lernen? (20: 45 Uhr)

Und hier einige Netz-Empfehlungen zur Einstimmung ins Thema:
Wer BuB-Abonnent ist, kann das gesamte Heft 07/2019 zur Vorbereitung nutzen 😉
In diesem berichtet u.a. Anja Flicker vom DesignThinking-Prozess bei der Realiserung der neuen Stadtteilbibliothek Hubland. Für Nicht-Abonnenten hier ihr etwas älterer Artikel vom letzten Jahr dazu:
https://agile-verwaltung.org/2018/05/03/inspiration-partizipation-kreativitaet-innovative-ansaetze-bei-der-entwicklung-einer-neuen-stadtteilbibliothek-in-wuerzburg/

Beispiele aus dem In- und Ausland liefert die Bachelorarbeit von Nicole Dewosch von 2016:
https://hdms.bsz-bw.de/files/5862/Bachelorarbeit_Nicola+Dewosch.pdf

Ein Bericht zur kritischen Betrachtung des Themas Partizipation findet sich hier:
https://libreas.eu/ausgabe32/schuldt/
und hier eine Erwiderung dazu:
https://libreas.wordpress.com/tag/partizipation-in-bibliotheken/
Bis 2013 gab es ein eigenes Blog zum Thema – schade! Aber das Lesen der vorhandenen Beiträge ist immer noch spannend:
https://bibpartizipation.wordpress.com/

Am 15. Juni 2019 fand der erste Tag der offenen Gesellschaft statt, an dem auch einige Bibliotheken teilgenommen haben. Hier Informationen dazu und die Idee dahinter:
https://www.tdog19.de/de/startseite
https://www.die-offene-gesellschaft.de/

Abstimmung für den 29. BibChatDE

Hier könnt ihr bis zum 24.07.2019 über das Thema des kommenden #BibChatDe abstimmen.

Favorisiert den entsprechenden Tweet. Das Thema mit den meisten Stimmen wird am Montag, 05.08.2019 zwischen 20 und 21 Uhr diskutiert.

Rückblick auf den 28. #BibChatDE zum Thema „Das Image von Bibliotheken im öffentlichen Bild“

Der 28. BibChatDE widmete sich dem Image von Bibliotheken. Der Großteil der Diskutanten empfand es so, dass die Vorstellungen von Bibliotheken oft veraltet sind. Die Grundstimmung gegenüber Bibliotheken ist dabei aber positiv und wohlwollend. Wer sich nicht mit Bibliotheken beschäftigt, der hat auch – so die Meinung des Panels – keine negative Meinung. Bibliotheksnichtnutzer sind i.d.R. überrascht, wenn sie erfahren, was Bibliotheken leisten.

Wie kann das Bild von Bibliotheken in der Öffentlichkeit verändert werden? Hierzu haben sich die Chatten eindeutig geäußert. Jeder (Mitarbeit*innen, Kund*innen, Besucher*innen, Bibliotheksfreunde…) kann etwas dazu beitragen. Redet über Bibliotheken. Bringt Bibliotheken ins Gespräch. Es sollte nicht versucht werden, gegen das verstaubte Image anzukämpfen. Bibliotheken sind längst keine verstaubten Orte mehr. Konzentriert Euch lieber auf das Hier und Jetzt und verwendet keine Vergleiche zur Vergangenheit. Den Blick nach vorne richten.

Auf Facebook hat sich im Rahmen des Lernortcamp (Barcamp der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW) ein „Aktionsbündnis für öffentliche Bibliotheken“ gegründet. Die Gruppenmitglieder möchten für mehr Sichtbarkeit von öffentlichen Bibliotheken und deren Themen, Anliegen, Menschen und Orte sorgen. Dazu sollen Ideen für gemeinsame Aktionen entwickelt werden. Wer sich beteiligen möchte, ist dort herzlich willkommen.

Derzeit läuft außerdem noch die WeGreenItUp Challenge nach einem Aufruf von @bibTalk Stuttgart und Netzwerk Grüne Bibliothek. Dabei können sich Bibliotheken zum Thema Nachhaltigkeit äußern und ihr umweltbewusstes Engagement einer breiten Öffentlichkeit zeigen.

Ihr findet eine Auswahl von Tweets zum Chat findet Ihr unter: https://wke.lt/w/s/bbfKEP

Ankündigung 28. #BIBchatDE – „Das Image von Bibliotheken im öffentlichen Bild“ am 1. Juli 2019

Das Image von Bibliotheken im öffentlichen Bild.

Ihr habt Euch entschieden. Am kommenden Montag diskutieren wir über das Image von Bibliotheken im öffentlichen Bild. Wir werden uns also mit dem Ruf deutscher Bibliotheken beschäftigen und darüber reden, ob sie diesem gerecht werden. Was verbinden die Menschen mit Bibliotheken und was hat das (noch) mit dem zu tun, was tagtäglich zwischen den Regalen in ganz Deutschland geschieht? Die folgenden Fragen werden wir uns gemeinsam stellen:

F1: Wenn ich an Bibliotheken denke, denke ich an… Vervollständige den Satz und sag uns, welches Verhältnis du zu Bibliotheken hast (z.B. „Ich besuche regelmäßig Bibliotheken“; „Das letzte mal war ich als Kind in einer Bibliothek“; „Ich arbeite in einer Bibliothek“…)

F2: Wie sieht die Öffentlichkeit Deiner Meinung nach Bibliotheken und wodurch wird dieses Bild bestimmt? Ist das Image eher positiv oder negativ behaftet?

F3: Brauchen Bibliotheken einen Imagewandel? Wenn ja, wie müsste dieser aussehen?

F4: Was können wir zur Veränderung des Images von Bibliotheken beitragen?

Zur Einstimmung:

Ein im Rahmen der Kampagne „Netzwerk Bibliothek“ entstandener Imagefilm für Bibliotheken.

Eine kleine Auswahl von Imagefilmen aus der Bibliothekswelt:

Stadtbibliothek Bremen; Treffpunkt Bibliothek (Imagefilm der Öffentlichen Bibliotheken Niederösterreichs); Zentralbibliothek Duisburg; Bibliothek am Umweltcampus Birkenfeld (UB Trier); Zukunft bewahren (Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar); Netzwerk Bibliothek (Deutscher Bibliotheksverband); Universitätsbibliothek der LMU-München;

Zwei Begriffsdefinitionen:

Image (Psychologie)

(= I.) [engl. image Bild], [AO, KOG, SOZ, WIR], auf gesammelten Eindrücken basierendes, sozial geteiltes Vorstellungsbild, das Angehörige von Gruppen (z. B. Konsumenten oder Wähler) von einem Meinungsgegenstand haben, insbes. von Marken (Bsp. Nivea), Firmen (Bsp. Lufthansa), Institutionen (Bsp. Greenpeace), Persönlichkeiten (Bsp. Bono) und Konzepten (Bsp. Bio).

Auszug aus Dorsch Lexikon der Psychologie, online verfügbar unter: https://m.portal.hogrefe.com/dorsch/image/ (zuletzt geöffnet am 27.06.2019)

Image (Wirtschaft)

Konzept aus der Markt- und Werbepsychologie, das als die Quintessenz der Einstellungen verstanden werden kann, die Konsumenten einem Produkt, einer Dienstleistung oder einer Idee entgegenbringen. Wie Einstellungen stammen Images aus der direkten oder indirekten Erfahrung. Bei ihnen lassen sich 
(1) kognitive (Was weiß ich über den Gegenstand?), 
(2) evaluative (Wie werte ich den Gegenstand?) und 
(3) konative (Wie möchte ich dem Gegenstand gegenüber handeln?) Komponenten voneinander abheben. Für die Imageanalyse gibt es eine Vielzahl von quantitativen (auf Skalierungsverfahren beruhenden) und qualitativen Verfahren. Der Imagegestaltung dienen marketingpolitische Instrumente, also der Preis, die Produktgestaltung, die Werbung und der Absatzweg.

Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/image-34829/version-258322Revision von Image vom 15.02.2018 – 15:05

Abstimmung für den 28. BIBchatDE

Hier könnt ihr bis zum 21.06.2019 über das Thema des kommenden #BIBchatDe abstimmen.

Favorisiert den entsprechenden Tweet. Das Thema mit den meisten Stimmen wird am Montag, 01.07.2019 zwischen 20 und 21 Uhr diskutiert.

Voting #BIBchatDE #28:
1 #Gaming in #Bibliotheken— BIBChatDE (@BIBChatDE) June 11, 2019

Voting #BIBchatDE #28:
2 #Bibliotheken auf #YouTube: Wer macht was, warum und mit welchen Mitteln bzw. was könnte man machen?— BIBChatDE (@BIBChatDE) June 11, 2019

Voting #BIBchatDE #28:
3 Das #Image von #Bibliotheken im öffentlichen Bild.— BIBChatDE (@BIBChatDE) June 11, 2019

Voting #BIBchatDE #28:
4 #Hatespeech und #FakeNews: Wie sollten #Bibliotheken in Social Media agieren, um Fake News & Hatespeech entgegenzutreten?— BIBChatDE (@BIBChatDE) June 11, 2019

Voting #BIBchatDE #28
5 Neue (digitale) Medienangebote in #Bibliotheken. Wie schult ihr euch, das Personal und die Leser*innen?— BIBChatDE (@BIBChatDE) June 11, 2019

Vielen Dank für eure Beteiligung!

Rückblick auf den 27. BIBchatDE zum Thema „Medienpädagogik in Bibliotheken“

Gastmoderator Dennis Kranz (Medienpädagoge in der Stadtbibliothek Rostock) hat mit Bibliotheksmitarbeiter*innen und Medienpädagog*innen am Montag, den 3. Juni über ein spannendes Thema diskutiert, welches in Bibliotheken zunehmend Raum einnimmt.

Denn in den Stellenausschreibungen von Bibliotheken heißt es immer häufiger: Medienpädagoge (m/w/d) gesucht!

Die Tweets zum Thema wurden in Auswahl wieder in einem Wakelet dokumentiert.

Zur Medienpädagogik gehört „die eigene Erstellung und Produktion von Medieninhalten sowie die Auseinandersetzung mit sich selbst und den eigenen Medienverhalten“, so Dennis Kranz. Bibliotheken öffnen sich der Medienpädagogik, deren bibliothekarischen Fachkräften fehlen jedoch die entsprechenden medienpädagogischen Kenntnisse und Fähigkeiten. Also werden spezialisierte Medienpädagog*innen eingestellt, deren Rolle in der Bibliothek aber erst definiert werden muss. Das läuft nicht zwingend reibungslos. Zumal die Medienpädagog*innen zusätzlich vielerorts noch Leseförderung betreiben und Lektorate oder Info-Dienste übernehmen sollen. Aufgaben, für die sie nicht ausgebildet sind und die ihnen Zeit kosten. Es herrscht also Gesprächsbedarf: Was kann und soll die Medienpädagogik in Bibliotheken umfassen? Und was sollen Medienpädagog*innen in Bibliotheken genau tun bzw. nicht tun?

Schon bei den Antworten auf die Frage, was Medienpädagogik in einer Bibliothek ist, zeigten sich die unterschiedlichen Vorstellungen. So gibt es noch keine eindeutige Verständigung darüber, ob die Leseförderung völlig getrennt von der Medienpädagogik zu betrachten ist. Die Förderung von Medienkompetenz dagegen wird von vielen als Aufgabe der Medienpädagogik gesehen. Darüberhinaus sollen Medienpädago*innen das Medienhandeln auf kreative Weise fördern. In Projekten können zum Beispiel Stopp-Motion-Filme, Podcasts oder ganz andere Medienprodukte entstehen. Dabei sollen nicht nur Kinder und Jugendliche angesprochen werden. 

Im Bibliotheksalltag sollten die Ressourcen und spezifischen Kompetenzen der Medienpädagog*innen hauptsächlich in die Entwicklung und Durchführung medienpädagogischer Angebote fließen. Andererseits: In der Realität der kleineren Bibliotheken wird es nicht immer eine ganze Stelle allein für die Medienpädagogik geben können. Hier werden Medienpädagog*innen also unter Umständen auch bibliothekarische Tätigkeiten übernehmen.

Bibliothekspädagogik und Medienpädagogik sind zwei paar Schuhe. Während die erstere auf die Vermittlung der bibliothekarischen Angebote und die Unterstützung von Lernen (zum Beispiel Leseförderung) abzielt, unterscheidet die Medienpädagogik Lernen mit Medien (Mediendidaktik), Lernen über Medien (Medienerziehung) sowie Bildungsprozesse im Kontext einer sich verändernden Medialität (Medienbildung).

Bei der Frage, ob der Einsatz eines Kahoot schon medienpädagogische Arbeit ist, scheiden sich die Geister. Als reines Rallye-Tool für das Kennenlernen der Bibliothek und das Lösen von Rechercheaufgaben, wohl eher nicht. Anders wäre es, wenn Schüler*innen eigene Spiele mit Kahoot kreieren würden.

Die Vernetzung der Medienpädagogog*innen in Bibliotheken steht noch am Anfang. Unterstützung könnte die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) e.V., der BIB, der DBV und die Fachstellen geben.

Lasst uns die Medienpädagogik in Bibliotheken gemeinsam weiterentwickeln und ausloten, wie die Zusammenarbeit und Aufgabenteilung der unterschiedlichen Professionen gelingen kann. Voraussetzung dafür ist, dass sich Verantwortliche in Bibliotheken genauer über die Aufgabenbereiche von Medienpädagog*innen informieren. Also Augen auf bei der Stellenausschreibung!

Ein großer Dank geht an Dennis Kranz, der aus seiner Sicht als Medienpädagoge, den 27. BIBchatDe fachkundig und interessiert moderiert hat!

Rückblick auf den 26. #BIBchatDE „Bibliotheksverbünde: Was haben sie gebracht, wie werden sie genutzt, wie zeitaufwendig sind sie?

Beim letzten BIBChatDE am 06. Mai haben wir uns über das Thema Bibliotheksverbünde unterhalten. Für alle die nicht dabei waren, haben wir mit dem Tool Wakelet alle Tweets (Fragen & Antworten) nochmal zusammengefasst:

https://wakelet.com/wake/a4cbf593-834c-4733-a76a-287fcd4a5ec9

Niemand bestreitet die Vorteile der Bibliotheksverbünde, die einen Mehrwert für die Nutzer haben und die Bibliotheksarbeit ebenfalls erleichtert haben, sei es durch Synergieeffekte in der Katalogisierung oder wegen der überregionalen Recherchemöglichkeiten und durch die Möglichkeit der Fernleihe. Dafür eine zentrale Stelle zu haben, wird als klarer Vorteil der Teilnehmenden gesehen. Dadurch, dass wir als Konsortium auftreten, können wir aus finanzieller Perspektive auch bessere Konditionen herausholen. Der Nachteil ist freilich, dass die unterschiedlichen Anforderungen einzelner Bibliotheken, einer gemeinsamen Struktur untergeordnet werden müssen.

Dabei müssen sich die Bibliotheksverbünde den Anforderungen der Digitalisierung stellen, welche zu einer Veränderung der Informationsstruktur führen wird. Die Verbünde müssen sich dann neue Strukturen und technische Lösungen überlegen, die mit bestehenden Strukturen zweifelsohne in Konflikt geraten werden. Noch vor den Lösungen muss jedoch das Personal vorhanden sein und es muss Koordinator*innen geben, die mit ihren Kompetenzen den Mut aufbringen, solche Lösungen durchzusetzen. Natürlich darf eine Vernetzung mit entsprechenden Partnern nicht fehlen.

Auf die Frage, ob es gute Beispiele aus den anderen Ländern geben würde, wurden dann Frankreich und auch die Schweiz genannt. Der Nationalkatalog in Frankreich wurde dabei hervorgehoben und der Verbund SLSP in der Schweiz, der modulartige Dienstleitungen auf nationaler Ebene anbietet. Dabei wurde jedoch kritisiert, dass die modulartigen Dienstleistungen sich im Moment zu stark auf den Katalog von Ex Libris konzentrieren und wenig Spielraum für Innovationen bieten. Dabei wurde Deutschland, was neue Lösungsansätze angeht, als experimentierfreudiger bezeichnet.

Fazit: Vielleicht waren die Fragen nicht einfach, weil wir aus unserem beruflichen Kontext die Vorteile der Bibliotheksverbünde kennen, auch wenn sicherlich einiges kritisiert werden kann. Fest steht aber, dass wir im Kontext der digitalen Transformation neue Wege gehen müssen und dazu bieten sich neue Lösungen an und die Zusammenarbeit mit externen Partnern. Wir sind jedenfalls gespannt, was sich in den nächsten Jahren abzeichnet wird.