ABSTIMMUNG FÜR DEN 13. #BIBCHATDE

Hier könnt ihr für das Thema des 13. #BIBchatDE am Montag, den 2. April abstimmen.

Bitte den Tweet, der dein Wunschthema enthält, einfach faven (bis Freitag, 23.03.):

Unser Rückblick auf den 12. #BIBchatDE – Sonntagsöffnung in Bibliotheken

Sollen Bibliotheken sonntags öffnen dürfen? Und wenn ja, was hätte das für Konsequenzen – für Mitarbeiter*innen und Nutzer*innen? Am 5. März 2018 haben sich ca. 50 Teilnehmer*innen durchaus kontrovers über das Thema Sonntagsöffnung von Bibliotheken ausgetauscht.

Wir haben den gesamten Bibchat für euch mit dem Tool Shorthand zum Nachlesen dokumentiert:

An dieser Stelle belassen wir es deshalb bei einer kurzen Zusammenfassung.

Bibliotheken sind sonntags fast immer geschlossen. Ein wesentlicher Grund dafür ist die im Grundgesetz geregelte Sonntagsruhe. Prinzipiell ist es für viele nicht einsichtig, warum Museen und Theater öffnen dürfen, Stadtbibliotheken aber nicht. Andererseits schätzen viele auch den Sonntag als garantiert arbeitsfreien Ruhe- und Familientag.

Es gibt zahlreiche Argumente für bzw. gegen eine Sonntagsöffnung. Einige von den Teilnehmer*innen haben zudem von ihren positiven Erfahrungen mit der Sonntagsöffnung berichtet, z.B. in Siegburg, Wetzlar, Bielefeld oder ausländischen Bibliotheken.

Viele sprechen sich dafür aus, dass Bibliotheken zumindest das Recht erhalten sollen, sonntags zu öffnen, auch wenn vielerorts allein schon wegen fehlenden Ressourcen eine Sonntagsöffnung mit Bibliothekspersonal nicht realisierbar wäre.

Umstritten ist die Alternative eine Öffnung ohne Personal, mit entsprechender Sicherheits- und Ausleihtechnik, zu realisieren. Der aktuelle Modellversuch der Berliner Amerika-Gedenkbibliothek – Sonntagsöffnung mit Veranstaltungsprogramm – ist eine andere Option.

Ein überlegenswertes Szenario für die Zukunft: Die Schaffung von frei zugänglichen und gestaltbaren Räumen mit Bibliothek und weiteren Kulturschaffenden, in denen sich die Menschen ohne Konsumzwang in ihrer Freizeit beschäftigen können, auch am Sonntag.

Bei der abschließenden Positionierung schlugen wohl nicht nur in meiner Brust zwei Herzen. Die Mehrheit der Chat-Teilnehmer*innen hat sich jedoch für die Möglichkeit einer Sonntagsöffnung ausgesprochen.

Ankündigung 12. #BIBchatDE am 05.03.2018

Sollen Bibliotheken sonntags öffnen (dürfen)?

Eine gute Bibliothek sollte ausreichende und bedarfsorientierte Öffnungszeiten haben. Doch bei der Frage, ob Bibliotheken auch sonntags öffnen sollen, sind Bibliotheksmitarbeiter*innen zu etwa gleichen Teilen in Befürworter*innen und Gegner*innen gespalten.

Sonntag geschlossen. So steht es an den Türen (fast) aller deutschen Bibliotheken. Was vielleicht nicht jeder weiß: Stadtbibliotheken dürfen laut Bundesarbeitszeitgesetz im Unterschied zu anderen Kultureinrichtungen oder wissenschaftlichen Präsenzbibliotheken gar nicht öffnen – zumindest nicht mit eigenem Personal.

Sollen Bibliotheken sonntags öffnen dürfen? Und wenn ja, was hätte das für Konsequenzen – für Mitarbeiter*innen und Nutzer*innen? Wir sind gespannt auf eure Meinung und Antworten auf folgende Fragen:

Zur Diskussion:

  • F 1 Welche Bedeutung hat der Sonntag für euch persönlich? Wie findet ihr es, dass der Sonntag als Tag der Ruhe gesetzlich geschützt ist und deshalb Bibliotheken im Unterschied zu Museen und Theatern nicht öffnen dürfen?
  • F 2 Welche Argumente sprechen für bzw. gegen eine Sonntagsöffnung von Bibliotheken? Seht ihr in eurem Umfeld einen Bedarf für die Sonntagsöffnung?
  • F3 In der Berliner Amerika-Gedenkbibliothek bieten freie Künstler sonntags ein kulturelles Programm an. Nebeneffekt: Bibliothek offen, Ausleihe möglich – wenn auch ohne bibliothekarisches Fachpersonal und Beratung. Was haltet ihr von diesem Modell?
  • F4 Wie beurteilt ihr den Trend der Open Library, technikgestützt (Einlass mit Bibliothekskarte, Selbstverbuchung, Kameras) zusätzliche personalfreie Öffnungszeiten anzubieten?
  • F 5 Was ist euer Fazit: Sollen Bibliotheken sonntags öffnen (dürfen?)

Mehr Informationen

hr habt euch bisher noch nicht näher mit dem Thema beschäftigt oder euch noch keine Meinung gebildet? Dann helfen euch vielleicht folgende Hintergrundinformationen:

Kritiker*innen der Sonntagsöffnung – darunter auch die Gewerkschaften – meinen u.a., dass

  • die im Grundgesetz geregelte Sonntagsruhe zum Schutz der Arbeitnehmer*innen nicht unnötig aufgeweicht werden sollte
  • die Arbeitsverdichtung der Bibliotheksbeschäftigten bereits jetzt hoch ist (regelmäßige Spät- und Samstagsdienste)
  • eine Sonntagsöffnung teuer wäre („Sonntagszuschläge“) und zwangsläufig mit einer Ausdünnung der Servicezeiten mit Fachpersonal bzw. Einschränkung wichtiger Dienstleistungen einhergehen würde
  • das Bibliotheksangebot für den Sonntag „entbehrlich“ sei, auch weil ausgeliehene Bücher und Medien im Gegensatz zu Museumsobjekten oder Theatervorstellungen nach Hause mitgenommen und damit auch sonntags genutzt werden können.

Befürworter*innen der Sonntagsöffnung – darunter auch die Bibliotheksverbände dbv und BIB – meinen, dass:

  • Bibliotheken das Recht erhalten sollen, auch am Sonntag zu öffnen, wenn es ihre Ressourcen erlauben und ihren Zielgruppen dient
  • sich die Arbeits- und Lebensbedingungen verändert haben (z.B. Ganztagsschulen) und Bibliotheken dann geöffnet haben sollen, wenn die meisten Leute Zeit für einen Besuch haben
  • für berufstätige Menschen der Sonntag eine der wenigen Gelegenheiten für einen Bibliotheksbesuch bietet
  • die Sonntagsöffnung die Rolle der Bibliotheken als Aufenthalts- und Freizeitort stärkt und eine Gleichstellung mit anderen kulturellen Orten wie Museen selbstverständlich sein sollte.

Die Erfahrungen in Modellprojekten in Mönchengladbach (Familienbibliothek Rheydt) oder Bremen sind überwiegend positiv (hohe Besucherfrequenz, längere Aufenthaltsdauer, mehr Familien, Schüler*innen, Studierende und Berufstätige), machen aber auch die Problematik der fehlenden bibliotheksfachlichen Betreuung deutlich.

In wissenschaftlichen Bibliotheken gibt es einen kleinen Trend in Richtung Sonntagsöffnung, häufig mit reduziertem Service und Fachpersonal. Dort wie auch in nordischen Ländern (z.B. Dänemark und Finnland) führen vor allem technische Entwicklungen wie die automatisierte Medienverbuchung und Zugangskontrolle zu einer Ausweitung der personalfreien Öffnungszeiten, die von den Nutzer*innen gut angenommen werden.

Auch in der Schweiz bleiben Bibliotheken in der Regel sonntags geschlossen. Eine Ausnahme bildet die Kantonsbibliothek Baselland, die seit vielen Jahren positive Erfahrungen mit der Sonntagsöffnung macht. Dort findet von Oktober bis April ein regulärer Sonntagsbetrieb mit Bibliothekspersonal statt.

Weil ein solcher regulärer Sonntagsbetrieb in Deutschland gesetzlich nicht möglich ist, geht die Amerika-Gedenkbibliothek seit neuesten einen anderen Weg. Dort bespielt das „sonntagsbureau“, eine Gruppe von Künstlern aus der Freien Szene, sonntags die Räume.

Ist die Sonntagsöffnung überhaupt nur ein Thema für große und finanzstarke Bibliotheken? In kleinen und mittleren Städten wünschen sich die Nutzer*innen zunächst einmal die Öffnung an allen Werktagen oder eine längere Samstagsöffnung. Für eine Sonntagsöffnung gibt es vielerorts (z.B. Verl) keinen Bedarf.

Noch einige Links

Positionen zur Sonntagsöffnung (BIB)

Ergebnisse der BIB-Mitgliederbefragung zur Möglichkeit einer Sonntagsöffnung in Öffentlichen Bibliotheken [veröffentlicht in BuB H. 4.2015, S. 171]

Sonntagsöffnung in kommunalen Bibliotheken (dbv)

BuB 02/2015 zur Sonntagsöffnung

Pro & Contra: Sollen Bibliotheken sonntags öffnen?

Sollen Bibliotheken auch an Sonntagen geöffnet sein?

Sonntagsöffnung in der Amerika-Gedenkbibliothek

Open Library in Bremen

Öffnet die Bibliotheken auch am Sonntag!

dbv fordert von Koalitionsparteien Unterstützung für Anliegen der Bibliotheken

Stand und Perspektive der Sonntagsöffnung in Bremen

Gedanken zur Sonntagsöffnung

Verch, Ulrike: Sonntagsöffnung von Bibliotheken

Sonntagsöffnungszeiten in öffentlichen. Bibliotheken in der Schweiz. Simone Beeler.

Immer wieder sonntags – Kantonsbibliothek Baselland

Toronto libraries extend hours — but not staffing

Unser Rückblick auf den 11. #BIBchatDE – Makerspaces in Bibliotheken

Wir danken nochmals allen für die Teilnahme am letzten #BIBchatDE am 5. Februar zum Thema „Makerspaces in Bibliotheken – was heißt das praktisch?“

Wir haben für Euch diesmal eine Auswertung auf „SocialShorthand“ erstellt und hoffen es gefällt Euch. Bis zum 5. März beim nächsten #BIBchatDE!

https://social.shorthand.com/BIBChatDE/jgvaw3sALj/11-bibchatde

 

ABSTIMMUNG FÜR DEN 12. #BIBCHATDE

Hier könnt ihr für das Thema des 12. #BIBchatDE am Montag, den 05.03.2018 abstimmen.

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Ankündigung 11. #BibChatDE am 05.02.2018

In vielen Bibliotheken haben mittlerweile Makerspaces Einzug gehalten, auch wenn sie nicht immer so genannt werden. Die Grundidee, die Bibliotheken mit Makerspaces als Orte des informellen Lernens und Orte für die lokale (digitale) Community zu stärken, hat in vielen Häusern großen Erfolg (einige Beispiele in der Linkliste).

Laut Wikipedia ist „ein … MakerSpace … eine offene, demokratische Werkstatt mit dem Ziel, Privatpersonen den Zugang zu Produktionsmitteln und modernen industriellen Produktionsverfahren für Einzelstücke zu ermöglichen. Typische Geräte sind 3D-Drucker, Laser-Cutter, CNC-Maschinen, Pressen zum Tiefziehen oder Fräsen, um eine große Anzahl an unterschiedlichen Materialien und Werkstücken bearbeiten zu können („make almost everything“)…. Es gibt große Überlappungen und Kooperation mit der Open-Hardware-, Open-Source- und der DIY-Bewegung.“

Doch was heißt Makerspace in der Bibliothek ganz praktisch. Wie sind Eure Erfahrungen? Ist es tatsächlich ein wichtiger Baustein für die Bibliothek der Zukunft oder nur ein Trend?

Wir haben hier noch einige hilfreiche LInks für die Vorbereitung zusammengestellt:

Der Makerspace: Ort für Kreativität und Wissenstransfer (Beispiele)
http://b-u-b.de/makerspace/

Makerspaces in Bibliotheken: Kreativwerkstätten des 21. Jahrhunderts
https://www.goethe.de/de/kul/bib/20440837.html

Einige Beispiele für Makerspace-Angebote in Bibliotheken:
https://archiv.netzwerk-bibliothek.de/de_DE/entdecken…

Blogbeitrag: Die Makerspaces und die Bibliotheken: Über Missverständnisse und übertriebene Hoffnungen sowie einen Vorschlag zur Neuinterpretation
https://bildungundgutesleben.wordpress.com/…/die-makerspac…/

Die Bibliothek wird als Ort der Arbeit neu gedacht
http://www.netzpiloten.de/bibliothek-makerspace-coworking-…/

Über folgende Fragen wollen wir beim 11. BIBchatDE am Montag, 5.2. diskutieren:
F1) Was ist für Dich ein Makerspace, ganz persönlich?
F2) Findest Du, dass Makerspaces zu Bibliotheken dazugehören? Begründe dein Ja oder Nein.
F3) Nutzt Ihr selber Makerspaces oder FabLabs konkret in oder außerhalb von Bibliotheken und wofür?
F4) Welche Makerspaces in Bibliotheken kennt Ihr und sind für Euch positive Beispiele?
F5) Welche Angebote gehören für dich ganz praktisch in einen Makerspace in einer Bibliothek?
F6) Wie können Makerspaces in Bibliotheken aus Eurer Sicht funktionieren? Ist tatsächlich so neu oder z.T. „alter Wein in neuen Schläuchen“?

 

 

 

Abstimmung für den 11. #BibchatDE

Hier könnt ihr für das Thema des 11. #BIBchatDE am 05.02.2018 abstimmen.

Bitte den Tweet, der Dein Wunschthema enthält, einfach faven (bis Montag, 29.01.2018):

Unser Rückblick auf den 10. #BibchatDE

Zunächst möchte ich mich bei allen Teilnehmern des letzten Bibchats bedanken. Es war eine sehr intensive Runde, in der wir auch Stimmen außerhalb des Bibliothekswesens hören konnten. Ich freue mich auch, dass wir über die Kommentarfunktion auch vorab einige Meinungen gewinnen konnten. Es war sicher kein leichtes Thema. Marlene Neumann schrieb zum Schluss

Damit wir eine Diskussionsgrundlage hatten, verwiesen wir auf den Ifla Ethikkodex und veröffentlichten drei Zitate, die uns besonders relevant erschienen.

Den Volltext findet man hier: https://t.co/O1eaZS4sjq

Zunächst wollten wir wissen, wie Ihr die Unabhängigkeit der Bibliothek und eurer Arbeit gewährleistet. Ihr nanntet da Richtlinien, die als Entscheidungsgrundlagen herangezogen werden und die insbesondere die Ausgewogenheit und Unabhängigkeit der Entscheidungen des Bibliothekspersonals gewährleisten sollen. Im besten Falle sind diese Richtlinien öffentlich. Daneben gilt es alle nötigen Informationen zu sammeln und darauf basierend Entscheidungen zu treffen. Häufig wurde hier die Berufspraxis und Erfahrung genannt, die hier eine große Rolle zu spielen scheint. Eine Einflussnahme von außen haben einige noch nicht erlebt. Eine mögliche politische Einflussnahme auf die Sammlung oder andere Bereiche der Bibliothek haben alle Teilnehmer mit „Nein“ antworten können. Es gibt dennoch Fälle in denen Versucht wurde, bestimmte Inhalte politischer oder religiöser Strömungen oder anderer Weltanschauungen in die Bibliotheken zu bringen. Es sei aber bei den Versuchen geblieben.

Dann haben wir nach Beispielen für Titel gefragt, die bewusst nicht in der Bibliothek stehen und wie es dazu ist. Alle Teilnehmer haben deutlich gemacht, dass auch kontroverse Titel in eine Bibliothek gehören. Insbesondere Öffentliche Bibliotheken, die sich nicht auf ein spezielles Sammelgebiet berufen können, tragen Verantwortung. Nicht nur die Auswahl, sondern auch die Art der Bereitstellung und Beschreibung sind wichtig.

In Erlangen hat man z.B. gegen Akif Pirinçcis „Deutschland von Sinnen“. Dabei wurde lange kontrovers im Team diskutiert. Die Entscheidung beruhte auf den menschenverachtenden Inhalten und dem verrohten Sprachstil. Wer das Buch lesen möchte, erhält den Hinweis auf die Fernleihe. Interessanterweise wurden bei der Frage auch oft die limitierten Mittel als Entscheidungsgrundlage herangezogen.

Unterstehen die verschiedenen Bibliothekstypen denn unterschiedlichen ethischen Grundsätzen? Interessanterweise wurde hier sofort eine gewisse Verpflichtung dem Unterhaltsträger (z.B. Konfessionelle Bibliotheken) bzw. dem Bibliothekszweck (Forschungsbibliotheken) und dem Beschäftigungsverhältnis (Angestellte oder Beamte) zugesprochen. Es gäbe aber einen gemeinsamen Wertebezug. Zum Schluss wollten wir noch wissen, ob unsere Bibliotheken den Ansprüchen des IFLA Ethikkodex gerecht werden können. An dieser Stelle möchte ich Herrn Spieler zitieren, der die Antworten sehr gut zusammenfasst:

Mit Sicherheit kann kaum eine Bibliothek von sich behaupten, sämtliche Ethik-Richtlinen einzuhalten! Die jüngst in BuB 11/2017 publizierten Regeln des BID sind (glaub ich) noch schärfer. Gut so, wir sind nicht perfekt, aber wir sollten daran arbeiten! (Martin Spieler)

Ankündigung 10. #BibChatDE am 08.01.2018

Die Medienauswahl in Bibliotheken ist immer mal wieder Anlass für Diskussionen, die teilweise sehr leidenschaftlich geführt werden. Sei es, dass bestimmte Titel vermisst werden oder Anschaffungen für nicht geeignet gehalten werden. Die aktuellste Debatte findet zurzeit in Potsdam statt. In den Potsdamer Neuesten Nachrichten vom 27. Dezember 2017 kritisiert PNN-Redakteur Henri Kramer das Angebot rechtspopulistischer Bücher in der Potsdamer Stadt- und Landesbibliothek. Er schreibt: „… muss in einer Stadt, die sich bundesweit als Modellkommune im Kampf gegen den Rechtsextremismus versteht, die wichtigste Bibliothek tatsächlich Publikationen aus neurechten Verlagen anschaffen und diesen damit noch eine zusätzliche Bühne bieten, als wären solchen Bücher eine Normalität?…“ (zum Kommentar). Die Stadt- und Landesbibliothek Potsdam verweist auf das ethische Selbstverständnis von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren in Deutschland. So hat die Dachorganisation der Bibliotheks- und Informationsverbände in Deutschland (Bibliothek & Information Deutschland e.V.) im Oktober 2017 die ethischen Grundsätze für ihre Mitglieder aktualisiert. Darin heißt es unter 1. Zugang zu und Vermittlung von Information, Absatz 2

Wir setzen uns für die freie Meinungsbildung, für Pluralität und für den freien Fluss von Informationen ein, da der ungehinderte Zugang zu Informationen essentiell ist für demokratische Gesellschaften. Eine Zensur von Inhalten lehnen wir ab.

Weiter heißt es unter 2.2 zum Verhältnis zu Unterhaltsträgern:

„Wir betonen die fachliche und inhaltliche Unabhängigkeit der bibliothekarischen Arbeit von politisch motivierter oder anderer sachfremder Einflussnahme.“

Das Thema beschäftigt Bibliotheken in allen Ländern der Welt. Zwischen 2010 und 2012 hat die IFLA einen internationalen Ethikkodex erarbeitet. Dieser steht in einigen Übersetzungen zur Verfügung (hierzu mehr unter: IFLA Code of Ethics).

Aber können Bibliotheken überhaupt „neutral“ handeln? Wie frei sind wir tatsächlich bei der Angebotsgestaltung? Professor Hermann Rösch (TH Köln, jahrelanges Mitglied der IFLA-AG FAIFE (Committee on Freedom of Access to Information and Freedom of Expression)) äußerte sich dazu folgendermaßen:

„Bibliotheken aber haben keine Wahl: Sie müssen den Informationsauftrag in der demokratischen Gesellschaft wahrnehmen. Sie müssen Klarheit darüber schaffen, welche informationsethischen Grundsätze sie ihrer Arbeit zugrunde legen und in welchen Fällen mit Einschränkungen des ungehinderten Zugangs zu Informationsangeboten über Bibliotheken zu rechnen ist.“

Im ersten Bibchat in 2018 möchten wir mit euch diesen schwierigen Auftrag näher beleuchten und über die Grenzen der Neutralität im Alltag der Einrichtung Bibliothek sprechen. Eure Frage lautete: Wie politisch (neutral) sollen/dürfen Bibliotheken sein?

Folgende Fragen möchten wir als Diskussionsgrundlage in die Runde geben:

  • F1 Wie gewährleistet Ihr fachliche und inhaltliche Unabhängigkeit in der Praxis?
  • F2 Ist Euch schon mal politisch motivierte Einflussnahme begegnet?
  • F3 Habt Ihr Beispiele für Titel, die in Eurer Bibliothek bewusst nicht stehen und aus welchen Gründen kam es dazu?
  • F4 Können die selben Ethikregeln für alle Bibliothekstypen und –größen gleichermaßen gelten?
  • F5 Werden Bibliotheken den Ansprüchen des IFLA Ethikkodex in der Praxis gerecht?

ABSTIMMUNG FÜR DEN 10. #BIBCHATDE

Hier könnt ihr für das Thema des 10. #BIBchatDE am 08.01.2018 abstimmen.

Bitte den Tweet, der Dein Wunschthema enthält, einfach faven (bis Dienstag, 19.12.2017):