Ankündigung 19. #BIBchatDE am 01.10.2018

Ihr habt euch für den nächsten Bibchat für das folgende Thema entschieden:

Bibliothek der Dinge: Ausleihe vom Kunstwerk bis zur Bohrmaschine – ist die Bibliothek von heute Teil der Sharing-Community?

Dass man in Bibliotheken neben Bücher und Zeitschriften auch Tonträger,DVDs, BluRays, Konsolen- und Brettspiele ausleihen kann, ist mittlerweile weithin bekannt. Auch die Möglichkeit, elektronische Medien, Musik oder Filme herunterzuladen oder zu streamen, kennen und nutzen zunehmend mehr BibliotheksbesucherInnen. Aber eine „Bibliothek der Dinge“ sagt sicher nur NutzerInnen etwas, die in einer der  – noch – wenigen Kommunen wohnen und Bibliotheken aufsuchen, die auf dieses Thema setzen.

Was steckt dahinter?
Neben den üblichen Medienangeboten gibt es immer mehr Bibliotheken, die auch Dinge wie zum Beispiel  Nähmaschinen, Hängematten, Werkzeugkasten, Bohrmaschinen oder auch Kunstwerke ausleihen.
Die Grundidee folgt dem Trend einer Shareconomy, also Gegenstände im Öffentlichen Raum zu tauschen und zu teilen. Für viele Bibliotheken scheint es eine Antwort darauf zu sein, sich von einem bestandsorientierten Produktdenken zu einem nutzerorientierten Denken umzuorientieren und nutzerbetriebliche Aktivitäten anzubieten. Das Goethe-Institut in Bratislava definiert die Bibliothek der Dinge: ,,als einen Ort, wo sich die Leute treffen, die sich für das Teilen von Kenntnissen, Werkzeugen und nützlichen Dingen interessieren. In der Bibliothek der Dinge finden Sie Dinge für Freizeit, Bildung, Sport und Unterhaltung, für Groß und Klein.“

So war es auch das Goethe-Institut in Bratislava und die ZLB, die die Idee einer Bibliothek der Dinge konsequent durchgesetzt hatten, indem sie 2016 entsprechende Kriterien aufstellte, wie die Größe der Gegenstände, Gewicht, Robustheit und Hygiene. Entsprechend wurden die Gegenstände erworben, katalogisiert und verliehen. Die Bibliothek der Dinge scheint inzwischen ein deutschlandweiter Trend zu werden, sei es in Hamburg (Hoeb4U) oder Georgsmarienhütte. An der Zentralbibliothek Köln ist die Bibliothek der Dinge mittlerweile ein Angebot im Rahmen der Bildungskooperation. Somit besteht für die Bibliothekspartner die Möglichkeit sich Experimentiersets zu leihen, wo entsprechende Werkzeuge und Geräte zu den MINT-Fächern enthalten sind.

Wir möchten mit euch am kommenden Montag mit euch folgende Fragen diskutieren und vermerken dabei die Zeit, zu der die jeweilige Frage getweetet wird – so habt ihr ggf. die Gelegenheit vorab, eure Statements via Tweetdeck zu formulieren und zu terminieren , wenn ihr euch in der Stunde auf die Antworten der anderen TeilnehmerInnen konzentrieren wollt, oder nur zeitweise oder gar nicht live teilnehmen könnt:

  • F1 Wie findest Du grundsätzlich die Idee, sich “nützliche“ Dinge auszuleihen statt zu kaufen – sei es aus Bibliotheks- oder Nutzersicht? (20:05 Uhr)
  • F2 Welche Rolle spielen Bibliotheken in einer Sharing-Community? (20:12 Uhr)
  • F3 Unter welchen Bedingungen sind Bibliotheken als „LeiLa“ (Leihladen) geeignet? (20:18 Uhr)
  • F4 Worin siehst Du die Chancen und Vorteile oder auch Risiken an diesem Konzept? (20:25 Uhr)
  • F5 Thema Wartung und Pflege – wie kann dies sinnvoll gelöst werden? (20:34 Uhr)
  • F6 Wenn Du eine Bibliothek der Dinge umsetzen würdest, auf welche Kriterien käme es an? (20: 40 Uhr)
  • F7 Hat die Bibliothek der Dinge Zukunft? (20:46 Uhr)
  • F8 Welche Anregungen hast du noch zu dem Thema? (20: 52 Uhr)

Hier könnt ihr euch ein paar Beispiele für „Bibliotheken der Dinge“ anschauen:

BerlinWenn-die-Buecherei-auch-Schrauber-und-Kameras-verleiht.html

Erkrathhttps://stadtbuechereierkrath.wordpress.com/2018/02/22/hat-erkrath-eine-bibliothek-der-dinge-und-wenn-ja-warum-nicht/

Georgsmarienhütte: https://www.noz.de/lokales/georgsmarienhuette/artikel/975013/bibliothek-der-dinge-in-gmhuette-eroeffnet

Hamburg: https://www.buecherhallen.de/hoeb4u-blog-artikel/stuff4u-bibliothek-der-dinge.html

Köln: https://stadtbibliothekkoeln.blog/category/bibliothek-der-dinge/

 

Links zum Weiterlesen :

Hier eine gute Zusammenfassung seitens des Goethe-Instituts

Hier eine Sammlung auch internationaler Beispiele

Die Bibliothek der Dinge. Welche Rolle spielen Bibliotheken in der »sharing economy«?  In: BUB folgende Artikel

https://opus4.kobv.de/opus4-bib-info/files/15700/BuB_2016_07_439_441.pdf

https://opus4.kobv.de/opus4-bib-info/files/14200/BuB_2017_08_445_446.pdf

https://opus4.kobv.de/opus4-bib-info/frontdoor/index/index/start/2/rows/20/sortfield/score/sortorder/desc/searchtype/simple/query/%22Bibliothek+der+Dinge%22/docId/3576

Und ein Beispiel eines „Leilas“ in Wien – nicht aus der Bibliothekswelt

Weitere Beispiele und Links ergänzen wir gerne!

 

Ankündigung 18. #BIBchatDE am 03.09.2018 – #Spezialchat zum Thema „OER in Bibliotheken“

OER (Open Educational Resources) in Bibliotheken – Hype oder wichtiges Thema?

Wir freuen uns auf unseren ersten BIBchatDE als  zum Thema (Open Educational Resources) in Bibliotheken mit der Moderatorin Gabriele Fahrenkrog (Bei Twitter ). Wir hatten die Idee, dass es Sinn machen würde, bei Themen die uns wichtig erscheinen, Experten zu fragen, ob sie mit uns moderieren wollen, um mit euch kompetent ins Gespräch kommen zu können. Vielen Dank an Gabriele Fahrenkrog für Ihre Bereitschaft beim #BIBchatDE mitzumachen.

Open Educational Resources (OER) oder auch freie Bildungsmedien/offene Bildungsressourcen, sind frei lizenzierte Lehr- und Lernmedien- und Materialien, die schon aufgrund des Kontextes Lehren und Lernen + Medium in den Fokus von Bibliotheken rücken sollten. Lernmedien für alle Bildungsbedarfe sind selbstverständlich Teil des Bestandes von Bibliotheken. Insbesondere auch im Bezug zum Konzept des Lebenslangen Lernens bauen Bibliotheken ihre Bestände auf und stellen Raum und technische Infrastruktur zur Verfügung, um die Nutzung unterschiedlicher Medienformen zu ermöglichen. Beschäftigte in Bibliotheken erstellen selbst Materialien für Schulungen zur Medien- und Informationskompetenz, die als OER unter freier Lizenz zur Nachnutzung veröffentlicht werden sollten.

Die aktuelle Definition der UNESCO von 2015 lautet:
„Open Educational Resources (OER) sind jegliche Arten von Lehr-Lern-Materialien, die gemeinfrei oder mit einer freien Lizenz bereitgestellt werden. Das Wesen dieser offenen Materialien liegt darin, dass jedermann sie legal und kostenfrei vervielfältigen, verwenden, verändern und verbreiten kann. OER umfassen Lehrbücher, Lehrpläne, Lehrveranstaltungskonzepte, Skripte, Aufgaben, Tests, Projekte, Audio-, Video- und Animationsformate.“
(Deutsche Übersetzung von Jöran Muuß-Merholz, 2015,
http://open-educational-resources.de/unesco-definition-zu-oer-deutsch/)

Was aber haben Bibliotheken damit zu tun?
Eine Aufgabe von Bibliotheken ist, Medien zu vermitteln, gleich welcher Art. Mit dem Medienwandel passen sich Bibliotheken durch die Entwicklung neuer Dienstleistungen und Services den die sich ändernden Anforderungen an und übernehmen neue Funktionen. Anders als bei Open Access-Veröffentlichungen, die ursprünglich vor allem den freien Zugang und die Möglichkeit des freien Rezipierens zum Ziel hatten, ist im Konzept von OER die persönliche Aneignung und das Umarbeiten der Materialien bereits enthalten. Durch Aneignung und gegebenenfalls Umformung kann das Material angepasst werden und so – auch für andere Zwecke – optimiert werden. Mit OER eröffnen Bibliotheken die Möglichkeit, Lehrmaterialien aus der ganzen Welt und aus allen Bereichen für alle nutzbar, nachnutzbar, auffindbar und zugänglich zu machen. Lernende sind damit vom Zwang der räumlichen und zeitlichen Festlegung befreit.

Bewusstsein und Bedeutung von OER für eine inklusive Bildungs- und Wissenschaftsgesellschaft sind allerdings noch unterentwickelt. Bibliotheken sollten daher zwischen Nutzern und Anbietern offener Bildungsressourcen vermitteln und zur Bewusstseinsbildung beitragen, denn nur wer OER kennt, wird danach fragen und suchen.

Für freie Bildungsmedien in Bibliotheken sprechen:

    • der praktische Nutzen, denn OER sind rund um die Uhr von jedem Ort abrufbar;
    • die kostengünstige Erstellung und Nutzung;
    • die dauerhafte Verfügbarkeit (keine Rückgabefristen);
    • ihr Potenzial des kollaborativen und partizipativen Arbeitens, indem verschiedene Personen von unterschiedlichen Orten darauf zugreifen können;
    • als Zusatzeffekt ihr Beitrag zur Schulung der IT- und Informationskompetenz, wenn Nutzer
  • auf OER zugreifen und sie bearbeiten.

Anders als es in vielen Ländern international der Fall ist, sind Bibliotheken in Deutschland bislang noch keine relevanten Partner der Bildung in Sachen OER (oder auch: freie Bildungsmedien). Dabei gewinnt das Thema OER in allen Bereichen des Lernens und der Bildung in Deutschland eine immer größere Bedeutung. Dazu hat insbesondere die Förderlinie zu OER des Bundesministeriums für Bildung (BAMF) (https://www.bmbf.de/) beigetragen. Einen Überblick über Aktivitäten, Projekte und Personen, die in Deutschland mit OER befasst sind, findet sich in der OER World Map (https://oerworldmap.org/resource/?q=Deutschland&size=20 des Hochschulbibliothekszentrum Nordrhein-Westfalen, hbz https://www.hbz-nrw.de/.

Folgende Fragen dienen als Diskussionsgrundlage beim #BIBchatDE

F1 (20:05 Uhr): Sollten sich deiner Meinung nach Bibliotheken mit OER befassen?

F2 (20:13 Uhr): Wo kann ich mich zum Thema OER in Bibliotheken informieren?

F3 (20:23 Uhr): Welche Veröffentlichungen/Materialien können Bibliotheken selbst unter freier Lizenz als OER zur Verfügung stellen?

F4 (20:33 Uhr): In anderen Ländern gibt es bereits die Berufsbezeichnung „OER-Librarian“. Was spricht dafür, was dagegen, dass auch bei uns Kolleg*innen speziell zu offenen und freien Materialien geschult werden?

F5 (20:43 Uhr): Wie können Bibliotheken ihre Nutzerinnen und Nutzer bei der Suche nach freien Bildungsmedien, der Produktion eigener Materialien oder der Bearbeitung bereits vorhandener Ressourcen unterstützen?

Quellen zur Vertiefung und Vorbereitung:

Fahrenkrog, Gabriele: „Es gibt kein Google für OER!“ – Workshop beim #OERcamp17 in Hamburg. URL: https://biboer.wordpress.com/2017/07/03/es-gibt-kein-google-fuer-oer-workshop-beim-oercamp17-in-hamburg/

Fahrenkrog, Gabriele: Reden wir (mit Nutzerinnen) über freie Bildungsmedien! Spannender Workshop beim #OERcamp17 in Köln. URL: https://biboer.wordpress.com/2017/05/19/reden-wir-mit-nutzerinnen-ueber-freie-bildungsmedien-spannender-workshop-beim-oercamp17-in-koeln/

Fahrenkrog, Gabriele: OER-Bibliothekarin – Ein neues Berufsfeld? URL: https://biboer.wordpress.com/2016/03/22/oer-bibliothekarin-ein-neues-berufsfeld/

Fahrenkrog, Gabriele: Lernort Öffentliche Bibliothek und Open Educational Resources (OER) – Zusammenbringen, was zusammen gehört. In: Informationspraxis Bd. 2, Nr. 1 (2016). DOI: https://doi.org/10.11588/ip.2016.1.26628

Fahrenkrog, Gabriele; Plieninger, Jürgen: Management von Open Educational Resources (OER) in Bibliotheken. In: Cornelia Vonhof; Konrad Umlauf (Hg.): Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, 59. Aktualisierungslieferung. Hamburg: Dashöfer, 2017. URL der ungekürzten Autor*innenfassung (PDF): https://biboer.files.wordpress.com/2018/03/oer_in_bibliotheken_embi_17318.pdf

Hapke, Thomas 2015: Open Educational Resources und Bibliotheken. URL: http://blog.hapke.de/information-literacy/open-educational-resources-und-bibliotheken/

Muuß-Merholz, Jöran; Freie Unterrichtsmaterialien finden, rechtssicher einsetzen, selbst machen und teilen, Beltz, 2018, ISBN-10: 3407630611 ISBN-13: 978-3407630612. (Ein OER-Buch, das selbst OER ist und unter freier Lizenz veröffentlicht wurde) URL: https://www.was-ist-oer.de/materialien/

Plieninger, Jürgen 2015: Suche nach Open Educational Resources. In: Bibliotheksdienst. Band 49, Heft 10-11, Seiten 1074–1077, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: 10.1515/bd-2015-0126

Plieninger, Jürgen 2015/1: Open Educational Resources als Dienstleistungen von Bibliotheken. In: Bibliotheksdienst. Band 49, Heft 12, Seiten 1173–1176, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: 10.1515/bd-2015-0142

Ankündigung 17. #BIBchatDE am 06.08.2018

Ihr habt euch beim Voting für den kommenden Bibchat für das folgende Thema entschieden:

Leitbilder in Bibliotheken – wie und wozu?

Fragen

Folgende Fragen dienen am Montag, den 6. August von 20 bis 21 Uhr als Diskussionsgrundlage:

20:05 Uhr
F1 Warum interessierst du dich für das Thema? Hat deine Bibliothek/Organisation ein Leitbild? Wenn ja, erzähle etwas darüber.

20:10 Uhr
F2 Worin siehst du die Chancen und Vorteile oder auch Risiken von Leitbildern?

20:15 Uhr
F3 Was sollte ein Leitbild beinhalten und was nicht?

20:25 Uhr
F4 Wie sollte ein Leitbild erarbeitet werden bzw. wie nicht?

20:35 Uhr
F5 Was sind geeignete Wege, um das Leitbild dem Träger, den Nutzer*innen und der Öffentlichkeit bekannt zu machen? Deine Ideen sind gefragt!

20:45 Uhr
F6 Wie kann ein Leitbild in der Bibliothek auch „gelebt“ werden, z.B. hinsichtlich des angestrebten Verhaltens der Mitarbeiter*innen gegenüber Nutzer*innen oder Kolleg*innen?

20:55 Uhr
F7 Welche Anregungen hast du noch zum Thema?

Was ist ein Leitbild?

Das Leitbild nennt die Ziele und Werte der Organisation und stellt Richtlinien für das Verhalten der Mitarbeiter*innen dar. Es trifft eine prägnante und langfristig gültige Aussage über die Identität der Bibliothek und beantwortet die Fragen, weshalb die Bibliothek existiert, was ihr Auftrag ist und welche Angebote für welche Zielgruppen mit welcher Haltung erbracht werden.

Beispiele:

Leitbild der Deutschen Nationalbibliothek
Leitbild der Staatsbibliothek zu Berlin
Leitbild der Stadtbibliothek Herrenberg
Leitbild der Münchner Stadtbibliothek
Leitbild der UB Hildesheim
Leitbild der Stadtbibliothek Nürnberg
Leitbild der UB TUM München
Leitbild der Stadtbibliothek Germering
Leitbild der Stadtbibliothek Bremen
Leitbild der Stadtbibliothek Chemnitz
Leitbild der Universitätsbibliothek RWTH Aachen
Leitbild der Stadtbücherei Ibbenbüren
Leitbild der Stadtbücherei Münster
Strategiekonzept und Leitbild der Stadtbibliothek Köln
Vision 2020: Zentralbibliothek der Zukunft (Düsseldorf)

Quellen zur Vertiefung:

Im Blog der Münchner Stadtbibliothek berichtet Anke Buettner, Leitung Programm- und Öffentlichkeitsarbeit, über das Entstehen der Vision 2020.

Eidloth, Christian: Leitbilder
Löffler, Maria: Leitbilder in Bibliotheken – eine erste Zwischenbilanz. In: Bibliotheksforum Bayern 2 (2008).
Riemer, Tracy: Visionen öffentlicher Bibliotheken in Deutschland. – Köln, Bachelorarbeit, 2014.
Rudolf Brockhaus, Sebastian Lange: Das Leitbild der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften Köln – eine Evaluation. – Köln, Masterarbeit, 2012.
Umlauf, Konrad: Das Leitbild. – Hamburg: Verlag Dashöfer GmbH , 2002.
Zschau, Gerhard ; Jobmann, Peter: Auf dem Weg zur demokratischen Bibliothek. – Berlin, Freie Univ., Masterarbeit, 2013.

Ankündigung 16. #BibChatDe am 02.07.2018

Ihr habt euch beim Voting für den kommenden BibChat für das folgende Thema entschieden:

Bibliotheken als Bollwerk der Demokratie – wie lässt sich dieser Anspruch umsetzen?“

Fragen

Folgende Fragen dienen am Montag, den 2. Juli von 20 bis 21 Uhr als Diskussionsgrundlage:

1. Bibliothek als Bollwerk der Demokratie – was versteht Ihr darunter genau?

2. Welche Maßnahmen und Projekte zur Demokratieförderung durch Bibliotheken kennt Ihr? Welche könntet Ihr Euch vorstellen?

3. Welche Kooperationspartner eignen sich für Bibliotheken, die Demokratie fördern möchten? Wie können Kooperationen erfolgreich aufgebaut werden?

4. Worin bestehen Eurer Meinung oder Erfahrung nach die Herausforderungen und Grenzen für Bibliotheken, die sich mit Demokratieförderung beschäftigen möchten?

5. Welche Erfahrungen habt Ihr mit partizipativen Maßnahmen in Bibliotheken gemacht? Wo seht Ihr Chancen und Risiken in der Nutzerbeteiligung?

Ihr wollt euch vor oder nach dem Bibchat noch etwas intensiver mit dem Thema beschäftigen?

Hier haben wir Euch noch einige weiterführende Informationen zusammengestellt:

bpb – Bundeszentrale für politische Bildung 
Anlaufstelle für Informationen und Materialien rund um Demokratie, Politik und Geschichte
Startseite der bpb 
Dossier Deutsche Demokratie

Landeszentralen für politische Bildung
Informationen und Materialien zur Förderung von Demokratie und Partizipation speziell für die Bundesländer
Liste aller Landeszentralen auf bpb
– Baden-Württemberg
Projekt Lernort Kommune – partizipative Jugendbeteiligung
Aktionstage Netzpolitik & Demokratie – Projekt in Kooperation u.a. mit der Stadtbibliothek Stuttgart
– Brandenburg
Politische Teilhabe und Bürgerbeteiligung
Jugend und Politik 
– Mecklenburg-Vorpommern
Demokatie auf Achse – der Demokratie-Bus
– Niedersachen
Projekt Let’s Play Germany
– NRW
Demokratiewerkstätte
– Rheinland-Pfalz
Bibliothek – Literaturlisten

Holtz-Ersahin, Yilmaz: Demokratieführungen in der Stadtbibliothek Duisburg (01.12.2017) in BuB
Ein Beispiel für Demokratieförderung für MigrantInnen und SchülerInnen.
http://b-u-b.de/demokratiefuehrungen/

Schuldt, Karsten ; Mumenthaler, Rudolf: Partizipation in Bibliotheken. Ein Experiment, eine Collage
LIBREAS. Library Ideas, 32 (2017).
Volltext

Zschau, Gerhard ; Jobmann, Peter: Auf dem Weg zur demokratischen Bibliothek. – Berlin, Freie Univ., Masterarb., 2013.
Leseempfehlung besonders für Kapitel 3 und 5.
http://demokratische-bibliothek.de/ 

 

Ankündigung 15. #BIBchatDE am 04.06.2018

Ihr habt euch beim Voting für den kommenden BibChat für das folgende Thema entschieden:

„Bibliotheken als Partner bei der Förderung digitaler Medienkompetenz“

Fragen

Folgende Fragen dienen am Montag, den 4. Juni von 20 bis 21 Uhr als Diskussionsgrundlage:

  1. In welchen Themenfeldern seht Ihr die Bibliotheken hauptsächlich als Partner bei der Förderung digitaler Medienkompetenz und besonders prädestiniert?
  2. Wo seht Ihr dabei die Herausforderungen von Bibliotheken, um als Partner kompetent agieren zu können?
  3. Wo seht Ihr die Abgrenzung der Aufgaben von Bibliotheken in digitaler Medienkompetenz zu den Schulen? Übernehmen Bibliotheken Aufgaben, die in den Schulen versäumt werden?
  4. Die Fähigkeit zur kritischen Reflexion von digitalen Medieninhalten („Fakenews“) ist ein drängendes Thema. Was können Bibliotheken beitragen?
  5. Welche konkreten Beispiele aus Bibliotheken kennt ihr, die Vorbild- und Nachahmungscharakter für die Vermittlung digitaler Medienkompetenz haben?
  6. Welche Partner seht ihr neben Schulen und Volkshochschulen noch für Bibliotheken?

Ihr wollt euch vor dem Bibchat noch etwas intensiver mit dem Thema beschäftigen?

Hier haben wir euch noch einige weiterführende Informationen zusammengestellt:

Was ist eigentlich Medienkompetenz?
Hier gibt es Grundlagen in Wikipedia.

„Schriftenreihe online“ der Bundeszentrale für politische Bildung: Medienkompetenz

Öffentliche Bibliotheken als Partner der Schulen
https://bibliotheksportal.de/…/bildu…/bibliothek-und-schule/

Medienkompetenzförderung durch Bibliotheken : eine traditionelle Aufgabe vor neuen Herausforderungen
https://www.brd.nrw.de/…/Starke-Bibliotheken—Medienkompet…

12 Fragen an Bettina Harling (Expertin Digitale Bibliothekspädagogik, Stadtbibliothek Mannheim)
https://media02.culturebase.org/…/Interview_Bettina_Harling…

Frank Waldschmidt-Dietz: Vornweg statt hinterher. Wie Bibliotheken den Lernwandel mitgestalten können
https://edoc.hu-berlin.de/…/AR_3178_Waldschmidt-Dietz_Prepr…

Digitale Agenda der Bundesregierung: Digitale Medienkompetenz für alle Generationen stärken

Ankündigung 14. #BIBchatDE am 07.05.2018

Ihr habt euch beim Voting für den kommenden BibChat für das folgende Thema entschieden:

Das Berufsbild von BibliothekarInnen/FaMIs im Wandel

In den bisherigen BibChats wurde bereits häufiger die Veränderungen in Bibliotheken und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Arbeit sowie die Situation für Berufsanfänger/Quereinsteiger thematisiert.

Nun soll das Berufsbild im Mittelpunkt der Diskussion stehen. Der gesellschaftliche und technologische Wandel bringt viele Umwälzungen mit sich. Die Arbeitswelt und das Freizeitverhalten ändern sich und damit auch die Ansprüche der Menschen an den Zugang zu Informationen und Medien. Digitale Medien und Infrastrukturen und der kompetente Umgang mit neuen Technologien spielen eine immer wichtigere Rolle. Die Gesellschaft wird bunter und vielfältiger, triftet aber auch zunehmend auseinander. Ohne Zweifel: All diese Veränderungen bleiben nicht ohne Folgen für den bibliothekarischen Beruf.

Wir sind gespannt, wie ihr den Wandel des Berufsbildes von BibliothekarInnen und Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMIs) erlebt.

Fragen

Folgende Fragen dienen am Montag, den 7.5. von 20 bis 21 Uhr als Diskussionsgrundlage:

  1. Welche gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen wirken sich auf das bibliothekarische Berufsbild aus? Was bedeutet das konkret für eure Arbeit?
  2. Welche Aufgaben haben FaMIs in eurer Bibliothek? Wie wird sich der Beruf weiterentwickeln?
  3. „Echt, das kann man studieren“. Was sind die Einsatzfelder von BibliothekarInnen – auch in Abgrenzung zu den FaMIs – heute und morgen?
  4. Braucht es den Master oder reicht der Bachelor? Eure Meinungen und Erfahrungen sind gefragt.
  5. Was antwortet ihr auf die Frage: „Wozu braucht es eigentlich noch BibliothekarInnen/FaMIs?“

Ihr wollt euch vor dem Bibchat noch etwas intensiver mit dem Thema beschäftigen?

Hier haben wir euch noch einige weiterführende Informationen zusammengestellt:

Literatur

Das Themenheft „Ausbildung und Berufsbild für die Bibliothek der Zukunft“ (Oktober 2017) im Bibliotheksdienst ist leider noch nicht frei zugänglich.

Welche bibliothekarischen Berufe gibt es?

Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (FaMI)

Das Berufsbild des FaMIs wandelt sich wohl am stärksten. Denn ein großer Teil der traditionellen Tätigkeiten wie Ausleihe fallen durch die Automatisierung weg. In Öffentlichen Bibliotheken übernehmen FaMIs zunehmend höherwertige und komplexere Aufgaben, betreuen Lektorate und digitale Angebote oder arbeiten im Auskunftsdienst sowie in der Bibliothekspädagogik mit. Ihre Einsatzgebiete werden dort auch deshalb ausgeweitet, weil es für die Arbeitgeber preiswert ist. Eine den Tätigkeiten entsprechende Bezahlung findet vielerorts nicht statt, obwohl die tarifrechtlichen Strukturen durch die neue Entgeltordnung theoretisch mehr Spielräume bieten.

Diplombibliothekare bzw. Bachelor-Absolventen Bibliotheks-, Informationswissenschaft

Sie befinden sich in einer nicht einfachen Sandwich-Position. Die klassischen Aufgaben Erwerbung und Erschließung werden auch in wissenschaftlichen Bibliotheken zunehmend von FaMIs übernommen. In Öffentlichen Bibliotheken löst sich die bekannte Aufgabenteilung (FaMIs: Ausleihe und Katalogisierung – Bibliothekare: Auskunftsdienst und Bestandsaufbau) immer weiter auf. Hier wie dort übernehmen BibliothekarInnen die spezialisierten Fachaufgaben und/oder Leitungsfunktionen.

Masterabsolventen Bibliotheks-, Informationswissenschaft

Wie lange wird es den typischen wissenschaftlichen Bibliothekar noch geben? Laut Konstanze Söllner ist das reine Fachreferat auf dem Rückzug. Aufgaben im Bereich Open Access sowie Forschungsdatenmanagement nehmen zu. Sie werden aber in der Ausbildung nur punktuell vermittelt. Erforderlich ist eine nachhaltige Anpassung „von einer breit angelegten postgradualen Bibliotheksausbildung hin zur Vermittlung von spezifischen Wissen verbunden mit einer deutlichen Profilierung.“ (Söllner, 2017, S. 858f.)

Spezialisierte Seiteneinsteiger

Nach wie vor dominieren Beschäftigte mit bibliothekarischen Abschlüssen. Diese arbeiten sich üblicherweise in neue Bereiche ein. Aber auch das ist im Wandel. So werden für die Aufbereitung von Forschungsdaten IT-Spezialisten oder für die Förderung von Medienkompetenz Pädagogen gesucht. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen bereichern und werden gebraucht.

Wie wirkt sich der Wandel des Berufsbildes auf die Bibliothekarische Aus- und Fortbildung aus?

Selbstverständlich muss sich auch die bibliothekarische Ausbildung wandeln. Die Anforderungen sind hoch und teilweise konträr: Vermittlung von Metakompetenzen versus Aufgreifen aktueller Trends. Wissen veraltet schneller, sodass berufsbegleitende Spezialisierungsangebote in Zukunft eine größere Rolle einnehmen müssen.

Ankündigung 13. #BIBchatDE am 02.04.2018

Streamingdienste und digitale Angebote von Bibliotheken

OnleiheOverdriveMunzingerPressreaderFreegalTigerBooksScoyoFilmfriend

Dies sind mittlerweile die bekanntesten digitalen Angebote öffentlicher Bibliotheken, um eBooks zu lesen, Hörbücher, Musik und Filme zu streamen oder herunterzuladen, sich in internationalen Zeitungen und Zeitschriften tagesaktuelle Informationen oder Rechercheergebnisse via Datenbankportal einzuholen sowie eLaerning-Angebote für den Schul,-Weiterbildungs- und Freizeitbereich zu nutzen.

Aber wer kennt diese Angebote tatsächlich? Wie wichtig sind eBooks, Datenbanken und Streamingdienste für die Bevölkerung? Welche Rolle spielen digitale Angebote von Bibliotheken oder sollten sie spielen?

Diskutiert mit uns am Montagabend, 2.4. von 20-21 Uhr über folgende Fragen:

F1 Wenn ihr in eurem persönlichen Umfeld schaut: Wie bekannt sind digitale Dienste von Bibliotheken? Welche sind bekannt, welche nutzt ihr? #bibchatde

F2 Aus welchen Gründen sollten Bibliotheken digitale Dienste bereithalten- welche Inhalte? #bibchatde

F3 Das bekannteste virtuelle Angebot öffentlicher Bibliotheken ist die Onleihe. Auf welchen Geräten nutzt ihr diese? Welche Inhalte nutzt ihr? #bibchatde

F4 Wie macht ihr als Bibliothek auf eure digitalen Dienste/Streamingdienste aufmerksam bzw sichtbar vor Ort bzw als NutzerInnen: wie seid ihr auf digitale Angebote eurer Bibliothek aufmerksam geworden? #bibchatde

F5 Wie beurteilt ihr zum einen die inhaltliche Qualität  und zum anderen die technische Handhabung dieser Dienste? #bibchatde

F6 Wenn ihr einen Wunsch hättet hinsichtlich digitaler Inhalte – welcher wäre das? #bibchatde

F7 Was sind die wichtigsten Schritte, die im Hinblick auf digitale Dienstleistungen in Bibliotheken getan werden müssen? #bibchatde

F8 Im Anbetracht der Zeit: worüber wollt ihr beim nächsten #Bibchatde diskutieren? Wir freuen uns über eure Themenvorschläge!

*Dass wissenschaftliche Bibliotheken seit vielen Jahren ihrem Fachpublikum eine ständig wachsende Anzahl von Datenbank(portalen) bietet, soll hier selbstverständlich nicht verschwiegen werden. Die folgenden Fragen können genauso von KollegInnen und NutzerInnen dieser beantwortet werden, aufgrund des hohen Anteils an VertreterInnen und NutzerInnen von ÖBs beim #BibChatDE wurden die o.g. Plattformen genannt.

Hier einige Links zur Einstimmung ins Thema:

Die Pressemitteilung des DBV anlässlich des bibliothekspolitischen Bundeskongresses „Zugang und Teilhabe im digitalen Wandel“

Informationen des DBV bzgl der Gleichstellung von eBooks zu analogen Büchern

Eine Zusammenfassung der SZ über das Abschneiden der Onleihe bei Stiftung Warentest im Mai 2017

Ein Bericht des Tagesspiegels zur Einführung des Film-Streaming-Portals Filmfriend beim VÖBB im August 2017

Eine Statistik über die Verbreitung von Streaming-Diensten in Deutschland 2017:

Ankündigung 12. #BIBchatDE am 05.03.2018

Sollen Bibliotheken sonntags öffnen (dürfen)?

Eine gute Bibliothek sollte ausreichende und bedarfsorientierte Öffnungszeiten haben. Doch bei der Frage, ob Bibliotheken auch sonntags öffnen sollen, sind Bibliotheksmitarbeiter*innen zu etwa gleichen Teilen in Befürworter*innen und Gegner*innen gespalten.

Sonntag geschlossen. So steht es an den Türen (fast) aller deutschen Bibliotheken. Was vielleicht nicht jeder weiß: Stadtbibliotheken dürfen laut Bundesarbeitszeitgesetz im Unterschied zu anderen Kultureinrichtungen oder wissenschaftlichen Präsenzbibliotheken gar nicht öffnen – zumindest nicht mit eigenem Personal.

Sollen Bibliotheken sonntags öffnen dürfen? Und wenn ja, was hätte das für Konsequenzen – für Mitarbeiter*innen und Nutzer*innen? Wir sind gespannt auf eure Meinung und Antworten auf folgende Fragen:

Zur Diskussion:

  • F 1 Welche Bedeutung hat der Sonntag für euch persönlich? Wie findet ihr es, dass der Sonntag als Tag der Ruhe gesetzlich geschützt ist und deshalb Bibliotheken im Unterschied zu Museen und Theatern nicht öffnen dürfen?
  • F 2 Welche Argumente sprechen für bzw. gegen eine Sonntagsöffnung von Bibliotheken? Seht ihr in eurem Umfeld einen Bedarf für die Sonntagsöffnung?
  • F3 In der Berliner Amerika-Gedenkbibliothek bieten freie Künstler sonntags ein kulturelles Programm an. Nebeneffekt: Bibliothek offen, Ausleihe möglich – wenn auch ohne bibliothekarisches Fachpersonal und Beratung. Was haltet ihr von diesem Modell?
  • F4 Wie beurteilt ihr den Trend der Open Library, technikgestützt (Einlass mit Bibliothekskarte, Selbstverbuchung, Kameras) zusätzliche personalfreie Öffnungszeiten anzubieten?
  • F 5 Was ist euer Fazit: Sollen Bibliotheken sonntags öffnen (dürfen?)

Mehr Informationen

hr habt euch bisher noch nicht näher mit dem Thema beschäftigt oder euch noch keine Meinung gebildet? Dann helfen euch vielleicht folgende Hintergrundinformationen:

Kritiker*innen der Sonntagsöffnung – darunter auch die Gewerkschaften – meinen u.a., dass

  • die im Grundgesetz geregelte Sonntagsruhe zum Schutz der Arbeitnehmer*innen nicht unnötig aufgeweicht werden sollte
  • die Arbeitsverdichtung der Bibliotheksbeschäftigten bereits jetzt hoch ist (regelmäßige Spät- und Samstagsdienste)
  • eine Sonntagsöffnung teuer wäre („Sonntagszuschläge“) und zwangsläufig mit einer Ausdünnung der Servicezeiten mit Fachpersonal bzw. Einschränkung wichtiger Dienstleistungen einhergehen würde
  • das Bibliotheksangebot für den Sonntag „entbehrlich“ sei, auch weil ausgeliehene Bücher und Medien im Gegensatz zu Museumsobjekten oder Theatervorstellungen nach Hause mitgenommen und damit auch sonntags genutzt werden können.

Befürworter*innen der Sonntagsöffnung – darunter auch die Bibliotheksverbände dbv und BIB – meinen, dass:

  • Bibliotheken das Recht erhalten sollen, auch am Sonntag zu öffnen, wenn es ihre Ressourcen erlauben und ihren Zielgruppen dient
  • sich die Arbeits- und Lebensbedingungen verändert haben (z.B. Ganztagsschulen) und Bibliotheken dann geöffnet haben sollen, wenn die meisten Leute Zeit für einen Besuch haben
  • für berufstätige Menschen der Sonntag eine der wenigen Gelegenheiten für einen Bibliotheksbesuch bietet
  • die Sonntagsöffnung die Rolle der Bibliotheken als Aufenthalts- und Freizeitort stärkt und eine Gleichstellung mit anderen kulturellen Orten wie Museen selbstverständlich sein sollte.

Die Erfahrungen in Modellprojekten in Mönchengladbach (Familienbibliothek Rheydt) oder Bremen sind überwiegend positiv (hohe Besucherfrequenz, längere Aufenthaltsdauer, mehr Familien, Schüler*innen, Studierende und Berufstätige), machen aber auch die Problematik der fehlenden bibliotheksfachlichen Betreuung deutlich.

In wissenschaftlichen Bibliotheken gibt es einen kleinen Trend in Richtung Sonntagsöffnung, häufig mit reduziertem Service und Fachpersonal. Dort wie auch in nordischen Ländern (z.B. Dänemark und Finnland) führen vor allem technische Entwicklungen wie die automatisierte Medienverbuchung und Zugangskontrolle zu einer Ausweitung der personalfreien Öffnungszeiten, die von den Nutzer*innen gut angenommen werden.

Auch in der Schweiz bleiben Bibliotheken in der Regel sonntags geschlossen. Eine Ausnahme bildet die Kantonsbibliothek Baselland, die seit vielen Jahren positive Erfahrungen mit der Sonntagsöffnung macht. Dort findet von Oktober bis April ein regulärer Sonntagsbetrieb mit Bibliothekspersonal statt.

Weil ein solcher regulärer Sonntagsbetrieb in Deutschland gesetzlich nicht möglich ist, geht die Amerika-Gedenkbibliothek seit neuesten einen anderen Weg. Dort bespielt das „sonntagsbureau“, eine Gruppe von Künstlern aus der Freien Szene, sonntags die Räume.

Ist die Sonntagsöffnung überhaupt nur ein Thema für große und finanzstarke Bibliotheken? In kleinen und mittleren Städten wünschen sich die Nutzer*innen zunächst einmal die Öffnung an allen Werktagen oder eine längere Samstagsöffnung. Für eine Sonntagsöffnung gibt es vielerorts (z.B. Verl) keinen Bedarf.

Noch einige Links

Positionen zur Sonntagsöffnung (BIB)

Ergebnisse der BIB-Mitgliederbefragung zur Möglichkeit einer Sonntagsöffnung in Öffentlichen Bibliotheken [veröffentlicht in BuB H. 4.2015, S. 171]

Sonntagsöffnung in kommunalen Bibliotheken (dbv)

BuB 02/2015 zur Sonntagsöffnung

Pro & Contra: Sollen Bibliotheken sonntags öffnen?

Sollen Bibliotheken auch an Sonntagen geöffnet sein?

Sonntagsöffnung in der Amerika-Gedenkbibliothek

Open Library in Bremen

Öffnet die Bibliotheken auch am Sonntag!

dbv fordert von Koalitionsparteien Unterstützung für Anliegen der Bibliotheken

Stand und Perspektive der Sonntagsöffnung in Bremen

Gedanken zur Sonntagsöffnung

Verch, Ulrike: Sonntagsöffnung von Bibliotheken

Sonntagsöffnungszeiten in öffentlichen. Bibliotheken in der Schweiz. Simone Beeler.

Immer wieder sonntags – Kantonsbibliothek Baselland

Toronto libraries extend hours — but not staffing

Ankündigung 11. #BibChatDE am 05.02.2018

In vielen Bibliotheken haben mittlerweile Makerspaces Einzug gehalten, auch wenn sie nicht immer so genannt werden. Die Grundidee, die Bibliotheken mit Makerspaces als Orte des informellen Lernens und Orte für die lokale (digitale) Community zu stärken, hat in vielen Häusern großen Erfolg (einige Beispiele in der Linkliste).

Laut Wikipedia ist „ein … MakerSpace … eine offene, demokratische Werkstatt mit dem Ziel, Privatpersonen den Zugang zu Produktionsmitteln und modernen industriellen Produktionsverfahren für Einzelstücke zu ermöglichen. Typische Geräte sind 3D-Drucker, Laser-Cutter, CNC-Maschinen, Pressen zum Tiefziehen oder Fräsen, um eine große Anzahl an unterschiedlichen Materialien und Werkstücken bearbeiten zu können („make almost everything“)…. Es gibt große Überlappungen und Kooperation mit der Open-Hardware-, Open-Source- und der DIY-Bewegung.“

Doch was heißt Makerspace in der Bibliothek ganz praktisch. Wie sind Eure Erfahrungen? Ist es tatsächlich ein wichtiger Baustein für die Bibliothek der Zukunft oder nur ein Trend?

Wir haben hier noch einige hilfreiche LInks für die Vorbereitung zusammengestellt:

Der Makerspace: Ort für Kreativität und Wissenstransfer (Beispiele)
http://b-u-b.de/makerspace/

Makerspaces in Bibliotheken: Kreativwerkstätten des 21. Jahrhunderts
https://www.goethe.de/de/kul/bib/20440837.html

Einige Beispiele für Makerspace-Angebote in Bibliotheken:
https://archiv.netzwerk-bibliothek.de/de_DE/entdecken…

Blogbeitrag: Die Makerspaces und die Bibliotheken: Über Missverständnisse und übertriebene Hoffnungen sowie einen Vorschlag zur Neuinterpretation
https://bildungundgutesleben.wordpress.com/…/die-makerspac…/

Die Bibliothek wird als Ort der Arbeit neu gedacht
http://www.netzpiloten.de/bibliothek-makerspace-coworking-…/

Über folgende Fragen wollen wir beim 11. BIBchatDE am Montag, 5.2. diskutieren:
F1) Was ist für Dich ein Makerspace, ganz persönlich?
F2) Findest Du, dass Makerspaces zu Bibliotheken dazugehören? Begründe dein Ja oder Nein.
F3) Nutzt Ihr selber Makerspaces oder FabLabs konkret in oder außerhalb von Bibliotheken und wofür?
F4) Welche Makerspaces in Bibliotheken kennt Ihr und sind für Euch positive Beispiele?
F5) Welche Angebote gehören für dich ganz praktisch in einen Makerspace in einer Bibliothek?
F6) Wie können Makerspaces in Bibliotheken aus Eurer Sicht funktionieren? Ist tatsächlich so neu oder z.T. „alter Wein in neuen Schläuchen“?

 

 

 

Ankündigung 10. #BibChatDE am 08.01.2018

Die Medienauswahl in Bibliotheken ist immer mal wieder Anlass für Diskussionen, die teilweise sehr leidenschaftlich geführt werden. Sei es, dass bestimmte Titel vermisst werden oder Anschaffungen für nicht geeignet gehalten werden. Die aktuellste Debatte findet zurzeit in Potsdam statt. In den Potsdamer Neuesten Nachrichten vom 27. Dezember 2017 kritisiert PNN-Redakteur Henri Kramer das Angebot rechtspopulistischer Bücher in der Potsdamer Stadt- und Landesbibliothek. Er schreibt: „… muss in einer Stadt, die sich bundesweit als Modellkommune im Kampf gegen den Rechtsextremismus versteht, die wichtigste Bibliothek tatsächlich Publikationen aus neurechten Verlagen anschaffen und diesen damit noch eine zusätzliche Bühne bieten, als wären solchen Bücher eine Normalität?…“ (zum Kommentar). Die Stadt- und Landesbibliothek Potsdam verweist auf das ethische Selbstverständnis von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren in Deutschland. So hat die Dachorganisation der Bibliotheks- und Informationsverbände in Deutschland (Bibliothek & Information Deutschland e.V.) im Oktober 2017 die ethischen Grundsätze für ihre Mitglieder aktualisiert. Darin heißt es unter 1. Zugang zu und Vermittlung von Information, Absatz 2

Wir setzen uns für die freie Meinungsbildung, für Pluralität und für den freien Fluss von Informationen ein, da der ungehinderte Zugang zu Informationen essentiell ist für demokratische Gesellschaften. Eine Zensur von Inhalten lehnen wir ab.

Weiter heißt es unter 2.2 zum Verhältnis zu Unterhaltsträgern:

„Wir betonen die fachliche und inhaltliche Unabhängigkeit der bibliothekarischen Arbeit von politisch motivierter oder anderer sachfremder Einflussnahme.“

Das Thema beschäftigt Bibliotheken in allen Ländern der Welt. Zwischen 2010 und 2012 hat die IFLA einen internationalen Ethikkodex erarbeitet. Dieser steht in einigen Übersetzungen zur Verfügung (hierzu mehr unter: IFLA Code of Ethics).

Aber können Bibliotheken überhaupt „neutral“ handeln? Wie frei sind wir tatsächlich bei der Angebotsgestaltung? Professor Hermann Rösch (TH Köln, jahrelanges Mitglied der IFLA-AG FAIFE (Committee on Freedom of Access to Information and Freedom of Expression)) äußerte sich dazu folgendermaßen:

„Bibliotheken aber haben keine Wahl: Sie müssen den Informationsauftrag in der demokratischen Gesellschaft wahrnehmen. Sie müssen Klarheit darüber schaffen, welche informationsethischen Grundsätze sie ihrer Arbeit zugrunde legen und in welchen Fällen mit Einschränkungen des ungehinderten Zugangs zu Informationsangeboten über Bibliotheken zu rechnen ist.“

Im ersten Bibchat in 2018 möchten wir mit euch diesen schwierigen Auftrag näher beleuchten und über die Grenzen der Neutralität im Alltag der Einrichtung Bibliothek sprechen. Eure Frage lautete: Wie politisch (neutral) sollen/dürfen Bibliotheken sein?

Folgende Fragen möchten wir als Diskussionsgrundlage in die Runde geben:

  • F1 Wie gewährleistet Ihr fachliche und inhaltliche Unabhängigkeit in der Praxis?
  • F2 Ist Euch schon mal politisch motivierte Einflussnahme begegnet?
  • F3 Habt Ihr Beispiele für Titel, die in Eurer Bibliothek bewusst nicht stehen und aus welchen Gründen kam es dazu?
  • F4 Können die selben Ethikregeln für alle Bibliothekstypen und –größen gleichermaßen gelten?
  • F5 Werden Bibliotheken den Ansprüchen des IFLA Ethikkodex in der Praxis gerecht?