Ankündigung 18. #BIBchatDE am 03.09.2018 – #Spezialchat zum Thema „OER in Bibliotheken“

OER (Open Educational Resources) in Bibliotheken – Hype oder wichtiges Thema?

Wir freuen uns auf unseren ersten BIBchatDE als  zum Thema (Open Educational Resources) in Bibliotheken mit der Moderatorin Gabriele Fahrenkrog (Bei Twitter ). Wir hatten die Idee, dass es Sinn machen würde, bei Themen die uns wichtig erscheinen, Experten zu fragen, ob sie mit uns moderieren wollen, um mit euch kompetent ins Gespräch kommen zu können. Vielen Dank an Gabriele Fahrenkrog für Ihre Bereitschaft beim #BIBchatDE mitzumachen.

Open Educational Resources (OER) oder auch freie Bildungsmedien/offene Bildungsressourcen, sind frei lizenzierte Lehr- und Lernmedien- und Materialien, die schon aufgrund des Kontextes Lehren und Lernen + Medium in den Fokus von Bibliotheken rücken sollten. Lernmedien für alle Bildungsbedarfe sind selbstverständlich Teil des Bestandes von Bibliotheken. Insbesondere auch im Bezug zum Konzept des Lebenslangen Lernens bauen Bibliotheken ihre Bestände auf und stellen Raum und technische Infrastruktur zur Verfügung, um die Nutzung unterschiedlicher Medienformen zu ermöglichen. Beschäftigte in Bibliotheken erstellen selbst Materialien für Schulungen zur Medien- und Informationskompetenz, die als OER unter freier Lizenz zur Nachnutzung veröffentlicht werden sollten.

Die aktuelle Definition der UNESCO von 2015 lautet:
„Open Educational Resources (OER) sind jegliche Arten von Lehr-Lern-Materialien, die gemeinfrei oder mit einer freien Lizenz bereitgestellt werden. Das Wesen dieser offenen Materialien liegt darin, dass jedermann sie legal und kostenfrei vervielfältigen, verwenden, verändern und verbreiten kann. OER umfassen Lehrbücher, Lehrpläne, Lehrveranstaltungskonzepte, Skripte, Aufgaben, Tests, Projekte, Audio-, Video- und Animationsformate.“
(Deutsche Übersetzung von Jöran Muuß-Merholz, 2015,
http://open-educational-resources.de/unesco-definition-zu-oer-deutsch/)

Was aber haben Bibliotheken damit zu tun?
Eine Aufgabe von Bibliotheken ist, Medien zu vermitteln, gleich welcher Art. Mit dem Medienwandel passen sich Bibliotheken durch die Entwicklung neuer Dienstleistungen und Services den die sich ändernden Anforderungen an und übernehmen neue Funktionen. Anders als bei Open Access-Veröffentlichungen, die ursprünglich vor allem den freien Zugang und die Möglichkeit des freien Rezipierens zum Ziel hatten, ist im Konzept von OER die persönliche Aneignung und das Umarbeiten der Materialien bereits enthalten. Durch Aneignung und gegebenenfalls Umformung kann das Material angepasst werden und so – auch für andere Zwecke – optimiert werden. Mit OER eröffnen Bibliotheken die Möglichkeit, Lehrmaterialien aus der ganzen Welt und aus allen Bereichen für alle nutzbar, nachnutzbar, auffindbar und zugänglich zu machen. Lernende sind damit vom Zwang der räumlichen und zeitlichen Festlegung befreit.

Bewusstsein und Bedeutung von OER für eine inklusive Bildungs- und Wissenschaftsgesellschaft sind allerdings noch unterentwickelt. Bibliotheken sollten daher zwischen Nutzern und Anbietern offener Bildungsressourcen vermitteln und zur Bewusstseinsbildung beitragen, denn nur wer OER kennt, wird danach fragen und suchen.

Für freie Bildungsmedien in Bibliotheken sprechen:

  • der praktische Nutzen, denn OER sind rund um die Uhr von jedem Ort abrufbar;
  • die kostengünstige Erstellung und Nutzung;
  • die dauerhafte Verfügbarkeit (keine Rückgabefristen);
  • ihr Potenzial des kollaborativen und partizipativen Arbeitens, indem verschiedene Personen von unterschiedlichen Orten darauf zugreifen können;
  • als Zusatzeffekt ihr Beitrag zur Schulung der IT- und Informationskompetenz, wenn Nutzer
  • auf OER zugreifen und sie bearbeiten.

Anders als es in vielen Ländern international der Fall ist, sind Bibliotheken in Deutschland bislang noch keine relevanten Partner der Bildung in Sachen OER (oder auch: freie Bildungsmedien). Dabei gewinnt das Thema OER in allen Bereichen des Lernens und der Bildung in Deutschland eine immer größere Bedeutung. Dazu hat insbesondere die Förderlinie zu OER des Bundesministeriums für Bildung (BAMF) (https://www.bmbf.de/) beigetragen. Einen Überblick über Aktivitäten, Projekte und Personen, die in Deutschland mit OER befasst sind, findet sich in der OER World Map (https://oerworldmap.org/resource/?q=Deutschland&size=20 des Hochschulbibliothekszentrum Nordrhein-Westfalen, hbz https://www.hbz-nrw.de/.

Folgende Fragen dienen als Diskussionsgrundlage beim #BIBchatDE

A1: Sollten sich deiner Meinung nach Bibliotheken mit OER befassen?

A2: Wo kann ich mich zum Thema OER in Bibliotheken informieren?

A3: Welche Veröffentlichungen/Materialien können Bibliotheken selbst unter freier Lizenz als OER zur Verfügung stellen?

A4: In anderen Ländern gibt es bereits die Berufsbezeichnung „OER-Librarian“. Was spricht dafür, was dagegen, dass auch bei uns Kolleg*innen speziell zu offenen und freien Materialien geschult werden?

A5: Wie können Bibliotheken ihre Nutzerinnen und Nutzer bei der Suche nach freien Bildungsmedien, der Produktion eigener Materialien oder der Bearbeitung bereits vorhandener Ressourcen unterstützen?

 

Quellen zur Vertiefung und Vorbereitung:

Fahrenkrog, Gabriele: „Es gibt kein Google für OER!“ – Workshop beim #OERcamp17 in Hamburg. URL: https://biboer.wordpress.com/2017/07/03/es-gibt-kein-google-fuer-oer-workshop-beim-oercamp17-in-hamburg/

Fahrenkrog, Gabriele: Reden wir (mit Nutzerinnen) über freie Bildungsmedien! Spannender Workshop beim #OERcamp17 in Köln. URL: https://biboer.wordpress.com/2017/05/19/reden-wir-mit-nutzerinnen-ueber-freie-bildungsmedien-spannender-workshop-beim-oercamp17-in-koeln/

Fahrenkrog, Gabriele: OER-Bibliothekarin – Ein neues Berufsfeld? URL: https://biboer.wordpress.com/2016/03/22/oer-bibliothekarin-ein-neues-berufsfeld/

Fahrenkrog, Gabriele: Lernort Öffentliche Bibliothek und Open Educational Resources (OER) – Zusammenbringen, was zusammen gehört. In: Informationspraxis Bd. 2, Nr. 1 (2016). DOI: https://doi.org/10.11588/ip.2016.1.26628

Fahrenkrog, Gabriele; Plieninger, Jürgen: Management von Open Educational Resources (OER) in Bibliotheken. In: Cornelia Vonhof; Konrad Umlauf (Hg.): Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, 59. Aktualisierungslieferung. Hamburg: Dashöfer, 2017. URL der ungekürzten Autor*innenfassung (PDF): https://biboer.files.wordpress.com/2018/03/oer_in_bibliotheken_embi_17318.pdf

Hapke, Thomas 2015: Open Educational Resources und Bibliotheken. URL: http://blog.hapke.de/information-literacy/open-educational-resources-und-bibliotheken/

Muuß-Merholz, Jöran; Freie Unterrichtsmaterialien finden, rechtssicher einsetzen, selbst machen und teilen, Beltz, 2018, ISBN-10: 3407630611 ISBN-13: 978-3407630612. (Ein OER-Buch, das selbst OER ist und unter freier Lizenz veröffentlicht wurde) URL: https://www.was-ist-oer.de/materialien/

Plieninger, Jürgen 2015: Suche nach Open Educational Resources. In: Bibliotheksdienst. Band 49, Heft 10-11, Seiten 1074–1077, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: 10.1515/bd-2015-0126

Plieninger, Jürgen 2015/1: Open Educational Resources als Dienstleistungen von Bibliotheken. In: Bibliotheksdienst. Band 49, Heft 12, Seiten 1173–1176, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: 10.1515/bd-2015-0142

 

#BIBchatDE meets #bibtag18

Sehen wir uns in Berlin? Das Bibchat-Team freut sich auf den persönlichen Austausch mit euch.

Zu folgenden zwei Veranstaltungen möchten wir euch sehr herzlich einladen:

Mittwoch, 13.06., 9:00 bis 9:30 Uhr im Raum IV

#BibChatDE: Ein Jahr digitales Netzwerken auf Twitter – Wo geht die Reise hin?

Nach einem Jahr Vorlauf startete im April 2017 der erste Bibchat auf Twitter mit dem Ziel, auf bibliothekspraktisches Tun aufmerksam zu machen, interdisziplinäres Netzwerken durch überregionale Kontakte zu unterstützen und Projekte multiperspektivisch, konstruktiv, aber auch kontrovers im öffentlichen Raum zu diskutieren.
Wie weit wird das Format dem in der Zielsetzung der Initiatoren formulierten Hoffnungen bislang gerecht? Wie gut klappt die Vernetzung über die Grenzen des eigenen Berufsfeldes hinaus? Gibt es einen Mehrwert gegenüber anderen Plattformen? Und wie soll es weitergehen?
Wir legen eine erste Jahresbilanz vor und begeben sich anschließend gerne in den Austausch mit dem Publikum.

Mittwoch, 13.06., 14:00-15:30 Uhr im Lab II,

Beim #BIBChatDE mitmachen. Twitter für Anfänger*innen

Unter dem TwitterAccount @BIBChatDE tauschen sich Twitteruser über Bibliotheksthemen im deutschsprachigen Raum einmal monatlich aus.
Doch wie kann ich mitmachen, wenn ich noch nie getwittert habe? Was brauche ich dazu? Wie funktioniert Twitter und die dortige Community? Was bringt mir Twitter über den #BIBchatDE hinaus für mich und meine Institution? Wie kann ich mich mit Multiplikatoren vernetzen? Dieses alles erklären und zeigen die „Macher*innen“ vom BIBChatDE im Hands-on-Labor.

#BibChatDE auf dem Bibliothekartag 2017

Am Donnerstag, den 1. Juni 2017, stellen wir auf dem Deutschen Bibliothekstag in Frankfurt das Projekt BibChat.de auf dem Podium der Verbände vor.

Wer die Möglichkeit hat, vorbeizukommen, kann die Gelegenheit gerne nutzen, sich zu informieren, uns zu fragen und  Anregungen zu geben.

Folgt uns auf Twitter, gestaltet die Themenauswahl mit, sagt und twittert es ins Land und diskutiert mit uns, wir freuen uns!

Jeden ersten Montag des Monats von 20-21 Uhr suchen wir den Austausch mit allen, die Bibliotheken spannend finden und Ideen einbringen wollen, Fragen stellen, sich mit uns vernetzen wollen. Im Vorfeld wird ein Thema ausgewählt und los geht’s.

Dirk, Marlene, Stephan und Tanja