Unser Rückblick auf den 7. #BibChatDE

 

Die Oktober-Ausgabe des BibChat war wieder einmal gut besucht. Mit etwa 60 Twitter-Nutzern haben wir uns dem Thema „Bibliotheken und Soziale Medien – Vernetzung in der Filterblase oder wirklicher Mehrwert für die Nutzer? widmen. Es wurden fast 500 Tweets und ReTweets veröffentlicht und wir konnten es immerhin auf Platz 3 der Deutschland-Trends schaffen. Dem Thema angemessen, kam man miteinander ins Gespräch und hat nicht nur die eigene Sicht geschildert. Insbesondere über die  Social Media Auftritten der Kolleg*innen der Büchereien Wien wurde sehr kontrovers diskutiert. Einige Stimmen dazu findet Ihr hier und hier. Eine noch größere Auswahl mit Tweets zu allen Fragen findet Ihr auf Storify unter: https://storify.com/BIBChatDE/7-bibchatde/

Die am meisten verwendeten Sozialen Netzwerke sind Facebook, Twitter und Instagram. Das Bibliotheksblog gehört wohl auch dazu, wurde von vielen aber erst im zweiten Tweet genannt. Dienste wie Snapchat, Pinterrest und WhatsApp wurden zwar erwähnt, sind aber nicht so sehr verbreitet. Als besonders gute Auftritte wurden z.B. @buechereiwien oder @slubdresden auf Twitter; der Instagram-Auftritt der @stabi_erlangen; oder auch die Facebook-Auftritte der Bücherschubsen und der Stadtbücherei Bad Salzuflen genannt. Bei den Bücherschubsen handelt es sich um einen Verbund von drei Bibliotheken aus den Gemeinden Enger, Hiddenhausen und Werther (NRW).

Die Social Media Auftritte von Bibliotheken dienen in aller Regel dem Netzwerken, der Sichtbarmachung der eigenen Arbeit, sowie der Begnung auf Augenhöhe mit den eigenen Kunden. Diese haben die Möglichkeit die Bibliothek(smitarbeiter) auf einer anderen Ebene kennenzulernen, hinter die Kulissen der Einrichtung zu schauen und direkter mit den Mitarbeiter*innen zu kommunizieren. Schnell und unkompliziert soll es sein. Als Problematisch wurde vor allem der (nicht vorhandene) Datenschutz gesehen. Die Nutzung von sensiblen Daten hat deshalb auch Auswirkungen auf die Dienstleistungen, die von Bibliotheken angeboten werden. Nicht alles was technisch möglich ist, wird auch umgesetzt. Wichtig ist hier, dass ein bewusster Umgang mit den persönlichen Daten wichtig ist. Die Teilnehmer haben es aber nicht als Ausschlusskriterium gesehen (was bei einer Diskussion auf einer Social Media Plattform nicht weiter überrascht). Die Arbeitsbelastung zur Betreuung verschiedener Plattformen, sowie die Erwartung, dass die Mitarbeiter immer direkt reagieren, wurden kritisch angemerkt.

An dieser Stelle nochmals einen ganz herzlichen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ich bin schon auf das Thema des nächsten Chats gespannt.

UNSER RÜCKBLICK AUF DEN 6. #BIBCHATDE

Im 6. Bibchat stand das Thema Arbeit 4.0 im Fokus. Wir haben die Diskussion wieder in einem Storify übersichtlich zum Nachlesen aufbereitet.

Es wurde insgesamt mit 63 Teilnehmer*innen kontrovers diskutiert und auf die Fragen und untereinander gab es bei Twitter 197 Antworten. Es waren wieder überwiegend Leute aus der Öffentlichen Bibliotheken dabei. Wir würden uns gern noch mehr „BIBchatter“ aus wissenschaftlichen Bibliotheken wünschen. Auch einige Nutzer haben sich beteiligt. Das liegt uns sehr am Herzen und freut uns sehr. Vielen Dank dafür! Insgesamt wieder eine tolle Diskussion, die diesmal auch kontrovers geführt wurde.

Denn der #Bibchatde startete gleich damit, dass einige Twitterer eine Definition von Arbeit 4.0 vermisst haben und sich nicht sicher waren, worüber sie diskutieren sollten. Uns zeigte sich dabei eben genau der Prozess, in dem wir stecken, wo Unsicherheiten herrschen, weil derzeit so viel in Veränderung stattfindet.

Für viele bedeutet Arbeit 4.0 in der direkten Erfahrung in den Bibliotheken heute digitaler Informationsfluss und digitale Informationsvermittlung, ebenso aber auch Personalabbau durch Automatisierung oder die Öffnung der Bibliothek für fachfremde Mitarbeiter*innen. Insbesondere die neue Aushandlung des Verhältnisses von Freizeit-Arbeit-Familie wurde angesprochen, eine Problemstellung, die sicher nicht nur in Bibliotheken durch die Digitalisierung aufgekommen ist. Eine Veränderung der Team-Zusammenarbeit oder gar „Digital Leadership“ wurde nicht stark thematisiert – hier ergab sich aus der Diskussion der Eindruck, dass hier noch viel Nachholbedarf in den Bibliotheken besteht.

Ganz praktische Fragen und Wünsche waren, den Dienstkalender z.B. auch extern nutzen zu können und die digitale Kommunikation in der Bibliothek zu verbessern. Ebenso eine stärkere Partizipation von Nutzerinnen und Nutzern und auch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Es wurde angemerkt, dass derzeit mehr neue Aufgaben dazukommen und zu wenig, alte Aufgaben wegfallen. Eine Aufgabenkritik in den Bibliothek scheint überfällig.

Bei der Frage, welche Tätigkeiten in Bibliotheken wegfallen sollten, herrschte viel Übereinstimmung, „klassische“ Dienstleitungen wie Katalogisierung und Systematisierung zusammenzulegen, zu vereinfachen und zu zentralisieren – das sollte jede Bibliothek nicht mehr unbedingt selbst machen.

Bei der Frage nach einer weiteren Automatisierung über rein mechanische Tätigkeiten hinaus, wurden Automatisierungen im Kundenservice im Kontakt mit Menschen eher kritisch gesehen. Bei dem Vorschlag, Systeme wie Siri oder Alexa im Kundenservice für orientierende Fragen zu nutzen, herrschte eine kontroverse Diskussion auch bezogen auf die Datensicherheit.Das Thema Arbeit 4.0 war einigen auch zu komplex und die Diskussion „zu schwammig“, es wurde angemerkt, dass viel Hintergrundwissen für dieses Thema notwendig sei – das vielleicht gar nicht alle hätten.

Abschließend möchten wir euch noch mal auf unser Bibchat-Archiv hinweisen. Es enthält Tweets, die mit dem Hashtag #BIBchatDE veröffentlicht wurden. Ihr könnt den Zeitraum eingrenzen und nach Themen oder Nutzern recherchieren. Vielen Dank Dirk Ehlen für das Einrichten! Es hat mir die Auswertung des Chats sehr erleichtert.


Die Themenauswahl für den nächsten 7. BIBchatDE am 2. Oktober folgen in Kürze.

UNSER RÜCKBLICK AUF DEN 5. #BIBCHATDE

Im 5. Bibchat stand das Thema Bibliothek als Ort im Fokus.

Wir haben die Diskussion wieder in einem Storify übersichtlich zum Nachlesen aufbereitet. Es enthält auch einige weiterführende Informationen und Links.

Trotz Urlaubszeit war der Chat gut besucht. Über 70 haben mitgemacht. Es waren wieder überwiegend Leute aus der ÖB-Community dabei. Wir würden uns gern noch mehr Beteiligung aus wissenschaftlichen Bibliotheken wünschen. Auch einige Bibliotheksnutzer haben ihre Meinung geäußert. Das liegt uns sehr am Herzen. Vielen Dank dafür!

Was macht die Bibliothek als Ort attraktiv? Neben gutem Raumklima, Licht, WLAN, Kaffee, Ruhezonen und funktionierender Technik, ist es vor allem die gelebte Willkommenskultur seitens der Beschäftigten, die zur Wohlfühlatmosphäre beiträgt. Vielerorts fehlt es jedoch an ausreichenden Kapazitäten für eine Ausweitung der Öffnungszeiten. Dies führt dazu, dass die Menschen, die sich in den teils gut ausgestatteten „öffentlichen Wohnzimmern“ aufhalten wollen, häufig vor verschlossenen Türen stehen. Können servicefreie Zeiten eine Lösung sein? Viele ziehen eine offene Bibliothek ohne Fachpersonal einer geschlossenen Bibliothek vor. Es gibt aber auch Gegenstimmen. Vor allem die Sonntagsöffnung wird kontrovers gesehen.

Vielfältige Veranstaltungen für alle Altersklassen prägen den Ort Bibliothek. Auf die klassische Autorenlesung will – zumindest in großen Bibliotheken – kaum jemand verzichten, weil sie einzigartige Autoren-Begegnungen ermöglicht. Daneben werden auch andere Formate ausprobiert: vom Krimidinner bis zum literarischen Spaziergang. Mitmachwerkstätten oder Repair-Cafés bieten Raum für kreatives Tun. Sie werden idealerweise von „Experten“ aus der Gemeinschaft betrieben. Die Bibliothek kann sich gemeinsam mit weiteren Institutionen auch als Ort für den gesellschaftlichen Diskurs positionieren, indem sie in Veranstaltungen einen Austausch zu Themen wie Citizen Science, Fake News, Digitaler Wandel, Informationskompetenz oder Migration ermöglicht.

Wie können die Menschen vor Ort bei der Gestaltung der Bibliothek beteiligt werden? Vom Ideenboard bis zu Gesprächsgruppen reichen die Vorschläge. Die Bibliothek kann die Leute auch bitten, per Foto den schönsten und scheußlichsten Ort der Bibliothek zu dokumentieren. Unabhängig von der verwendeten Methode geht es darum, Beteiligung auch Taten folgen zu lassen und die Bibliothek, im Rahmen ihres Auftrags und unter Berücksichtigung der Nutzerbedürfnisse weiterzuentwickeln.

Abschließend möchten wir euch noch mal auf unser Bibchat-Archiv hinweisen. Es enthält Tweets, die mit dem Hashtag #BIBchatDE veröffentlicht wurden. Ihr könnt den Zeitraum eingrenzen und nach Themen oder Nutzern recherchieren. Vielen Dank Dirk Ehlen für das Einrichten! Es hat mir die Auswertung des Chats sehr erleichtert.

Die Themen für den nächsten 6. BIBchatDE am 4. September folgen in Kürze.

UNSER RÜCKBLICK AUF DEN 4. #BIBCHATDE

Das Thema des 4. BIBChatDE lautete Aufbau von interdisziplinären Netzwerken und Communities – aber wie?  Dieses Mal werden wir den vergangenen BIBChatDE nicht nur aus unserer Sicht zusammenfassen, sondern möchten Euch mit einer kuratierten Liste veröffentlichter Tweets auf Storify einen Überblick zum Chat geben. Ihr könnt uns gerne hier oder auf Twitter Eure Meinung zu dieser Art Aufbereitung verraten. Das Storify findet Ihr hier: https://storify.com/BIBChatDE/4-bibchatde

Der Chat war dieses Mal etwas weniger stark besucht. Etwa 50 Teilnehmer konnten wir verzeichnen (einige Chatbots, die uns mittlerweile auch auf ihrem Radar haben, wurden abgezogen). Dennoch kam es zu einem sehr guten Austausch. Im Laufe des Chats wollte ich herausfinden, wie Ihr Euer Netzwerk aufbaut bzw. bespielt. Viele von Euch versuchen ständig die Augen offen zu halten und durchstöbern deshalb vor allem Soziale Netzwerke (Twitter und Facebook-Gruppen) und Blogs, besuchen aber auch gezielt Konferenzen, Stammtische oder Community-Abende. Auch, wenn es für Einige nicht so leicht ist,  so ist es die direkte Ansprache, die den größten Erfolg verspricht. Dabei sollte man nicht nur den eigenen Vorteil im Blick haben, sondern vor allem auch dem Gesprächspartner etwas anbieten. So wurde auch darauf hingewiesen, dass es wichtig ist, die eigene Sichtbarkeit zu verstärken. Das gelingt vielen durch eigene Beiträge (auf Blogs oder in Sozialen Netzwerken) oder Wortmeldungen bei Veranstaltungen. Einige haben den wertvollen informellen Austausch im inoffiziellen Teil von Veranstaltungen hingewiesen. Alle sind sich darüber einig, dass Netzwerken nicht ausschließlich in der Dienstzeit erfolgen kann. Dennoch konnten einige Berichten, dass es durchaus Zeit dafür gibt. Das zeigt, dass die Bedeutung des Netzwerkens verstanden wird.

Zu guter Letzt haben wir noch etwas für Euch. Ein Tweet-Archiv. Der Tipp stammt von Christian Hauschke und wurde von Stephan Schwering und Tanja Erdmenger auf dem letzten BibCamp mitgenommen. An dieser Stelle nochmals vielen Dank für den Hinweis. Ihr könnt ab sofort alle Tweets (die seit dem 12. Juni 2017 mit dem Hashtag #BIBChatDE veröffentlicht wurden) unter der folgenden Adresse nachlesen: https://goo.gl/SE9EWV

Die Themen für den nächsten BIBChatDE folgen in Kürze.

UNSER RÜCKBLICK AUF DEN 3. #BIBCHATDE

Der dritte BibChat am 5. Juni mit dem Thema „Raus aus der Bibliothek. Wo sollen Bibliotheken morgen aktiv sein?“ war wieder einmal eine tolle Diskussion. Diesmal schaffte es der Bibchat auf Platz 3 in die deutschen Twittercharts. Gegen den Apple-Event und das Manchester-Konzert konnte man nicht angekommen.

Es war wieder einmal beeindruckend, mit welcher Leidenschaft die Bibliotheksthemen diskutiert wurden und insbesondere dieses Thema polarisierte an der ein oder anderen Stelle und zeigte noch einmal deutlich, in welchem Veränderungsprozess zwischen Tradition und Erneuerung die Bibliotheken stehen.

Es gab tolle Ideen, wo Bibliotheken außerhalb der Bibliotheksräume aktiv sein sollten, z.B. gab es den Vorschlag der Friedhofsbibliothek, die Idee einer Öffentlichen Bibliothek an Unis (Studenten wollen auch Unterhaltung), einer Bibliothek im Zug und öffentlichem Nahverkehr und Wartezonen. Aber auch die in Deutschland seit Jahren unbefriedigende Situation der Schulbibliotheken wurde angesprochen: Natürlich gehören Bibliotheken auch viel stärker in die Schulen!

Herausgehen aus der Bibliothek fanden viele wichtig. Auf den Treffen der (digitalen) Communites wie auf der Republica, aber auch bei den Treffen zur kulturellen Bildung seien Bibliotheken häufig unterrepräsentiert. Um überhaupt interessant zu sein, müssen Bibliotheken erst einmal die Bereitschaft haben herauszugehen, sollten die Bibliotheken neugieriger werden, „mehr Mensch sein, Ziele mal beiseite lassen, sich einlassen.“ Sicher etwas, was vielen Bibliothekar*innen schwer fällt.

Es wurde ebenso die Imageänderung angemahnt, aber auch betont, dass der Wandel ja da sein, man aber nichts forcieren solle, denn für Viele sei die Bibliothek auch immer noch ein Ort der Stille und des Lesens und nicht nur der (lauten) Kommunikation.

Besonders gefreut hat uns, dass der #EDChatDE (unser großes Vorbild) einen Tag später ebenfalls über ein Bibliotheksthema gechattet hat (Bibliothek als Lernort), das hat uns sehr beflügelt.

Dennoch treibt uns gerade ein Thema um, wie sichern wir die Nachhaltigkeit der BibChats? Wie dokumentieren wir und halten es fest, was gesagt wurde. Den Hinweis fanden wir sehr gut und bleiben an dieser Thematik weiter dran. Versprochen. Bleibt uns gewogen und verbreitet schon mal den Termin des vierten #BIBChatsDE am Montag, 3. Juli. Eine Abstimmung über Themen erfolgt in den nächsten Tagen.

UNSER RÜCKBLICK AUF DEN 2. #BIBCHAT

Bereits unsere Ankündigung des 2. BibChats wurde wieder so fleißig retweeted und auf Facebook geteilt, dass wir uns erst mal dafür sehr herzlich bedanken! Ihr seid toll und habt dafür gesorgt, dass wir bereits vor einer Veröffentlichung in Fachmagazinen und Werbung vor realem Publikum (1. Juni auf dem Biblkothekartag 13:30 Uhr, Podium der Verbände) über 500 Follower haben.
Und die haben trotz Feiertag wieder intensiv mitgetwittert und diskutiert bei der Frage nach Veränderungen in Bibliotheken:
Viel hat sich getan in den letzten Jahren in der Bibliothekswelt, da waren sich Nutzer/innen und Mitarbeiter/innen einig. Als besonders herausragende Veränderung wurde der Einzug digitaler Medien konstatiert. Dies erfordert seitens der Bibliotheksmitarbeiter/innen zunehmend technische Kenntnisse, um die Handhabung von eMedien auf verschiedensten Geräten und Plattformen zu vermitteln, bei Datenbanken ist die Expertise bei der Recherche unabdingbar.
Zeiten und Frequenz von Bibliotheksbesuchen verlagern sich, auch die Ganztagsschule spielt hier eine Rolle.

Leser/innen freuen sich über die Möglichkeit der 24-Stunden-Nutzung digitaler Medien, die für viele Zwecke gar keinen Besuch der Bibliothek mehr nötig macht.

Auf der anderen Seite wird genau der ORT Bibliothek für viele wichtiger: als Lernort, als Treffpunkt mit Gleichgesinnten und für die Vielzahl von Veranstaltungen, die in Bibliotheken angeboten werden.

Und egal in welcher Form – ob analog oder digital: Einigkeit herrscht über die weiterhin zentrale Bedeutung von Medien und Inhalten. Eine Bibliothek ohne sichtbaren Medien konnte sich niemand im Chat vorstellen. Das Bibliothekspersonal bleibt gefragt und geschätzt mit seiner Kompetenz beim Auffinden, Eingrenzen, Erkennen und Einschätzen von relevanten Quellen. Dass hier auch die Qualität von Katalog(dat)en eine wichtige Rolle spielt, ist vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt einen eigenen BibChat wert 😉

Eine zunehmende Vielfalt an gefragten Qualifikationen auch jenseits der Betreuung des immer umfangreicher werdenden Pools an technischen Gerätschaften wurde auch konstatiert. Was und wen man sich dabei mit ins Bibliotheksboot nehmen sollte, will vielleicht auch nochmal genauer beleuchtet werden.
Wer offen gegenüber Neuerungen steht, sieht sowohl die technischen Entwicklungen als auch die Öffnung in andere Felder jenseits der Buchbereitstellung als spannende Herausforderung, doch wie auch in anderen Berufen bleibt die Aufgabe, weniger affine KollegInnen mitzunehmen auf die Reise in die Zukunft.
Die Idee, die stattfindenden Veränderungen als Chance zu begreifen und somit auch zum Erhalt von Bibliotheken und des Berufstandes beizutragen, kann sicher nicht oft genug kommuniziert werden.

Zahlreiche Entwicklungen wie die RFID-Verbuchung setzen Zeitkontingente in der Bibliothek frei ; auch wenn dabei viel in die Vermittlungsarbeit neuer Angebote oder auch Aktionen der Leseförderung, Medien- und Recherchekompetenz fließen muss, wünschen sich viele KollegInnen seitens ihrer Vorgesetzten ausreichend Freiräume zum Ausprobieren, auch zum Netzwerken mit potentiellen und bereits bestehenden Kooperationspartnern, um weitere Serviceideen entwickeln zu können, die Nutzerinnen und MitarbeiterInnen gleichermaßen Spaß machen können, sei es z.B. die Möglichkeit zu bieten, in virtual und augmented realities einzutauchen, Makerspaces einzurichten oder auf andere Weise, Bibliotheksbesucher auch aktiv an Angeboten teilhaben zu lassen.

Toll finden viele BibChatler die vielfältigen neuen Mögllichkeiten, mit denen sie mittlerweile mit NutzerInnen in Kontakt treten können. Über Social-Media-Kanäle und die digitalen Angebote wurden und werden neue NutzerInnen gewonnen, die unser Publikum noch bunter machen.
Abschließend seien zwei Tweets zitiert, die sicher den Wunsch von allen ausdrücken, die in Bibliotheken arbeiten: „wer einmal die Bibliothek gefunden hat, bleibt“ und „Menschen machen immer den Unterschied“ – auch oder gerade in einer Zeit von schnellen und stetigen Veränderungen.

UNSER RÜCKBLICK AUF DEN 1. #BIBCHATDE

Montag, 3. April, kurz vor 20 Uhr: Endlich sollte das Experiment #BIBchatDE starten. Mit Herzklopfen saßen wir Initiatoren und Moderatoren vor unseren Tweetdecks.
Wir ahnten bereits, dass wir nicht alleine bleiben würden, denn die Ankündigung hatte Kreise gezogen und Tag für Tag kamen neue @bibchatde-Follower hinzu.

Es waren dann über 100 Teilnehmer. Und dazu kamen noch weitere stille Mitleser, wie wir aus persönlichen Rückmeldungen erfuhren. Diese Resonanz hat uns schlichtweg überwältigt. Und uns ging es wie vielen anderen auch: Bei all den vorbeirauschenden Tweets fiel es schwer, den Überblick zu behalten. Eine Stunde und 800 #BIBchatDE-Tweets später war klar: Das müssen wir in Ruhe auswerten.

Obwohl wir schon Jahre auf Twitter unterwegs sind und glaubten, dort praktisch jeden zu kennen, der sich mit Bibliotheksthemen beschäftigt, stellten wir fest, dass das Netzwerk doch um einiges größer ist, als angenommen. Diese Community zu entdecken, und sich gegenseitig zu vernetzen, ist ein positiver Nebeneffekt, der zeigt, dass #BIBchatDE über den eigentlichen Twitter-Chat hinausgeht und weiterführenden Austausch und Informationsgewinn ermöglicht.

Die Mehrheit der Teilnehmer arbeitet in Bibliotheken, aber es haben durchaus auch Bibliotheksnutzer und Interessierte mitdiskutiert. Das gefällt uns sehr, denn wir wollen mit diesem Format nicht nur der Fachcommunity den Austausch erleichtern, sondern auch die Stimmen von „außen“ hören.

Zu Wort gemeldet haben sich auch Auszubildende und Studierende. Das ist gut, weil sich hier neben dem Bibcamp ein weiterer „Kommunikationsort“ für Berufseinsteiger und Erfahrene etablieren kann.

Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass auch die Macher von #EDchatDE dabei waren. Unser gemeinsames Thema ist die Bildung. So wurde bereits beim ersten #BIBchatDE über bibliothekspädagogische Aspekte, wie Medienkompetenz im Kontext von Fake News, diskutiert.

Wir haben gemerkt: Es gibt viel Stoff für weitere Chats.

Vielen Dank für das viele Lob und den Zuspruch. Vielen Dank aber auch für eure konstruktive Kritik, die wir uns zu Herzen nehmen. Es stimmt: Unser erstes Thema „Warum noch Bibliotheken? Es gibt doch Google!“ war sehr allgemein gehalten. Die Fragen haben vielleicht zu viele vom eigentlichen Thema wegführende Aspekte gestreift. Die nächsten Themen sollen enger formuliert sein und damit tiefere Diskussionen erlauben. In Zukunft könnt ihr selbst über die Themen abstimmen. Wir stellen euch im Vorfeld Informationen zum kommenden Thema zusammen. Wer möchte, kann sich also vorbereiten. Ob wir bei der Anzahl der Fragen bleiben ist noch offen und wird vielleicht auch themenspezifisch variieren. Bei unserem Vorbild #EDchatDE funktioniert das Prinzip, ein Hauptthema in Unterfragen zu gliedern, seit Jahren gut. Auch wir werden Erfahrungen sammeln, dazulernen und das Format gemeinsam mit euch weiterentwickeln. Wir freuen uns auch über aktive Unterstützer, z.B. für die Auswertung und Dokumentation der Twitter-Chats.

Die große Resonanz hat uns motiviert, das Experiment fortzusetzen: Am Montag, den 1. Mai geht es um 20 Uhr weiter mit dem 2. #BIBchatDE. Wir hoffen, ihr seid mit der gleichen Begeisterung wieder mit dabei.

Vielen Dank euch allen, dass ihr euch auf den Twitter-Chat eingelassen und ihn mit Leben gefüllt habt. Twittert gerne weiter unter #BIBchatDE. Und berichtet anderen davon: euren Kollegen, Nutzern, Partnern, Entscheidungsträgern und allen, denen Bibliotheken wichtig sind.