Unser Rückblick auf den 15. #BIBChatDE : Bibliotheken als Partner bei der Förderung digitaler Medienkompetenz

Beim 15. Bibchat ging es um das Thema, wie Bibliotheken bei der Förderung von digitaler Medienkompetenz als Partner auftreten können. Als klassischer Ort zur außerschulischen Leseförderung nehmen die Bibliotheken die Herausforderung der Förderung der digitalen Medienkompetenz an und fungieren hier häufig als Partner mit anderen.

Bei Shorthand Social gibt es eine kleine Zusammenfassung einiger Tweets der Diskussion:

Bei den Themenfeldern zur „Digitalen Medienkompetenz“ waren sich viele im BibChat einig, dass Bibliotheken als niedrigschwellige Orte die Menschen dabei unterstützen können, die komplexerwerdende Medienwelt zu verstehen und verantwortungsvoll zu nutzen. Sie können Angste und Hemmschwellen zu digitaler Technik abbauen, in dem sie  beraten, Möglichkeiten zum Ausprobieren geben oder Experten einladen.

Als Herausforderung in den Bibliotheken im Bereich digitaler Medienkompetenz wurde im Chat häufig die Qualifikation der Bibliotheksmitarbeiter*innen genannt und das ständige Up-to-date bleiben bei der rasanten technischen Entwicklung. Letztendlich braucht es technische Ressourcen und aktuelle Ausstattung, personelle Ressourcen und kompetente MItarbeiter*innen. Besonders wichtig erschien den meisten, dass es Konzepte und den Mut erfordert, etwas Neues probieren zu wollen.

Aufgaben der Bibliotheken sahen viele in der außerschulischen Funktion, wie z.B. Lesen und erzählen mit digitalen Medien soll Spaß machen. In der Bibliothek kann man das anbieten, was in der Schule nicht geht, mehr Edutainment. In der Bibliothek können Kinder z.B. das Wissen anwenden, vertiefen und womöglich den Eltern zeigen.
Es wurde aber auch genannt, dass Bibliotheken beispielsweise im Bereich der Sozialen Medien aktiv sein sollten, um dort als Anker für die Menschen zu dienen und als Informations- und Recherchespezialisten ansprechbar zu sein.

Viele Beispiele, was in Bibliotheken bereits passiert, wurden genannt: Die „Digitale Werkstadt“ der Stadtbibliothek Köln; das „LibraryLab“ der Stadtbüchereien Düsseldorf; Best-Practise-Beispiele im Rahmen der Veranstaltungsreihe „#totaldigital„, die Bibliotheken in Straubing, Augsburg, Pfaffenhofen/Ilm, Kaufbeuren, Erlangen; die Angebote der Stadtbibliothek Kreuztal, wie z.B. Comic-App-Workshop oder Gaming für Senioren, das mobile Bibliothekslabor der Stadtbibliothek Mannheim und das VR-Projekt für Geflüchtete der Hochschule Fresenius in Köln in Kooperation mit der Stadtbibliothek Köln.

Mögliche Kooperationspartner für die Bibliotheken von den berichtet wurde, sind alle Kinder- und Jugendeinrichtungen, Wikipedia, Open Knowledge Foundation, Fablabs, Seniorennetz, Coderdojo-Community, Kreisjugendring, Hochschulen, Vereine und Einzelpersonen, zusammengefasst, „alle an Aufklärung interessierte Organisationen“.

Unser Rückblick auf den 14. BIBchatDE – Das Berufsbild im Wandel

Der 14. Bibchat drehte sich um das Berufsbild von bibliothekarischen Fachkräften. In Zeiten der Digitalisierung und gesellschaftlicher Umbrüche stehen die Mitarbeiter*innen in Bibliotheken vor neuen Herausforderungen, welche mit Veränderungen im Selbstverständnis und im Aufgabenprofil von Fachangestellten für Medien und Informationsdienste und Bibliothekar*innen einhergehen.

Wir haben die Diskussion vom 7. Mai 2018 hier wieder übersichtlich zum Nachlesen aufbereitet:

Das hohe Tempo der technologischen Veränderungen und das rasche Veralten von Wissen impliziert, dass Ausbildung bzw. Studium lediglich ein Fundament für den Berufsweg schaffen und berufliche Qualifikationen weiterentwickelt werden müssen. In Bibliotheken führt dies zum einen zur Spezialisierung von Mitarbeiter*innen und zum anderen zu einer intensiveren Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern.

Die Hierarchien zwischen FaMIs und Bibliothekar*innen werden flacher, zumindest in Öffentlichen Bibliotheken. Dort übernehmen FaMIs neben den klassischen Tätigkeiten (Theke, Einstellen, Erwerbung etc.) zunehmend Aufgaben in der Veranstaltungs- und Öffentlichkeitsarbeit, in der Beratung oder im Lektorat. Damit eröffnen sich mehr Möglichkeiten, entsprechend der individuellen Fähigkeiten eingesetzt zu werden. Leider geht dies nicht immer mit einer fairen Bezahlung für entsprechende Tätigkeiten einher.

Was sind die Einsatzfelder von studierten Bibliothekar*innen? Sie definieren sich vor allem über den Verantwortungsgrad – etwa in Hinblick auf Personalführung oder Projektleitung, aber auch über berufsspezifisches Zusatzwissen.

Braucht es den Master oder reicht der Bachelor? Überraschend war für mich der Wunsch nach einer erneuten Differenzierung in ÖB/WB beim Bachelor, da ich dies persönlich in meinem Diplom-Studium als unnötig einschränkend erlebt habe.

Viele äußerten Zweifel an der Sinnhaftigkeit eines rein bibliothekarischen Masters. Stattdessen wurden zwei alternative Modelle präferiert:

  • Fachspezifischer Bachelor, danach Bibliotheks-Master (bisher nur im WB-Bereich üblich) oder
  • Bibliotheks-Bachelor, danach Spezialisierungs-Master z.B. (Medien-)Pädagogik

Wir sind gespannt, wie sich die Ausbildungsmöglichkeiten und das Berufsbild weiterentwickeln werden und bedanke uns bei allen, die diesen Bibchat mitgestaltet oder verfolgt haben.

Unser Rückblick auf den 12. #BIBchatDE – Sonntagsöffnung in Bibliotheken

Sollen Bibliotheken sonntags öffnen dürfen? Und wenn ja, was hätte das für Konsequenzen – für Mitarbeiter*innen und Nutzer*innen? Am 5. März 2018 haben sich ca. 50 Teilnehmer*innen durchaus kontrovers über das Thema Sonntagsöffnung von Bibliotheken ausgetauscht.

Wir haben den gesamten Bibchat für euch mit dem Tool Shorthand zum Nachlesen dokumentiert:

An dieser Stelle belassen wir es deshalb bei einer kurzen Zusammenfassung.

Bibliotheken sind sonntags fast immer geschlossen. Ein wesentlicher Grund dafür ist die im Grundgesetz geregelte Sonntagsruhe. Prinzipiell ist es für viele nicht einsichtig, warum Museen und Theater öffnen dürfen, Stadtbibliotheken aber nicht. Andererseits schätzen viele auch den Sonntag als garantiert arbeitsfreien Ruhe- und Familientag.

Es gibt zahlreiche Argumente für bzw. gegen eine Sonntagsöffnung. Einige von den Teilnehmer*innen haben zudem von ihren positiven Erfahrungen mit der Sonntagsöffnung berichtet, z.B. in Siegburg, Wetzlar, Bielefeld oder ausländischen Bibliotheken.

Viele sprechen sich dafür aus, dass Bibliotheken zumindest das Recht erhalten sollen, sonntags zu öffnen, auch wenn vielerorts allein schon wegen fehlenden Ressourcen eine Sonntagsöffnung mit Bibliothekspersonal nicht realisierbar wäre.

Umstritten ist die Alternative eine Öffnung ohne Personal, mit entsprechender Sicherheits- und Ausleihtechnik, zu realisieren. Der aktuelle Modellversuch der Berliner Amerika-Gedenkbibliothek – Sonntagsöffnung mit Veranstaltungsprogramm – ist eine andere Option.

Ein überlegenswertes Szenario für die Zukunft: Die Schaffung von frei zugänglichen und gestaltbaren Räumen mit Bibliothek und weiteren Kulturschaffenden, in denen sich die Menschen ohne Konsumzwang in ihrer Freizeit beschäftigen können, auch am Sonntag.

Bei der abschließenden Positionierung schlugen wohl nicht nur in meiner Brust zwei Herzen. Die Mehrheit der Chat-Teilnehmer*innen hat sich jedoch für die Möglichkeit einer Sonntagsöffnung ausgesprochen.

Unser Rückblick auf den 11. #BIBchatDE – Makerspaces in Bibliotheken

Wir danken nochmals allen für die Teilnahme am letzten #BIBchatDE am 5. Februar zum Thema „Makerspaces in Bibliotheken – was heißt das praktisch?“

Wir haben für Euch diesmal eine Auswertung auf „SocialShorthand“ erstellt und hoffen es gefällt Euch. Bis zum 5. März beim nächsten #BIBchatDE!

https://social.shorthand.com/BIBChatDE/jgvaw3sALj/11-bibchatde

 

Unser Rückblick auf den 10. #BibchatDE

Zunächst möchte ich mich bei allen Teilnehmern des letzten Bibchats bedanken. Es war eine sehr intensive Runde, in der wir auch Stimmen außerhalb des Bibliothekswesens hören konnten. Ich freue mich auch, dass wir über die Kommentarfunktion auch vorab einige Meinungen gewinnen konnten. Es war sicher kein leichtes Thema. Marlene Neumann schrieb zum Schluss

Damit wir eine Diskussionsgrundlage hatten, verwiesen wir auf den Ifla Ethikkodex und veröffentlichten drei Zitate, die uns besonders relevant erschienen.

Den Volltext findet man hier: https://t.co/O1eaZS4sjq

Zunächst wollten wir wissen, wie Ihr die Unabhängigkeit der Bibliothek und eurer Arbeit gewährleistet. Ihr nanntet da Richtlinien, die als Entscheidungsgrundlagen herangezogen werden und die insbesondere die Ausgewogenheit und Unabhängigkeit der Entscheidungen des Bibliothekspersonals gewährleisten sollen. Im besten Falle sind diese Richtlinien öffentlich. Daneben gilt es alle nötigen Informationen zu sammeln und darauf basierend Entscheidungen zu treffen. Häufig wurde hier die Berufspraxis und Erfahrung genannt, die hier eine große Rolle zu spielen scheint. Eine Einflussnahme von außen haben einige noch nicht erlebt. Eine mögliche politische Einflussnahme auf die Sammlung oder andere Bereiche der Bibliothek haben alle Teilnehmer mit „Nein“ antworten können. Es gibt dennoch Fälle in denen Versucht wurde, bestimmte Inhalte politischer oder religiöser Strömungen oder anderer Weltanschauungen in die Bibliotheken zu bringen. Es sei aber bei den Versuchen geblieben.

Dann haben wir nach Beispielen für Titel gefragt, die bewusst nicht in der Bibliothek stehen und wie es dazu ist. Alle Teilnehmer haben deutlich gemacht, dass auch kontroverse Titel in eine Bibliothek gehören. Insbesondere Öffentliche Bibliotheken, die sich nicht auf ein spezielles Sammelgebiet berufen können, tragen Verantwortung. Nicht nur die Auswahl, sondern auch die Art der Bereitstellung und Beschreibung sind wichtig.

In Erlangen hat man z.B. gegen Akif Pirinçcis „Deutschland von Sinnen“. Dabei wurde lange kontrovers im Team diskutiert. Die Entscheidung beruhte auf den menschenverachtenden Inhalten und dem verrohten Sprachstil. Wer das Buch lesen möchte, erhält den Hinweis auf die Fernleihe. Interessanterweise wurden bei der Frage auch oft die limitierten Mittel als Entscheidungsgrundlage herangezogen.

Unterstehen die verschiedenen Bibliothekstypen denn unterschiedlichen ethischen Grundsätzen? Interessanterweise wurde hier sofort eine gewisse Verpflichtung dem Unterhaltsträger (z.B. Konfessionelle Bibliotheken) bzw. dem Bibliothekszweck (Forschungsbibliotheken) und dem Beschäftigungsverhältnis (Angestellte oder Beamte) zugesprochen. Es gäbe aber einen gemeinsamen Wertebezug. Zum Schluss wollten wir noch wissen, ob unsere Bibliotheken den Ansprüchen des IFLA Ethikkodex gerecht werden können. An dieser Stelle möchte ich Herrn Spieler zitieren, der die Antworten sehr gut zusammenfasst:

Mit Sicherheit kann kaum eine Bibliothek von sich behaupten, sämtliche Ethik-Richtlinen einzuhalten! Die jüngst in BuB 11/2017 publizierten Regeln des BID sind (glaub ich) noch schärfer. Gut so, wir sind nicht perfekt, aber wir sollten daran arbeiten! (Martin Spieler)

UNSER RÜCKBLICK AUF DEN 9. BIBCHATDE

Im 9. Bibchat standen Berufsanfänger und Quereinsteiger im Mittelpunkt der Diskussion. Unter den 25 TeilnehmerInnen waren ein knappes Drittel QuereinsteigerInnen. Zum Nachlesen der Beiträge eignet sich das Storify. Die Tweets können auch über unser Archiv gelesen werden: goo.gl/SE9EWV

In Bibliotheken ist viel Bewegung, auch personell. Vielerorts wird über Nachwuchsmangel geklagt. Die Situation wird sich in den nächsten Jahren noch verschärfen. Gute Zeiten also für alle diejenigen, die gern in einer Bibliothek arbeiten würden und die gefragten Qualifikationen und Erfahrungen mitbringen. Aber wie begehrt ist es, in einer Bibliothek zu arbeiten? Viele reizt die Vielfalt der Tätigkeiten im Umfeld von Mensch, Literatur und Digitalisierung. Auch die Idee der Bibliothek als nichtkommerzieller Bildungsort, der Zugang zu Informationen bietet und Raum für Begegnung schafft, ist ein sinnstiftender Faktor.

Schon immer haben in Bibliotheken Menschen aus verschiedenen Berufsfeldern zusammengearbeitet. Zunehmend gefragt sind IT-Fachleute (z.B. für digitale Langzeitarchivierung, Open Access oder Forschungsdatenmanagement) und Pädagogen (z.B. für die Förderung von Medien- und Lesekompetenz).

Wie gelingt der Berufseinstieg? Es wurden einige konkrete Tipps fürs erste Arbeitsjahr in einer Bibliothek gegeben. Die Kunst besteht darin, alles Neue aufzunehmen, sich einzugliedern und mit anzupacken, und gleichzeitig mit dem frischen Blick von außen neue Ideen einzubringen. Neulinge sollten zudem alle Vernetzungsmöglichkeiten nutzen und auch weiterbildungstechnisch am Ball bleiben.

Die bibliothekarische Ausbildung (einschließlich Studium) soll auf der Höhe der Zeit sein, auch bei technischen Entwicklungen. Hier empfiehlt sich die Einbindung von Praktikern und Experten in die Lehre. Die Ausbildung kann jedoch nicht auf jedes mögliche Einsatzgebiet optimal vorbereiten und keine zukünftigen Entwicklungen vorwegnehmen. Ihre Aufgabe liegt in der Vermittlung eines stabilen und breiten fachlichen Fundaments sowie in der Förderung von Metakompetenzen. Ziel sollte sein, den Nachwuchs zu motivieren, sich den wandelnden Herausforderungen der Bibliotheks- und Informationsbranche immer wieder neu selbstdenkend und -handelnd zu stellen. Also auf zur lebenslangen Bildung… und zum nächsten Bibchat!

Der 10. Bibchat wird ausnahmsweise nicht am ersten Montag des Monats stattfinden, sondern am Montag, den 8. Januar. Wir hoffen, ihr seid auch im nächsten Jahr wieder dabei und wünschen euch von Herzen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Vorher könnt ihr noch abstimmen, welches Thema am 8. Januar 2018 um 20 Uhr diskutiert werden soll.

Unser Rückblick auf den 8. #BibChatDE

Am ersten Novembermontag beteiligten sich wieder über 30 Twitterer aktiv eine Stunde lang am Thema „Wie sehen BürgerInnen, die Bibliotheken gar nicht nutzen, Bibliotheken und wie könnte man sie erreichen?“ und setzten rund 500 Tweets ab. Damit haben wir es bei Trendinalia wieder mal bis auf Platz 4 der DeutschlandCharts geschafft.

Erfreulicherweise hat das viele Teilen der mittlerweile über 800 Follower und noch ein entsprechender kurzfristiger Aufruf-Tweet tatsächlich eine Reihe „Nicht-Nutzer“, die auf Twitter unterwegs sind, auf den Plan gerufen und diese haben sich engagiert in die Diskussion eingebracht.
Genau das wünschen wir uns! Und genau das macht den Unterschied aus zu anderen Plattformen: der Austausch mit Leuten, die wir nicht unbedingt auf dem Schirm haben, mit Argumenten, die wir zwar vielleicht kennen, aber die wir in der Diskussion ernsthaft austauschen können und die uns zum Nachdenken bringen über neue Wege  oder auch einfach „nur“ zur Horizonterweiterung.

Dies an der Stelle auch deshalb explizit genannt, um den Statements, die regelmäßig von einigen wenigen eingebracht werden, zu begegnen, die sich im Bibchat eine stärkere Fachdiskussion gewünscht hätten. Aber wir haben immer hier und in allen Veröffentlichungen kundgetan, dass unser Hauptanliegen ist, mit NutzerInnen, MultiplikatorInnen, KooperationspartnerInnen ins Gespräch zu kommen und uns speziell auch mit Nicht-Bibliothekswesen vernetzen zu wollen. Dass dies natürlich erst mal über unsere persönlichen Filterblasen, die nun mal sehr bibliothekarisch geprägt sind, erfolgt, kann und soll nicht vermieden werden.

Insbesondere die Eingangsfragen über die Gründe des Nicht-(mehr)-Nutzens von Bibliotheken (Zeitmangel, lese nicht, kein passendes Angebot, umständliche Ausleihprozesse..) und die Attribute, die Bibliotheken zugeordnet werden (langweilig, verstaubt…), wurde deutlich, dass eine große Unkenntnis über die derzeitigen Angebote von Bibliotheken zu herrschen scheint und die Eindrücke bzgl. Bibliotheken von vielen viele Jahre zurückliegen, sei es aus der Zeit der eigenen Kindheit oder der, in der die eigenen Kinder noch klein waren.

Auf die Frage, was eine Bibliothek bieten müsste, damit sie attraktiver wird und bisherige Nichtnutzer sie besuchen, wurden als sehr entscheidend genannt:

  • erweiterte Öffnungszeiten bzw. mehr Öffnungszeiten in Richtung Abendstunden und Wochenende
  • besserer Zustand und höhere Aktualität der Bücher/Medien
  • mehr Marketing für noch nicht so bekannte Angebote wie Onleihe etc.
  • Auftreten der MitarbeiterInnen

Wer in einer Bibliothek arbeitet, weiß an welchen Stellschrauben mehr oder weniger gedreht werden kann, aber insbesondere dem letztgenannten Punkt sollte sich jede/r Bibliotheksaktive kritisch stellen und gegebenenfalls vor Ort thematisieren.

Entsprechend der oben genannten Problemfelder wurden eine Vielzahl an Ideen und Anregungen eingebracht hinsichtlich Werbemaßnahmen, Wiedergewinnungskampagnen verlorener NutzerInnen und immer wieder dem deutlichen Appell, die eigene Bibliothek als Ort zu stärken, Partner für vielfältige Kooperationen zu sein oder zu werden und auch „nach draußen“ zu gehen – sowohl real als auch online sich mehr zu vernetzen – (SIC #bibchatde).

Einen Großteil der Beiträge kann in unserem Storify jederzeit nachverfolgt werden. Über einige Ideen und mögliche Maßnahmen wird man sich sicher in weiteren Bibchats austauschen können.

Unser Rückblick auf den 7. #BibChatDE

 

Die Oktober-Ausgabe des BibChat war wieder einmal gut besucht. Mit etwa 60 Twitter-Nutzern haben wir uns dem Thema „Bibliotheken und Soziale Medien – Vernetzung in der Filterblase oder wirklicher Mehrwert für die Nutzer? widmen. Es wurden fast 500 Tweets und ReTweets veröffentlicht und wir konnten es immerhin auf Platz 3 der Deutschland-Trends schaffen. Dem Thema angemessen, kam man miteinander ins Gespräch und hat nicht nur die eigene Sicht geschildert. Insbesondere über die  Social Media Auftritten der Kolleg*innen der Büchereien Wien wurde sehr kontrovers diskutiert. Einige Stimmen dazu findet Ihr hier und hier. Eine noch größere Auswahl mit Tweets zu allen Fragen findet Ihr auf Storify unter: https://storify.com/BIBChatDE/7-bibchatde/

Die am meisten verwendeten Sozialen Netzwerke sind Facebook, Twitter und Instagram. Das Bibliotheksblog gehört wohl auch dazu, wurde von vielen aber erst im zweiten Tweet genannt. Dienste wie Snapchat, Pinterrest und WhatsApp wurden zwar erwähnt, sind aber nicht so sehr verbreitet. Als besonders gute Auftritte wurden z.B. @buechereiwien oder @slubdresden auf Twitter; der Instagram-Auftritt der @stabi_erlangen; oder auch die Facebook-Auftritte der Bücherschubsen und der Stadtbücherei Bad Salzuflen genannt. Bei den Bücherschubsen handelt es sich um einen Verbund von drei Bibliotheken aus den Gemeinden Enger, Hiddenhausen und Werther (NRW).

Die Social Media Auftritte von Bibliotheken dienen in aller Regel dem Netzwerken, der Sichtbarmachung der eigenen Arbeit, sowie der Begnung auf Augenhöhe mit den eigenen Kunden. Diese haben die Möglichkeit die Bibliothek(smitarbeiter) auf einer anderen Ebene kennenzulernen, hinter die Kulissen der Einrichtung zu schauen und direkter mit den Mitarbeiter*innen zu kommunizieren. Schnell und unkompliziert soll es sein. Als Problematisch wurde vor allem der (nicht vorhandene) Datenschutz gesehen. Die Nutzung von sensiblen Daten hat deshalb auch Auswirkungen auf die Dienstleistungen, die von Bibliotheken angeboten werden. Nicht alles was technisch möglich ist, wird auch umgesetzt. Wichtig ist hier, dass ein bewusster Umgang mit den persönlichen Daten wichtig ist. Die Teilnehmer haben es aber nicht als Ausschlusskriterium gesehen (was bei einer Diskussion auf einer Social Media Plattform nicht weiter überrascht). Die Arbeitsbelastung zur Betreuung verschiedener Plattformen, sowie die Erwartung, dass die Mitarbeiter immer direkt reagieren, wurden kritisch angemerkt.

An dieser Stelle nochmals einen ganz herzlichen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ich bin schon auf das Thema des nächsten Chats gespannt.

UNSER RÜCKBLICK AUF DEN 6. #BIBCHATDE

Im 6. Bibchat stand das Thema Arbeit 4.0 im Fokus. Wir haben die Diskussion wieder in einem Storify übersichtlich zum Nachlesen aufbereitet.

Es wurde insgesamt mit 63 Teilnehmer*innen kontrovers diskutiert und auf die Fragen und untereinander gab es bei Twitter 197 Antworten. Es waren wieder überwiegend Leute aus der Öffentlichen Bibliotheken dabei. Wir würden uns gern noch mehr „BIBchatter“ aus wissenschaftlichen Bibliotheken wünschen. Auch einige Nutzer haben sich beteiligt. Das liegt uns sehr am Herzen und freut uns sehr. Vielen Dank dafür! Insgesamt wieder eine tolle Diskussion, die diesmal auch kontrovers geführt wurde.

Denn der #Bibchatde startete gleich damit, dass einige Twitterer eine Definition von Arbeit 4.0 vermisst haben und sich nicht sicher waren, worüber sie diskutieren sollten. Uns zeigte sich dabei eben genau der Prozess, in dem wir stecken, wo Unsicherheiten herrschen, weil derzeit so viel in Veränderung stattfindet.

Für viele bedeutet Arbeit 4.0 in der direkten Erfahrung in den Bibliotheken heute digitaler Informationsfluss und digitale Informationsvermittlung, ebenso aber auch Personalabbau durch Automatisierung oder die Öffnung der Bibliothek für fachfremde Mitarbeiter*innen. Insbesondere die neue Aushandlung des Verhältnisses von Freizeit-Arbeit-Familie wurde angesprochen, eine Problemstellung, die sicher nicht nur in Bibliotheken durch die Digitalisierung aufgekommen ist. Eine Veränderung der Team-Zusammenarbeit oder gar „Digital Leadership“ wurde nicht stark thematisiert – hier ergab sich aus der Diskussion der Eindruck, dass hier noch viel Nachholbedarf in den Bibliotheken besteht.

Ganz praktische Fragen und Wünsche waren, den Dienstkalender z.B. auch extern nutzen zu können und die digitale Kommunikation in der Bibliothek zu verbessern. Ebenso eine stärkere Partizipation von Nutzerinnen und Nutzern und auch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Es wurde angemerkt, dass derzeit mehr neue Aufgaben dazukommen und zu wenig, alte Aufgaben wegfallen. Eine Aufgabenkritik in den Bibliothek scheint überfällig.

Bei der Frage, welche Tätigkeiten in Bibliotheken wegfallen sollten, herrschte viel Übereinstimmung, „klassische“ Dienstleitungen wie Katalogisierung und Systematisierung zusammenzulegen, zu vereinfachen und zu zentralisieren – das sollte jede Bibliothek nicht mehr unbedingt selbst machen.

Bei der Frage nach einer weiteren Automatisierung über rein mechanische Tätigkeiten hinaus, wurden Automatisierungen im Kundenservice im Kontakt mit Menschen eher kritisch gesehen. Bei dem Vorschlag, Systeme wie Siri oder Alexa im Kundenservice für orientierende Fragen zu nutzen, herrschte eine kontroverse Diskussion auch bezogen auf die Datensicherheit.Das Thema Arbeit 4.0 war einigen auch zu komplex und die Diskussion „zu schwammig“, es wurde angemerkt, dass viel Hintergrundwissen für dieses Thema notwendig sei – das vielleicht gar nicht alle hätten.

Abschließend möchten wir euch noch mal auf unser Bibchat-Archiv hinweisen. Es enthält Tweets, die mit dem Hashtag #BIBchatDE veröffentlicht wurden. Ihr könnt den Zeitraum eingrenzen und nach Themen oder Nutzern recherchieren. Vielen Dank Dirk Ehlen für das Einrichten! Es hat mir die Auswertung des Chats sehr erleichtert.


Die Themenauswahl für den nächsten 7. BIBchatDE am 2. Oktober folgen in Kürze.