Über MNeumann

Hallo, mein Name ist Marlene Neumann. Studiert habe ich Bibliotheks- und Informationswissenschaften in Leipzig und Berlin. Bei Twitter bin ich als @marlene_n unterwegs. Dort gefällt mir der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen sowie mit allen Bibliotheksinteressierten. Mir ist es wichtig den eigenen Horizont weiten, Informationen teilen und gemeinsam über die Rolle der Bibliothek reflektieren zu können. Die Anregungen und Denkanstöße nutze ich für meine Arbeit als Verantwortliche für Bibliotheksentwicklung, Qualitätsmanagement und digitale Medien in der Erlanger Stadtbibliothek. Meine beruflichen Schwerpunkte sind außerdem: Öffentlichkeits- und Veranstaltungsarbeit, Lektorat, Informationsdienst, Online-Kommunikation und Bibliothekspädagogik. Privat interessiere ich mich für das Welt- und Zeitgeschehen, Kultur und Literatur. Ich reise gern und mag die Fränkische Schweiz, das Wandern und Biergärten.

ABSTIMMUNG FÜR DEN 13. #BIBCHATDE

Hier könnt ihr für das Thema des 13. #BIBchatDE am Montag, den 2. April abstimmen.

Bitte den Tweet, der dein Wunschthema enthält, einfach faven (bis Freitag, 23.03.):

Unser Rückblick auf den 12. #BIBchatDE – Sonntagsöffnung in Bibliotheken

Sollen Bibliotheken sonntags öffnen dürfen? Und wenn ja, was hätte das für Konsequenzen – für Mitarbeiter*innen und Nutzer*innen? Am 5. März 2018 haben sich ca. 50 Teilnehmer*innen durchaus kontrovers über das Thema Sonntagsöffnung von Bibliotheken ausgetauscht.

Wir haben den gesamten Bibchat für euch mit dem Tool Shorthand zum Nachlesen dokumentiert:

An dieser Stelle belassen wir es deshalb bei einer kurzen Zusammenfassung.

Bibliotheken sind sonntags fast immer geschlossen. Ein wesentlicher Grund dafür ist die im Grundgesetz geregelte Sonntagsruhe. Prinzipiell ist es für viele nicht einsichtig, warum Museen und Theater öffnen dürfen, Stadtbibliotheken aber nicht. Andererseits schätzen viele auch den Sonntag als garantiert arbeitsfreien Ruhe- und Familientag.

Es gibt zahlreiche Argumente für bzw. gegen eine Sonntagsöffnung. Einige von den Teilnehmer*innen haben zudem von ihren positiven Erfahrungen mit der Sonntagsöffnung berichtet, z.B. in Siegburg, Wetzlar, Bielefeld oder ausländischen Bibliotheken.

Viele sprechen sich dafür aus, dass Bibliotheken zumindest das Recht erhalten sollen, sonntags zu öffnen, auch wenn vielerorts allein schon wegen fehlenden Ressourcen eine Sonntagsöffnung mit Bibliothekspersonal nicht realisierbar wäre.

Umstritten ist die Alternative eine Öffnung ohne Personal, mit entsprechender Sicherheits- und Ausleihtechnik, zu realisieren. Der aktuelle Modellversuch der Berliner Amerika-Gedenkbibliothek – Sonntagsöffnung mit Veranstaltungsprogramm – ist eine andere Option.

Ein überlegenswertes Szenario für die Zukunft: Die Schaffung von frei zugänglichen und gestaltbaren Räumen mit Bibliothek und weiteren Kulturschaffenden, in denen sich die Menschen ohne Konsumzwang in ihrer Freizeit beschäftigen können, auch am Sonntag.

Bei der abschließenden Positionierung schlugen wohl nicht nur in meiner Brust zwei Herzen. Die Mehrheit der Chat-Teilnehmer*innen hat sich jedoch für die Möglichkeit einer Sonntagsöffnung ausgesprochen.

Ankündigung 12. #BIBchatDE am 05.03.2018

Sollen Bibliotheken sonntags öffnen (dürfen)?

BIBchatDE Sonntagsöffnung

Eine gute Bibliothek sollte ausreichende und bedarfsorientierte Öffnungszeiten haben. Doch bei der Frage, ob Bibliotheken auch sonntags öffnen sollen, sind Bibliotheksmitarbeiter*innen zu etwa gleichen Teilen in Befürworter*innen und Gegner*innen gespalten.

Sonntag geschlossen. So steht es an den Türen (fast) aller deutschen Bibliotheken. Was vielleicht nicht jeder weiß: Stadtbibliotheken dürfen laut Bundesarbeitszeitgesetz im Unterschied zu anderen Kultureinrichtungen oder wissenschaftlichen Präsenzbibliotheken gar nicht öffnen – zumindest nicht mit eigenem Personal.

Sollen Bibliotheken sonntags öffnen dürfen? Und wenn ja, was hätte das für Konsequenzen – für Mitarbeiter*innen und Nutzer*innen? Wir sind gespannt auf eure Meinung und Antworten auf folgende Fragen:

Zur Diskussion:

  • F 1 Welche Bedeutung hat der Sonntag für euch persönlich? Wie findet ihr es, dass der Sonntag als Tag der Ruhe gesetzlich geschützt ist und deshalb Bibliotheken im Unterschied zu Museen und Theatern nicht öffnen dürfen?
  • F 2 Welche Argumente sprechen für bzw. gegen eine Sonntagsöffnung von Bibliotheken? Seht ihr in eurem Umfeld einen Bedarf für die Sonntagsöffnung?
  • F3 In der Berliner Amerika-Gedenkbibliothek bieten freie Künstler sonntags ein kulturelles Programm an. Nebeneffekt: Bibliothek offen, Ausleihe möglich – wenn auch ohne bibliothekarisches Fachpersonal und Beratung. Was haltet ihr von diesem Modell?
  • F4 Wie beurteilt ihr den Trend der Open Library, technikgestützt (Einlass mit Bibliothekskarte, Selbstverbuchung, Kameras) zusätzliche personalfreie Öffnungszeiten anzubieten?
  • F 5 Was ist euer Fazit: Sollen Bibliotheken sonntags öffnen (dürfen?)

Mehr Informationen

hr habt euch bisher noch nicht näher mit dem Thema beschäftigt oder euch noch keine Meinung gebildet? Dann helfen euch vielleicht folgende Hintergrundinformationen:

Kritiker*innen der Sonntagsöffnung – darunter auch die Gewerkschaften – meinen u.a., dass

  • die im Grundgesetz geregelte Sonntagsruhe zum Schutz der Arbeitnehmer*innen nicht unnötig aufgeweicht werden sollte
  • die Arbeitsverdichtung der Bibliotheksbeschäftigten bereits jetzt hoch ist (regelmäßige Spät- und Samstagsdienste)
  • eine Sonntagsöffnung teuer wäre („Sonntagszuschläge“) und zwangsläufig mit einer Ausdünnung der Servicezeiten mit Fachpersonal bzw. Einschränkung wichtiger Dienstleistungen einhergehen würde
  • das Bibliotheksangebot für den Sonntag „entbehrlich“ sei, auch weil ausgeliehene Bücher und Medien im Gegensatz zu Museumsobjekten oder Theatervorstellungen nach Hause mitgenommen und damit auch sonntags genutzt werden können.

Befürworter*innen der Sonntagsöffnung – darunter auch die Bibliotheksverbände dbv und BIB – meinen, dass:

  • Bibliotheken das Recht erhalten sollen, auch am Sonntag zu öffnen, wenn es ihre Ressourcen erlauben und ihren Zielgruppen dient
  • sich die Arbeits- und Lebensbedingungen verändert haben (z.B. Ganztagsschulen) und Bibliotheken dann geöffnet haben sollen, wenn die meisten Leute Zeit für einen Besuch haben
  • für berufstätige Menschen der Sonntag eine der wenigen Gelegenheiten für einen Bibliotheksbesuch bietet
  • die Sonntagsöffnung die Rolle der Bibliotheken als Aufenthalts- und Freizeitort stärkt und eine Gleichstellung mit anderen kulturellen Orten wie Museen selbstverständlich sein sollte.

Die Erfahrungen in Modellprojekten in Mönchengladbach (Familienbibliothek Rheydt) oder Bremen sind überwiegend positiv (hohe Besucherfrequenz, längere Aufenthaltsdauer, mehr Familien, Schüler*innen, Studierende und Berufstätige), machen aber auch die Problematik der fehlenden bibliotheksfachlichen Betreuung deutlich.

In wissenschaftlichen Bibliotheken gibt es einen kleinen Trend in Richtung Sonntagsöffnung, häufig mit reduziertem Service und Fachpersonal. Dort wie auch in nordischen Ländern (z.B. Dänemark und Finnland) führen vor allem technische Entwicklungen wie die automatisierte Medienverbuchung und Zugangskontrolle zu einer Ausweitung der personalfreien Öffnungszeiten, die von den Nutzer*innen gut angenommen werden.

Auch in der Schweiz bleiben Bibliotheken in der Regel sonntags geschlossen. Eine Ausnahme bildet die Kantonsbibliothek Baselland, die seit vielen Jahren positive Erfahrungen mit der Sonntagsöffnung macht. Dort findet von Oktober bis April ein regulärer Sonntagsbetrieb mit Bibliothekspersonal statt.

Weil ein solcher regulärer Sonntagsbetrieb in Deutschland gesetzlich nicht möglich ist, geht die Amerika-Gedenkbibliothek seit neuesten einen anderen Weg. Dort bespielt das „sonntagsbureau“, eine Gruppe von Künstlern aus der Freien Szene, sonntags die Räume.

Ist die Sonntagsöffnung überhaupt nur ein Thema für große und finanzstarke Bibliotheken? In kleinen und mittleren Städten wünschen sich die Nutzer*innen zunächst einmal die Öffnung an allen Werktagen oder eine längere Samstagsöffnung. Für eine Sonntagsöffnung gibt es vielerorts (z.B. Verl) keinen Bedarf.

Noch einige Links

Positionen zur Sonntagsöffnung (BIB)

Ergebnisse der BIB-Mitgliederbefragung zur Möglichkeit einer Sonntagsöffnung in Öffentlichen Bibliotheken [veröffentlicht in BuB H. 4.2015, S. 171]

Sonntagsöffnung in kommunalen Bibliotheken (dbv)

BuB 02/2015 zur Sonntagsöffnung

Pro & Contra: Sollen Bibliotheken sonntags öffnen?

Sollen Bibliotheken auch an Sonntagen geöffnet sein?

Sonntagsöffnung in der Amerika-Gedenkbibliothek

Open Library in Bremen

Öffnet die Bibliotheken auch am Sonntag!

dbv fordert von Koalitionsparteien Unterstützung für Anliegen der Bibliotheken

Stand und Perspektive der Sonntagsöffnung in Bremen

Gedanken zur Sonntagsöffnung

Verch, Ulrike: Sonntagsöffnung von Bibliotheken

Sonntagsöffnungszeiten in öffentlichen. Bibliotheken in der Schweiz. Simone Beeler.

Immer wieder sonntags – Kantonsbibliothek Baselland

Toronto libraries extend hours — but not staffing

ABSTIMMUNG FÜR DEN 12. #BIBCHATDE

Hier könnt ihr für das Thema des 12. #BIBchatDE am Montag, den 05.03.2018 abstimmen.

Bitte den Tweet, der Dein Wunschthema enthält, einfach faven (bis Freitag, 23.02.2018):

ABSTIMMUNG FÜR DEN 10. #BIBCHATDE

Hier könnt ihr für das Thema des 10. #BIBchatDE am 08.01.2018 abstimmen.

Bitte den Tweet, der Dein Wunschthema enthält, einfach faven (bis Dienstag, 19.12.2017):

UNSER RÜCKBLICK AUF DEN 9. BIBCHATDE

Berufsanfänger und Quereinsteiger in Bibliotheken Rückblick

Im 9. Bibchat standen Berufsanfänger und Quereinsteiger im Mittelpunkt der Diskussion. Unter den 25 TeilnehmerInnen waren ein knappes Drittel QuereinsteigerInnen. Zum Nachlesen der Beiträge eignet sich das Storify. Die Tweets können auch über unser Archiv gelesen werden: goo.gl/SE9EWV

In Bibliotheken ist viel Bewegung, auch personell. Vielerorts wird über Nachwuchsmangel geklagt. Die Situation wird sich in den nächsten Jahren noch verschärfen. Gute Zeiten also für alle diejenigen, die gern in einer Bibliothek arbeiten würden und die gefragten Qualifikationen und Erfahrungen mitbringen. Aber wie begehrt ist es, in einer Bibliothek zu arbeiten? Viele reizt die Vielfalt der Tätigkeiten im Umfeld von Mensch, Literatur und Digitalisierung. Auch die Idee der Bibliothek als nichtkommerzieller Bildungsort, der Zugang zu Informationen bietet und Raum für Begegnung schafft, ist ein sinnstiftender Faktor.

Schon immer haben in Bibliotheken Menschen aus verschiedenen Berufsfeldern zusammengearbeitet. Zunehmend gefragt sind IT-Fachleute (z.B. für digitale Langzeitarchivierung, Open Access oder Forschungsdatenmanagement) und Pädagogen (z.B. für die Förderung von Medien- und Lesekompetenz).

Wie gelingt der Berufseinstieg? Es wurden einige konkrete Tipps fürs erste Arbeitsjahr in einer Bibliothek gegeben. Die Kunst besteht darin, alles Neue aufzunehmen, sich einzugliedern und mit anzupacken, und gleichzeitig mit dem frischen Blick von außen neue Ideen einzubringen. Neulinge sollten zudem alle Vernetzungsmöglichkeiten nutzen und auch weiterbildungstechnisch am Ball bleiben.

Die bibliothekarische Ausbildung (einschließlich Studium) soll auf der Höhe der Zeit sein, auch bei technischen Entwicklungen. Hier empfiehlt sich die Einbindung von Praktikern und Experten in die Lehre. Die Ausbildung kann jedoch nicht auf jedes mögliche Einsatzgebiet optimal vorbereiten und keine zukünftigen Entwicklungen vorwegnehmen. Ihre Aufgabe liegt in der Vermittlung eines stabilen und breiten fachlichen Fundaments sowie in der Förderung von Metakompetenzen. Ziel sollte sein, den Nachwuchs zu motivieren, sich den wandelnden Herausforderungen der Bibliotheks- und Informationsbranche immer wieder neu selbstdenkend und -handelnd zu stellen. Also auf zur lebenslangen Bildung… und zum nächsten Bibchat!

Der 10. Bibchat wird ausnahmsweise nicht am ersten Montag des Monats stattfinden, sondern am Montag, den 8. Januar. Wir hoffen, ihr seid auch im nächsten Jahr wieder dabei und wünschen euch von Herzen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Vorher könnt ihr noch abstimmen, welches Thema am 8. Januar 2018 um 20 Uhr diskutiert werden soll.

ANKÜNDIGUNG 9. #BIBCHATDE AM 4.12.2017

Berufsanfänger und Quereinsteiger in Bibliotheken

Ihr habt euch beim Voting für den kommenden BibChat für das folgende Thema entschieden:

Berufsanfänger und Quereinsteiger in Bibliotheken: Was sind die Chancen, was gilt es zu berücksichtigen?

Um in einer Bibliothek zu arbeiten, gibt es verschiedene Wege, die man gehen kann. Üblicherweise absolviert man dafür entweder

  • die Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMI)
  • ein Bachelor-Studium in Bibliotheks- und Informationswissenschaft oder
  • einen Master-Abschluss in Bibliothekswissenschaft an ein abgeschlossenes Fachstudium angeschlossen.

In den bisherigen Bibchats wurde bereits häufiger der Wandel in Bibliotheken (2. Bibchat am 1. Mai) und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Arbeit (6. Bibchat am 4. September) thematisiert. Neue Aspekte im Beruf erfordern die Anpassung des Berufsbildes und der Ausbildungsinhalte, aber auch die Öffnung von Bibliotheken gegenüber „fachfremden“ Spezialisten.

In den nächsten Jahren werden sehr viele Bibliotheksmitarbeiter in den Ruhestand gehen. Es eröffnen sich also gute Perspektiven für Neu- und Quereinsteiger. Viele Buchhändler oder Geisteswissenschaftler würden gerne in einer Bibliothek arbeiten. Doch bei Stellenbesetzungen haben sie in der Regel keine Chance. Gesucht werden vielmehr IT-Spezialisten, z.B. für das Forschungsdatenmanagement oder Erzieher/Pädagogen für die Lese- und Medienkompetenzförderung. Doch ist der Arbeitsort Bibliothek, auch unter Beachtung der tariflichen Rahmenbedingungen, überhaupt attraktiv genug für Menschen aus diesen gefragten Berufsgruppen?

In Bibliotheken sind „Mischarbeitsplätze“ die Regel, d.h. die Beschäftigen haben sich üblicherweise neben ihren bibliothekarischen Aufgaben zusätzlich in spezialisierte Bereiche wie Öffentlichkeitsarbeit oder IT-Betreuung eingearbeitet. Für viele dieser Spezialbereiche wären Quereinsteiger geeignet. Sie würden mit ihrer Fachexpertise die Qualität heben und neue Impulse setzen. Für die nötige Flexibilität beim Personaleinsatz sollten sie sich auch bibliothekarisches Grundwissen aneignen. Das ZBIW der TH Köln bietet für Quereinsteiger eine mehrtägige Fortbildung an.

Wie wirkt sich der Wandel in der bibliothekarischen Aus- und Weiterbildung aus? Mit welchen Erwartungen und Herausforderungen starten Berufsanfänger oder Seiteneinsteiger ins Berufsleben? Wie gelingt die Einarbeitung und wie können die Kenntnisse und Fähigkeiten der Einsteiger bestmöglich eingesetzt und gefördert werden?

Darüber wollen wir mit euch sprechen.

Am „Arbeitsort Bibliothek“-Interessierte oder Seiteneinsteiger, (zukünftige) Berufsanfänger oder langjährige Praktiker – Ihr alle seid eingeladen beim Bibchat am 4.12. miteinander ins Gespräch zu kommen.

Folgende Fragen möchten wir als Diskussionsgrundlage in die Runde geben:

  • F1 Arbeitsplatz Bibliothek – Was reizt euch persönlich daran?
  • F2 Von Mitarbeitern aus welchen weiteren Berufsfeldern profitieren Bibliotheken und warum?
  • F3 Welche konkreten Tipps habt ihr für Berufsanfänger /Quereinsteiger fürs erste Jahr?
  • F4 Wie wichtig ist heutzutage für die Leitung einer Bibliothek eine bibliothekarische Ausbildung/Zusatzqualifikation/Studium?
  • F5 Wie muss sich der Bibliotheksberuf und die Ausbildung wandeln, um zukunftsfähig zu bleiben?
  • F6 Welche Ideen/Anregungen habt ihr noch zum Thema?
  • F7 Im Hinblick auf die fortgeschrittene Zeit: Themenvorschläge für den nächsten #BIBchatDE?

Literatur:

Das Themenheft „Ausbildung und Berufsbild für die Bibliothek der Zukunft“ (Oktober 2017) im Bibliotheksdienst ist leider noch nicht frei zugänglich.

ABSTIMMUNG FÜR DEN 6. #BIBCHATDE

Hier könnt ihr nun wieder abstimmen für das Thema des 6. #BIBchatDE am 04.09.2017 – Bitte den Tweet, der Dein Wunschthema enthält, einfach faven (bis Freitag, 18.08.2017):

UNSER RÜCKBLICK AUF DEN 5. #BIBCHATDE

Im 5. Bibchat stand das Thema Bibliothek als Ort im Fokus.

Wir haben die Diskussion wieder in einem Storify übersichtlich zum Nachlesen aufbereitet. Es enthält auch einige weiterführende Informationen und Links.

Trotz Urlaubszeit war der Chat gut besucht. Über 70 haben mitgemacht. Es waren wieder überwiegend Leute aus der ÖB-Community dabei. Wir würden uns gern noch mehr Beteiligung aus wissenschaftlichen Bibliotheken wünschen. Auch einige Bibliotheksnutzer haben ihre Meinung geäußert. Das liegt uns sehr am Herzen. Vielen Dank dafür!

Was macht die Bibliothek als Ort attraktiv? Neben gutem Raumklima, Licht, WLAN, Kaffee, Ruhezonen und funktionierender Technik, ist es vor allem die gelebte Willkommenskultur seitens der Beschäftigten, die zur Wohlfühlatmosphäre beiträgt. Vielerorts fehlt es jedoch an ausreichenden Kapazitäten für eine Ausweitung der Öffnungszeiten. Dies führt dazu, dass die Menschen, die sich in den teils gut ausgestatteten „öffentlichen Wohnzimmern“ aufhalten wollen, häufig vor verschlossenen Türen stehen. Können servicefreie Zeiten eine Lösung sein? Viele ziehen eine offene Bibliothek ohne Fachpersonal einer geschlossenen Bibliothek vor. Es gibt aber auch Gegenstimmen. Vor allem die Sonntagsöffnung wird kontrovers gesehen.

Vielfältige Veranstaltungen für alle Altersklassen prägen den Ort Bibliothek. Auf die klassische Autorenlesung will – zumindest in großen Bibliotheken – kaum jemand verzichten, weil sie einzigartige Autoren-Begegnungen ermöglicht. Daneben werden auch andere Formate ausprobiert: vom Krimidinner bis zum literarischen Spaziergang. Mitmachwerkstätten oder Repair-Cafés bieten Raum für kreatives Tun. Sie werden idealerweise von „Experten“ aus der Gemeinschaft betrieben. Die Bibliothek kann sich gemeinsam mit weiteren Institutionen auch als Ort für den gesellschaftlichen Diskurs positionieren, indem sie in Veranstaltungen einen Austausch zu Themen wie Citizen Science, Fake News, Digitaler Wandel, Informationskompetenz oder Migration ermöglicht.

Wie können die Menschen vor Ort bei der Gestaltung der Bibliothek beteiligt werden? Vom Ideenboard bis zu Gesprächsgruppen reichen die Vorschläge. Die Bibliothek kann die Leute auch bitten, per Foto den schönsten und scheußlichsten Ort der Bibliothek zu dokumentieren. Unabhängig von der verwendeten Methode geht es darum, Beteiligung auch Taten folgen zu lassen und die Bibliothek, im Rahmen ihres Auftrags und unter Berücksichtigung der Nutzerbedürfnisse weiterzuentwickeln.

Abschließend möchten wir euch noch mal auf unser Bibchat-Archiv hinweisen. Es enthält Tweets, die mit dem Hashtag #BIBchatDE veröffentlicht wurden. Ihr könnt den Zeitraum eingrenzen und nach Themen oder Nutzern recherchieren. Vielen Dank Dirk Ehlen für das Einrichten! Es hat mir die Auswertung des Chats sehr erleichtert.

Die Themen für den nächsten 6. BIBchatDE am 4. September folgen in Kürze.

ANKÜNDIGUNG 5. #BIBCHATDE AM 07.08.2017

Ihr habt entschieden: Die meisten Faves bei der Themenwahl für den 5. BIBchatDE entfielen auf das Thema:

Bibliothek als Ort – Lernort – Kreativort – Veranstaltungsort.

Bibliothek als Ort - 5. BIBchatDEDas ist wieder ein weites Feld. Zunächst einmal geht es darum, sich dem Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu nähern, Erfahrungen und Meinungen auszutauschen und Anregungen der Twitter-Community einzuholen. Wir hoffen: Ihr seid dabei!

Betrachten wir kurz die Rahmenbedingungen: Die Bibliothek als Ort – im Sinne eines öffentlichen Wohnzimmers – ist angesagt. Warum?

Heute nutzen wir vor allem digitale Informationsquellen. Damit verliert der Zugang zu gedruckten Informationen an Bedeutung. Das schlägt sich auch in sinkenden Ausleihzahlen nieder. Gleichzeitig steigt jedoch die Anzahl der Bibliotheksbesucher.

Viele kommen also weiterhin – trotz oder gerade wegen der digitalen Lebenswelt – gern in ihre Stadt- oder Hochschulbibliothek, und sie halten sich dort viel länger auf als früher. Sie lernen, lesen, arbeiten, tauschen sich aus und besuchen Veranstaltungen.

Das hängt auch damit zusammen, dass die meisten Menschen neben dem Zuhause und der Arbeitswelt weitere Orte brauchen, an denen sie sich ungezwungen treffen und unterhalten oder einfach nur aufhalten können. Solche „Dritten Orte“ sind z.B. Kneipen und Cafés, deren Besuch jedoch mit Kosten verbunden ist. Im Gegensatz dazu sind Bibliotheken nichtkommerzielle Orte. Hier sollen sich alle – unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialer Schicht – wohl und willkommen fühlen.

Bibliotheken ändern sich. Sie sind mehr als nur Ausleihorte. Durch die Verkleinerung der physischen Bestände kann Platz geschaffen werden für vielfältig nutzbare Räume. Dort können sowohl von der Bibliothek als auch von anderen Gemeinschaftsmitgliedern organisierte Aktionen stattfinden. Daneben braucht es Ruhezonen und Rückzugsmöglichkeiten für den Einzelnen.

Abhängig vom Umfeld der Bibliothek unterscheiden sich die Veranstaltungsprogramme. Neben klassischen Ausstellungen und Lesungen ermöglichen beispielsweise auch Diskussionsforen, Gaming-Events oder Kreativworkshops kulturelle Beteiligung und soziale Erlebnisse.

Noch ein Wort zu den Öffnungszeiten der Bibliotheken. In wissenschaftlichen Bibliotheken decken häufig studentische Hilfskräfte Randzeiten ab. In Öffentlichen Bibliotheken wird vereinzelt mit servicefreien Zeiten experimentiert. Wie auch immer:
Der Ort Bibliothek kann nur genutzt werden, wenn er auch geöffnet ist.

Damit ihr euch für den nächsten BIBchatDE vorbereiten könnt, haben wir hier schon einmal die Fragen aufgelistet, die am Montag, den 7. August von 20 bis 21 Uhr diskutiert werden:

F1 Was muss eine Bibliothek haben, damit ihr euch dort wohl fühlen und länger aufhalten würdet?

F2 Ist eine offene Bibliothek ohne Fachpersonal immer noch besser als eine geschlossene? Was denkt ihr über servicefreie Zeiten?

F3 Besucht Ihr überhaupt noch Autorenlesungen? Oder hat die klassische Lesung in Bibliotheken ausgedient?

F4 Makerspace, Repair-Café und Co – Ist die Bibliothek ein Ort für kreatives Tun? Kennt ihr Beispiele?

F5 Die Bibliothek als Ort für den gesellschaftlichen Diskurs – Mit welchen Veranstaltungen kann/sollte sie sich positionieren?

F6 Was sind eure Ideen, wie die Nutzer bei der Gestaltung der Bibliothek (Räume und Veranstaltungen) am besten beteiligt werden können?

F7 Welche Anregungen, Fragen hast du noch zum Thema?

F8 Im Hinblick auf die fortgeschrittene Zeit: Themenvorschläge für den nächsten #BIBchatDE?

Und hier noch etwas Lesestoff zum Thema:

Dänemark Bibliotheken im Umbruch
Der neue Zocker-Pädagoge in der Sterkrader Bibliothek
Öffnet die Bibliotheken auch am Sonntag!
Gibt es einen gewissen Jugendwahn bei den (Öffentlichen) Bibliotheken?
Die Makerspaces und die Bibliotheken
Fotobefragung in Bibliotheken – Methode zur Erhebung schwer operationalisierbarer Nutzerbedürfnisse wie „Gemütlichkeit“