Abstimmung für den 17. BibChatDe

Hier könnt Ihr für das Thema des 17. #BibChatDe am Montag, den 06. August 2018 abstimmen.

Dazu favorisiert bitte den Tweet, der Euer Wunschthema enthält. Die Abstimmung geht bis zum Samstag, 14. Juli 2018.

Folgende Themen stehen zur Abstimmung:

Hinweis: Auch die Themen Bibliothek & Schule sowie Schulbibliothek wurden genannt. Da wir dazu gern die Beteiligung von Lehrer*innen hätten, werden wir diese Themen erst nach den Ferien wieder mit in die Auswahl aufnehmen.

Vielen Dank für Eure Beteiligung!

Rückblick auf den 16. #BibChatDe: Bibliothek als Bollwerk der Demokratie – wie lässt sich dieser Anspruch umsetzen?

Am 2. Juli 2018 ging es bei dem 16. BibChatDe um die Frage, ob und wie Bibliotheken sich als „Bollwerke der Demokratie“ positionieren können und welche Anforderungen aus dieser Positionierung entstehen. Im Fokus der Diskussion stand dabei die Frage nach erfolgreicher Demokratieförderung und Partizipationsangeboten.

In Shorthand Social haben wir eine Zusammenfassung mit einigen Tweets zu den einzelnen Fragen erstellt:

Bibliothek als Bollwerk der Demokratie – was bedeutet das eigentlich?
In der Diskussion ergab sich, dass die Kernaufgaben der Bibliothek, nämlich freien Zugang zu Wissen und Information zu bieten, für sich schon Ausdruck von Demokratie sind. Besonders auf den Bibliotheksbestand bezogen ergab sich der Anspruch, eine breite Auswahl verschiedener Meinungen anzubieten, dabei aber Weltoffenheit, Toleranz und Interkulturalität widerzuspiegeln. Daraus folgte eine Diskussion über die Neutralität von Bibliotheksbeständen. Als Konsens ging hervor, dass im besten Fall die Anschaffungs- und Auswahlkriterien an alle Bürger*innen transparent vermittelt werden bzw. diese partizipativ in die Prozesse einbezogen werden. Auch ein ausführliches, partizipativ erarbeitetes Leitbild, das die Werte der Institution Bibliothek festschreibt, wurde begrüßt.

Im Rahmen der Demokratieförderung existieren bereits Projekte in Bibliotheken.
Anknüpfend an die Diskussion um den Bestand wurde hier der Einbezug von Kindern und Jugendlichen in die Gestaltung und Ausrichtung von Kinder- und Jugendbibliotheken genannt. Eine weitere Idee war das Durchspielen politischer Prozesse, beispielsweise in Form eines Bibliotheksparlaments.
Insgesamt richteten sich die Projekte sehr oft an jüngere Zielgruppen, die durch Klassenführungen oder Diskussionen mit Parteien erreicht werden sollen. Ziel soll dabei immer sein, kritischen Umgang mit Medien zu lernen und Propaganda zu erkennen.

Für demokratiefördernde und partizipative Maßnahmen stehen verschiedene Kooperationspartner bereit. Sehr naheliegend sind die lokalen Parteien und politischen Organisationen sowie die ansässigen Landeszentralen sowie die Bundeszentrale für politische Bildung. Ebenfalls genannt wurden Volkshochschulen, Lese-, Lern- und Flüchtlingspaten, Schulen, Kinder- und Jugendparlamente.

Für Bibliotheken, die sich mit Demokratieförderung auseinandersetzen, gibt es verschiedene Herausforderungen und Grenzen.
Auch an dieser Stelle der Diskussion wurde auf die Schwierigkeit hingewiesen, kritische Inhalte in den Bestand zu integrieren bzw. sich dagegen zu entscheiden. Verwiesen wurde dabei auf die Podiumsdiskussion der Lektoratskooperation beim Bibliothekartag 2018, die sich mit dem Umgang mit Werken aus rechten Verlagen auseinandersetzte. Darüberhinaus ergab sich bei der Umsetzung von Demokratieförderung die Frage nach den eigenen Werten der Institution.
Als spezielle Schwierigkeit wurde mehrfach erwähnt, dass ein Angebot zur Demokratieförderung von den Bürger*innen nicht angenommen werden könnte bzw. dass kein Interesse bestünde. Hier wurde man sich einig, dass solche Angebote attraktiv beworben und „verpackt“ werden müssen.

Aus einigen Bibliotheken, die bereits Partizipationsangebote durchführen, wurden Erfahrungen berichtet und Hinweise auf Chancen und Risiken gegeben.
Zunächst bietet es sich an, mit Partizipation nach innen anzufangen und alle Mitarbeiter*innen einzubeziehen. Kleinere Beteiligungsangebote an die Nutzerschaft sind z. B. Anschaffungswunschzettel und Feedback-Boxen. Als eine zeitintensive aber lohnenswerte Methode wurde Design Thinking genannt.
Risiken bestehen vor allem beim Einbezug von Sichtweisen, die nicht der eigenen entsprechen sowie in der Bereitschaft des Trägers, die Ergebnisse partizipativer Maßnahmen zu akzeptieren und umzusetzen.
Die größte Chance besteht nach der Diskussion darin, innerhalb der Nutzerschaft als attraktiver, selbstgestalteter Teil der Stadtgesellschaft zu wirken.

 

Ankündigung 16. #BibChatDe am 02.07.2018

Ihr habt euch beim Voting für den kommenden BibChat für das folgende Thema entschieden:

Bibliotheken als Bollwerk der Demokratie – wie lässt sich dieser Anspruch umsetzen?“

Fragen

Folgende Fragen dienen am Montag, den 2. Juli von 20 bis 21 Uhr als Diskussionsgrundlage:

1. Bibliothek als Bollwerk der Demokratie – was versteht Ihr darunter genau?

2. Welche Maßnahmen und Projekte zur Demokratieförderung durch Bibliotheken kennt Ihr? Welche könntet Ihr Euch vorstellen?

3. Welche Kooperationspartner eignen sich für Bibliotheken, die Demokratie fördern möchten? Wie können Kooperationen erfolgreich aufgebaut werden?

4. Worin bestehen Eurer Meinung oder Erfahrung nach die Herausforderungen und Grenzen für Bibliotheken, die sich mit Demokratieförderung beschäftigen möchten?

5. Welche Erfahrungen habt Ihr mit partizipativen Maßnahmen in Bibliotheken gemacht? Wo seht Ihr Chancen und Risiken in der Nutzerbeteiligung?

Ihr wollt euch vor oder nach dem Bibchat noch etwas intensiver mit dem Thema beschäftigen?

Hier haben wir Euch noch einige weiterführende Informationen zusammengestellt:

bpb – Bundeszentrale für politische Bildung 
Anlaufstelle für Informationen und Materialien rund um Demokratie, Politik und Geschichte
Startseite der bpb 
Dossier Deutsche Demokratie

Landeszentralen für politische Bildung
Informationen und Materialien zur Förderung von Demokratie und Partizipation speziell für die Bundesländer
Liste aller Landeszentralen auf bpb
– Baden-Württemberg
Projekt Lernort Kommune – partizipative Jugendbeteiligung
Aktionstage Netzpolitik & Demokratie – Projekt in Kooperation u.a. mit der Stadtbibliothek Stuttgart
– Brandenburg
Politische Teilhabe und Bürgerbeteiligung
Jugend und Politik 
– Mecklenburg-Vorpommern
Demokatie auf Achse – der Demokratie-Bus
– Niedersachen
Projekt Let’s Play Germany
– NRW
Demokratiewerkstätte
– Rheinland-Pfalz
Bibliothek – Literaturlisten

Holtz-Ersahin, Yilmaz: Demokratieführungen in der Stadtbibliothek Duisburg (01.12.2017) in BuB
Ein Beispiel für Demokratieförderung für MigrantInnen und SchülerInnen.
http://b-u-b.de/demokratiefuehrungen/

Schuldt, Karsten ; Mumenthaler, Rudolf: Partizipation in Bibliotheken. Ein Experiment, eine Collage
LIBREAS. Library Ideas, 32 (2017).
Volltext

Zschau, Gerhard ; Jobmann, Peter: Auf dem Weg zur demokratischen Bibliothek. – Berlin, Freie Univ., Masterarb., 2013.
Leseempfehlung besonders für Kapitel 3 und 5.
http://demokratische-bibliothek.de/ 

 

ABSTIMMUNG FÜR DEN 16. BIBCHATDE

Hier könnt Ihr für das Thema des 16. #BIBchatDE am Montag, den 2. Juli 2018 abstimmen.

Bitte den Tweet, der dein Wunschthema enthält, einfach favorisieren bis Freitag, 22.06:

 

 

 

 

 

 

Vielen Dank für Eure Beteiligung!

Unser Rückblick auf den 15. #BIBChatDE : Bibliotheken als Partner bei der Förderung digitaler Medienkompetenz

Beim 15. Bibchat ging es um das Thema, wie Bibliotheken bei der Förderung von digitaler Medienkompetenz als Partner auftreten können. Als klassischer Ort zur außerschulischen Leseförderung nehmen die Bibliotheken die Herausforderung der Förderung der digitalen Medienkompetenz an und fungieren hier häufig als Partner mit anderen.

Bei Shorthand Social gibt es eine kleine Zusammenfassung einiger Tweets der Diskussion:

Bei den Themenfeldern zur „Digitalen Medienkompetenz“ waren sich viele im BibChat einig, dass Bibliotheken als niedrigschwellige Orte die Menschen dabei unterstützen können, die komplexerwerdende Medienwelt zu verstehen und verantwortungsvoll zu nutzen. Sie können Angste und Hemmschwellen zu digitaler Technik abbauen, in dem sie  beraten, Möglichkeiten zum Ausprobieren geben oder Experten einladen.

Als Herausforderung in den Bibliotheken im Bereich digitaler Medienkompetenz wurde im Chat häufig die Qualifikation der Bibliotheksmitarbeiter*innen genannt und das ständige Up-to-date bleiben bei der rasanten technischen Entwicklung. Letztendlich braucht es technische Ressourcen und aktuelle Ausstattung, personelle Ressourcen und kompetente MItarbeiter*innen. Besonders wichtig erschien den meisten, dass es Konzepte und den Mut erfordert, etwas Neues probieren zu wollen.

Aufgaben der Bibliotheken sahen viele in der außerschulischen Funktion, wie z.B. Lesen und erzählen mit digitalen Medien soll Spaß machen. In der Bibliothek kann man das anbieten, was in der Schule nicht geht, mehr Edutainment. In der Bibliothek können Kinder z.B. das Wissen anwenden, vertiefen und womöglich den Eltern zeigen.
Es wurde aber auch genannt, dass Bibliotheken beispielsweise im Bereich der Sozialen Medien aktiv sein sollten, um dort als Anker für die Menschen zu dienen und als Informations- und Recherchespezialisten ansprechbar zu sein.

Viele Beispiele, was in Bibliotheken bereits passiert, wurden genannt: Die „Digitale Werkstadt“ der Stadtbibliothek Köln; das „LibraryLab“ der Stadtbüchereien Düsseldorf; Best-Practise-Beispiele im Rahmen der Veranstaltungsreihe „#totaldigital„, die Bibliotheken in Straubing, Augsburg, Pfaffenhofen/Ilm, Kaufbeuren, Erlangen; die Angebote der Stadtbibliothek Kreuztal, wie z.B. Comic-App-Workshop oder Gaming für Senioren, das mobile Bibliothekslabor der Stadtbibliothek Mannheim und das VR-Projekt für Geflüchtete der Hochschule Fresenius in Köln in Kooperation mit der Stadtbibliothek Köln.

Mögliche Kooperationspartner für die Bibliotheken von den berichtet wurde, sind alle Kinder- und Jugendeinrichtungen, Wikipedia, Open Knowledge Foundation, Fablabs, Seniorennetz, Coderdojo-Community, Kreisjugendring, Hochschulen, Vereine und Einzelpersonen, zusammengefasst, „alle an Aufklärung interessierte Organisationen“.

#BIBchatDE meets #bibtag18

Sehen wir uns in Berlin? Das Bibchat-Team freut sich auf den persönlichen Austausch mit euch.

Zu folgenden zwei Veranstaltungen möchten wir euch sehr herzlich einladen:

Mittwoch, 13.06., 9:00 bis 9:30 Uhr im Raum IV

#BibChatDE: Ein Jahr digitales Netzwerken auf Twitter – Wo geht die Reise hin?

Nach einem Jahr Vorlauf startete im April 2017 der erste Bibchat auf Twitter mit dem Ziel, auf bibliothekspraktisches Tun aufmerksam zu machen, interdisziplinäres Netzwerken durch überregionale Kontakte zu unterstützen und Projekte multiperspektivisch, konstruktiv, aber auch kontrovers im öffentlichen Raum zu diskutieren.
Wie weit wird das Format dem in der Zielsetzung der Initiatoren formulierten Hoffnungen bislang gerecht? Wie gut klappt die Vernetzung über die Grenzen des eigenen Berufsfeldes hinaus? Gibt es einen Mehrwert gegenüber anderen Plattformen? Und wie soll es weitergehen?
Wir legen eine erste Jahresbilanz vor und begeben sich anschließend gerne in den Austausch mit dem Publikum.

Mittwoch, 13.06., 14:00-15:30 Uhr im Lab II,

Beim #BIBChatDE mitmachen. Twitter für Anfänger*innen

Unter dem TwitterAccount @BIBChatDE tauschen sich Twitteruser über Bibliotheksthemen im deutschsprachigen Raum einmal monatlich aus.
Doch wie kann ich mitmachen, wenn ich noch nie getwittert habe? Was brauche ich dazu? Wie funktioniert Twitter und die dortige Community? Was bringt mir Twitter über den #BIBchatDE hinaus für mich und meine Institution? Wie kann ich mich mit Multiplikatoren vernetzen? Dieses alles erklären und zeigen die „Macher*innen“ vom BIBChatDE im Hands-on-Labor.

Ankündigung 15. #BIBchatDE am 04.06.2018

Ihr habt euch beim Voting für den kommenden BibChat für das folgende Thema entschieden:

„Bibliotheken als Partner bei der Förderung digitaler Medienkompetenz“

Fragen

Folgende Fragen dienen am Montag, den 4. Juni von 20 bis 21 Uhr als Diskussionsgrundlage:

  1. In welchen Themenfeldern seht Ihr die Bibliotheken hauptsächlich als Partner bei der Förderung digitaler Medienkompetenz und besonders prädestiniert?
  2. Wo seht Ihr dabei die Herausforderungen von Bibliotheken, um als Partner kompetent agieren zu können?
  3. Wo seht Ihr die Abgrenzung der Aufgaben von Bibliotheken in digitaler Medienkompetenz zu den Schulen? Übernehmen Bibliotheken Aufgaben, die in den Schulen versäumt werden?
  4. Die Fähigkeit zur kritischen Reflexion von digitalen Medieninhalten („Fakenews“) ist ein drängendes Thema. Was können Bibliotheken beitragen?
  5. Welche konkreten Beispiele aus Bibliotheken kennt ihr, die Vorbild- und Nachahmungscharakter für die Vermittlung digitaler Medienkompetenz haben?
  6. Welche Partner seht ihr neben Schulen und Volkshochschulen noch für Bibliotheken?

Ihr wollt euch vor dem Bibchat noch etwas intensiver mit dem Thema beschäftigen?

Hier haben wir euch noch einige weiterführende Informationen zusammengestellt:

Was ist eigentlich Medienkompetenz?
Hier gibt es Grundlagen in Wikipedia.

„Schriftenreihe online“ der Bundeszentrale für politische Bildung: Medienkompetenz

Öffentliche Bibliotheken als Partner der Schulen
https://bibliotheksportal.de/…/bildu…/bibliothek-und-schule/

Medienkompetenzförderung durch Bibliotheken : eine traditionelle Aufgabe vor neuen Herausforderungen
https://www.brd.nrw.de/…/Starke-Bibliotheken—Medienkompet…

12 Fragen an Bettina Harling (Expertin Digitale Bibliothekspädagogik, Stadtbibliothek Mannheim)
https://media02.culturebase.org/…/Interview_Bettina_Harling…

Frank Waldschmidt-Dietz: Vornweg statt hinterher. Wie Bibliotheken den Lernwandel mitgestalten können
https://edoc.hu-berlin.de/…/AR_3178_Waldschmidt-Dietz_Prepr…

Digitale Agenda der Bundesregierung: Digitale Medienkompetenz für alle Generationen stärken

ABSTIMMUNG FÜR DEN 15. BIBCHATDE

Hier könnt ihr für das Thema des 15. #BIBchatDE am Montag, den 4. Juni 2018 abstimmen.

Bitte den Tweet, der dein Wunschthema enthält, einfach faven (bis Freitag, 25.05.):

Unser Rückblick auf den 14. BIBchatDE – Das Berufsbild im Wandel

Der 14. Bibchat drehte sich um das Berufsbild von bibliothekarischen Fachkräften. In Zeiten der Digitalisierung und gesellschaftlicher Umbrüche stehen die Mitarbeiter*innen in Bibliotheken vor neuen Herausforderungen, welche mit Veränderungen im Selbstverständnis und im Aufgabenprofil von Fachangestellten für Medien und Informationsdienste und Bibliothekar*innen einhergehen.

Wir haben die Diskussion vom 7. Mai 2018 hier wieder übersichtlich zum Nachlesen aufbereitet:

Das hohe Tempo der technologischen Veränderungen und das rasche Veralten von Wissen impliziert, dass Ausbildung bzw. Studium lediglich ein Fundament für den Berufsweg schaffen und berufliche Qualifikationen weiterentwickelt werden müssen. In Bibliotheken führt dies zum einen zur Spezialisierung von Mitarbeiter*innen und zum anderen zu einer intensiveren Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern.

Die Hierarchien zwischen FaMIs und Bibliothekar*innen werden flacher, zumindest in Öffentlichen Bibliotheken. Dort übernehmen FaMIs neben den klassischen Tätigkeiten (Theke, Einstellen, Erwerbung etc.) zunehmend Aufgaben in der Veranstaltungs- und Öffentlichkeitsarbeit, in der Beratung oder im Lektorat. Damit eröffnen sich mehr Möglichkeiten, entsprechend der individuellen Fähigkeiten eingesetzt zu werden. Leider geht dies nicht immer mit einer fairen Bezahlung für entsprechende Tätigkeiten einher.

Was sind die Einsatzfelder von studierten Bibliothekar*innen? Sie definieren sich vor allem über den Verantwortungsgrad – etwa in Hinblick auf Personalführung oder Projektleitung, aber auch über berufsspezifisches Zusatzwissen.

Braucht es den Master oder reicht der Bachelor? Überraschend war für mich der Wunsch nach einer erneuten Differenzierung in ÖB/WB beim Bachelor, da ich dies persönlich in meinem Diplom-Studium als unnötig einschränkend erlebt habe.

Viele äußerten Zweifel an der Sinnhaftigkeit eines rein bibliothekarischen Masters. Stattdessen wurden zwei alternative Modelle präferiert:

  • Fachspezifischer Bachelor, danach Bibliotheks-Master (bisher nur im WB-Bereich üblich) oder
  • Bibliotheks-Bachelor, danach Spezialisierungs-Master z.B. (Medien-)Pädagogik

Wir sind gespannt, wie sich die Ausbildungsmöglichkeiten und das Berufsbild weiterentwickeln werden und bedanke uns bei allen, die diesen Bibchat mitgestaltet oder verfolgt haben.

Ankündigung 14. #BIBchatDE am 07.05.2018

Ihr habt euch beim Voting für den kommenden BibChat für das folgende Thema entschieden:

Das Berufsbild von BibliothekarInnen/FaMIs im Wandel

In den bisherigen BibChats wurde bereits häufiger die Veränderungen in Bibliotheken und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Arbeit sowie die Situation für Berufsanfänger/Quereinsteiger thematisiert.

Nun soll das Berufsbild im Mittelpunkt der Diskussion stehen. Der gesellschaftliche und technologische Wandel bringt viele Umwälzungen mit sich. Die Arbeitswelt und das Freizeitverhalten ändern sich und damit auch die Ansprüche der Menschen an den Zugang zu Informationen und Medien. Digitale Medien und Infrastrukturen und der kompetente Umgang mit neuen Technologien spielen eine immer wichtigere Rolle. Die Gesellschaft wird bunter und vielfältiger, triftet aber auch zunehmend auseinander. Ohne Zweifel: All diese Veränderungen bleiben nicht ohne Folgen für den bibliothekarischen Beruf.

Wir sind gespannt, wie ihr den Wandel des Berufsbildes von BibliothekarInnen und Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMIs) erlebt.

Fragen

Folgende Fragen dienen am Montag, den 7.5. von 20 bis 21 Uhr als Diskussionsgrundlage:

  1. Welche gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen wirken sich auf das bibliothekarische Berufsbild aus? Was bedeutet das konkret für eure Arbeit?
  2. Welche Aufgaben haben FaMIs in eurer Bibliothek? Wie wird sich der Beruf weiterentwickeln?
  3. „Echt, das kann man studieren“. Was sind die Einsatzfelder von BibliothekarInnen – auch in Abgrenzung zu den FaMIs – heute und morgen?
  4. Braucht es den Master oder reicht der Bachelor? Eure Meinungen und Erfahrungen sind gefragt.
  5. Was antwortet ihr auf die Frage: „Wozu braucht es eigentlich noch BibliothekarInnen/FaMIs?“

Ihr wollt euch vor dem Bibchat noch etwas intensiver mit dem Thema beschäftigen?

Hier haben wir euch noch einige weiterführende Informationen zusammengestellt:

Literatur

Das Themenheft „Ausbildung und Berufsbild für die Bibliothek der Zukunft“ (Oktober 2017) im Bibliotheksdienst ist leider noch nicht frei zugänglich.

Welche bibliothekarischen Berufe gibt es?

Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (FaMI)

Das Berufsbild des FaMIs wandelt sich wohl am stärksten. Denn ein großer Teil der traditionellen Tätigkeiten wie Ausleihe fallen durch die Automatisierung weg. In Öffentlichen Bibliotheken übernehmen FaMIs zunehmend höherwertige und komplexere Aufgaben, betreuen Lektorate und digitale Angebote oder arbeiten im Auskunftsdienst sowie in der Bibliothekspädagogik mit. Ihre Einsatzgebiete werden dort auch deshalb ausgeweitet, weil es für die Arbeitgeber preiswert ist. Eine den Tätigkeiten entsprechende Bezahlung findet vielerorts nicht statt, obwohl die tarifrechtlichen Strukturen durch die neue Entgeltordnung theoretisch mehr Spielräume bieten.

Diplombibliothekare bzw. Bachelor-Absolventen Bibliotheks-, Informationswissenschaft

Sie befinden sich in einer nicht einfachen Sandwich-Position. Die klassischen Aufgaben Erwerbung und Erschließung werden auch in wissenschaftlichen Bibliotheken zunehmend von FaMIs übernommen. In Öffentlichen Bibliotheken löst sich die bekannte Aufgabenteilung (FaMIs: Ausleihe und Katalogisierung – Bibliothekare: Auskunftsdienst und Bestandsaufbau) immer weiter auf. Hier wie dort übernehmen BibliothekarInnen die spezialisierten Fachaufgaben und/oder Leitungsfunktionen.

Masterabsolventen Bibliotheks-, Informationswissenschaft

Wie lange wird es den typischen wissenschaftlichen Bibliothekar noch geben? Laut Konstanze Söllner ist das reine Fachreferat auf dem Rückzug. Aufgaben im Bereich Open Access sowie Forschungsdatenmanagement nehmen zu. Sie werden aber in der Ausbildung nur punktuell vermittelt. Erforderlich ist eine nachhaltige Anpassung „von einer breit angelegten postgradualen Bibliotheksausbildung hin zur Vermittlung von spezifischen Wissen verbunden mit einer deutlichen Profilierung.“ (Söllner, 2017, S. 858f.)

Spezialisierte Seiteneinsteiger

Nach wie vor dominieren Beschäftigte mit bibliothekarischen Abschlüssen. Diese arbeiten sich üblicherweise in neue Bereiche ein. Aber auch das ist im Wandel. So werden für die Aufbereitung von Forschungsdaten IT-Spezialisten oder für die Förderung von Medienkompetenz Pädagogen gesucht. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen bereichern und werden gebraucht.

Wie wirkt sich der Wandel des Berufsbildes auf die Bibliothekarische Aus- und Fortbildung aus?

Selbstverständlich muss sich auch die bibliothekarische Ausbildung wandeln. Die Anforderungen sind hoch und teilweise konträr: Vermittlung von Metakompetenzen versus Aufgreifen aktueller Trends. Wissen veraltet schneller, sodass berufsbegleitende Spezialisierungsangebote in Zukunft eine größere Rolle einnehmen müssen.