Abstimmung für den 21. #BIBchatDE

Hier könnt Ihr für das Thema des 21. #BibChatDe am Montag, den 3. Dezember 2018 abstimmen.

Dazu favorisiert bitte den Tweet, der Euer Wunschthema enthält. Die Abstimmung endet am Freitag, den 23. November 2018.

Folgende Themen stehen zur Abstimmung:

Unser Rückblick auf den 20. #BIBchatDE: Bibliotheken – Nonformale Lernorte zur Förderung von Medienkompetenz?

Am 5. November veranstalteten wir zum Tag der Medienkompetenz in NRW gemeinsam mit unseren Gästen @KA_DUS (Kordula Attermeyer) und @Tastenspieler (André J. Spang) vom Team @DGNRW und #EDchatDE einen Spezialchat.

Wir haben die Fragen- und Antwort-Tweets wieder für euch zum Nachlesen dokumentiert:

Tweetdokumentation 20. BIBchatDE über Wakelet

Unter den knapp 30 Diskussionsteilnehmer*innen waren diesmal einige dabei, die nicht in Bibliotheken arbeiten. Das hat den Blick für unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungshorizonte geöffnet. Vielen Dank an alle Teilnehmer*innen und vor allem an unsere beiden Gastmoderatoren für das tolle Miteinander!

Die Diskussion startete mit der Frage, was Medienkompetenz bedeutet. Bereits 1997 hat Dieter Baacke den Begriff definiert, als Fähigkeit, Medien und ihre Inhalte den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend sachkundig zu nutzen. Diese Definition lässt sich grundsätzlich auch auf den Umgang mit digitalen Medien übertragen, wenngleich durch die veränderten Formate weiterführende Kenntnisse erworben werden müssen. Als Rahmen für die Medienbildung wurde u.a. der Medienkompetenzrahmen Nordrhein-Westfalen und das 4K-Modell (Kollaboration, Kommunikation, Kreativität, Kritisches Denken) genannt.

Es gibt unterschiedliche Angebote, Themen und Formate, die Menschen dabei unterstützen, kompetenter mit Medien umzugehen, zum Beispiel:

Bibliotheken sind geeignete nonformale bzw. informelle Lernorte, da sie Medien bereitstellen, die Nutzung niedrigschwellig und ohne langfristige Bindung erfolgen kann und sie offen für alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten sind. Dazu kommt vielerorts eine vergleichsweise gute technische Ausstattung.

Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Internet will früh gelernt sein. Bibliotheken können Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, insbesondere auch mit Angeboten, die sich an Eltern und Lehrkräfte als Multiplikatoren wenden. Die Schwierigkeit dabei ist, nicht nur das akademische Milieu zu erreichen. Bibliotheken sollen Kinder von Anfang an mit entsprechenden Angeboten begleiten, idealerweise mittels eines integrierten Konzeptes für die Förderung von Lese- und Medienkompetenz, welches auch in den Curricula der Schulen verankert ist. Schulbibliotheken haben ein besonders großes Potenzial: Nur dort ist es möglich, das Recherche-Verhalten im schulischen Alltag zu beobachten und darauf aufbauend eine intensive und nachhaltige Unterstützung zu bieten. Beim Thema „Medienkompetenz“ dürfen wir die „ältere“ Generation nicht aus dem Blick verlieren. Viele Vermittlungskonzepte und Themen sind bei entsprechend individueller Ansprache auch auf ältere Menschen übertragbar.

Wie verändert sich die Medienbildung in Zeiten von Fake News, Verschwörungstheorien und Algorithmen? Dies ist auch für Bibliotheken kein einfaches Thema. Sie können Experten einladen, die in Vorträgen oder Workshops Wissen vermitteln. Sie können aber auch im Rahmen ihrer alltäglichen Vermittlungsarbeit sensibilisieren, z.B. über die Qualität von Informationsquellen und Suchergebnissen sprechen. Die größte Schwierigkeit ist auch hier wieder, diejenigen Menschen zu erreichen, die anfällig für Fake News oder Verschwörungstheorien sind.

Für die Förderung von Medienkompetenz braucht es auch in Bibliotheken Personal mit pädagogischen Fähigkeiten und zeitlichen Ressourcen für dieses Aufgabengebiet. Darüber hinaus können sich Bibliotheken mit medienpädagogischen Expert*innen zusammenschließen und lokale Netzwerke nutzen.

Das Thema Medienkompetenz ist sehr breit und umfasst mehr als den „verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet“. Zahlreiche Aspekte blieben außen vor und bieten sich daher als Themen für weitere Bibchats an.In diesem Sinne bedanken wir uns für den spannenden Austausch und freuen uns auf die kommenden Chats mit euch!

Der 21. #BIBchatDE findet – dann wieder zu einem Thema eurer Wahl – am 3. Dezember 2018 statt.

Ankündigung 20. #BIBchatDE am 05.11.2018 – Spezialchat zum Thema „Bibliotheken – Nonformale Lernorte zur Förderung von Medienkompetenz?“

Am Montag, 5. November findet von 20 bis 21 Uhr ein Spezialchat des #BIBChatDE mit Experten als Gastmoderatoren statt. Anlass ist der Tag der Medienkompetenz im Landtag NRW.

Jedes Kind muss den verantwortungsbewussten Umgang mit Medien erst lernen. Und auch als Erwachsene fühlen wir uns oft unsicher im Netz – gerade auch in Zeiten von Fake News, Algorithmen und Datenskandalen. In der Medienbildung sind viele Akteure unterwegs: Schulen, Bibliotheken, Volkshochschulen und weitere Bildungseinrichtungen. Sie alle bieten unterschiedliche Lernangebote zur Förderung von Medienkompetenz. Welche spezifische Rolle spielen Bibliotheken in diesem Umfeld? Was wird von ihnen erwartet? Was können sie leisten?

In einem interdisziplinären Chat möchten wir mit Interessierten und Verantwortlichen über Herausforderungen, Zielgruppen und Strategien der Medienbildung diskutieren. Jeder ist herzlich zu dieser Spezialausgabe von #BIBchatDE eingeladen – insbesondere Bibliothekswesen, Pädagogen, Eltern und Bildungspartner. Gastgeber sind Marlene Neumann @marlene_n und Dirk Ehlen @Dirk_Ehlen aus dem #BIBchatDE-Team. Als Gast-Moderatoren wirken @KA_DUS (Kordula Attermeyer) und @Tastenspieler (André J. Spang) vom @EdchatDE mit. Wir freuen uns riesig auf den Austausch zu einem spannenden und wichtigen gesellschaftlichen Thema.

Fragen

20:05 Uhr
F1 Was verstehst du unter #Medienkompetenz? Braucht man in einer zunehmend digital geprägten Welt neue oder andere Kompetenzen?

20:10 Uhr
F2 Warum interessierst du dich für das Thema ganz konkret: Welche Angebote zur Förderung von #Medienkompetenz bietet deine Einrichtung? Gerne mit URL!

20:15 Uhr
F3 Worin liegen die spezifischen Potenziale von Bibliotheken als Lernort in Abgrenzung zu Schulen, Volkshochschulen und anderen Einrichtungen?

20:25 Uhr
F4 Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Internet will früh gelernt sein. Wie können Bibliotheken Kinder und Jugendliche dabei am besten unterstützen?

20:35 Uhr
F5 Medienkompetenz „für alle“: Mit welchen konkreten Angeboten können wir den kompetenten Umgang mit Medien in Zeiten von Fake News, Verschwörungstheorien und Algorithmen auch für Erwachsene fördern?

20:45 Uhr
F6 Braucht jede Bibliothek Medienpädagogen? Gilt das auch für alle anderen Bildungsorte?

20:50 Uhr
F7 Welche Anregungen hast du noch zum Thema?

Unser Rückblick auf den 19. BIBchatDE – Die Bibliothek der Dinge – Ausleihe vom Kunstwerk bis zur Bohrmaschine – ist die Bibliothek von heute Teil der Sharing-Community?

  • Beim Oktober-Bibchat 2018 beteiligten sich wieder knapp 30 Twitterer aus ganz Deutschland intensiv zum Thema „Die Bibliothek der Dinge – Ausleihe vom Kunstwerk bis zur Bohrmaschine – ist die Bibliothek von heute Teil der Sharing-Community?“ aus.
    Gebrauchsgegenstände und Dinge, die jede/r nur hin und wieder benötigt oder ausprobieren/haben möchte, in Bibliotheken ausleihbar zu machen, wurde aus Nutzersicht einhellig als sehr gute Idee beurteilt. Als Vorteile genannt wurden hier sowohl der wirtschaftliche Aspekt,  der Umweltgedanke und auch die Einschätzung als sozialer Beitrag für eine nachhaltige Gesellschaft.
  • Bei der Beurteilung, eine solche Bibliothek einzurichten, gingen die Meinungen auseinander. Sehr viele der Twitterer sind BibliotheksmitarbeiterInnen und tauschten sich lebhaft über den Personal- und Wartungsaufwand inkl. entsprechend notwendiger Kenntnisse aus.
    Die Frage nach den „Kernaufgaben“ von Bibliotheken und ob dazu eine „Bibliothek der Dinge“ gehören sollte, muss sicher jede Bibliothek vor Ort und mit den kommunalen Entscheidungsträgern ausloten.
    Aber zahlreiche MitdiskutantInnen zeigten sich dem Thema sehr aufgeschlossen gegenüber und konnten der Diskussion hilfreiche Ideen und Tipps entnehmen, da unter anderem eine Kollegin der Hoeb4U mit entsprechender Erfahrung ausführlich Rede und Antwort stand. Auch unsere Linkliste bei der Ankündigung kann dazu beitragen, sich mit KollegInnen anderer Bibliotheken, die bereits eine „Bibliothek der Dinge“ anbieten, zu vernetzen.
  • Die Diskussion könnt ihr hier nachlesen – viele Tipps für alle, die sich ernsthaft damit beschäftigen, eine Bibliothek der Dinge einzurichten, insbesondere ab A3-A8.
    Herzlichen Dank an Jürgen Plieninger für die Dokumentation via Wakelet!

Ankündigung 19. #BIBchatDE am 01.10.2018

Ihr habt euch für den nächsten Bibchat für das folgende Thema entschieden:

Bibliothek der Dinge: Ausleihe vom Kunstwerk bis zur Bohrmaschine – ist die Bibliothek von heute Teil der Sharing-Community?

Dass man in Bibliotheken neben Bücher und Zeitschriften auch Tonträger,DVDs, BluRays, Konsolen- und Brettspiele ausleihen kann, ist mittlerweile weithin bekannt. Auch die Möglichkeit, elektronische Medien, Musik oder Filme herunterzuladen oder zu streamen, kennen und nutzen zunehmend mehr BibliotheksbesucherInnen. Aber eine „Bibliothek der Dinge“ sagt sicher nur NutzerInnen etwas, die in einer der  – noch – wenigen Kommunen wohnen und Bibliotheken aufsuchen, die auf dieses Thema setzen.

Was steckt dahinter?
Neben den üblichen Medienangeboten gibt es immer mehr Bibliotheken, die auch Dinge wie zum Beispiel  Nähmaschinen, Hängematten, Werkzeugkasten, Bohrmaschinen oder auch Kunstwerke ausleihen.
Die Grundidee folgt dem Trend einer Shareconomy, also Gegenstände im Öffentlichen Raum zu tauschen und zu teilen. Für viele Bibliotheken scheint es eine Antwort darauf zu sein, sich von einem bestandsorientierten Produktdenken zu einem nutzerorientierten Denken umzuorientieren und nutzerbetriebliche Aktivitäten anzubieten. Das Goethe-Institut in Bratislava definiert die Bibliothek der Dinge: ,,als einen Ort, wo sich die Leute treffen, die sich für das Teilen von Kenntnissen, Werkzeugen und nützlichen Dingen interessieren. In der Bibliothek der Dinge finden Sie Dinge für Freizeit, Bildung, Sport und Unterhaltung, für Groß und Klein.“

So war es auch das Goethe-Institut in Bratislava und die ZLB, die die Idee einer Bibliothek der Dinge konsequent durchgesetzt hatten, indem sie 2016 entsprechende Kriterien aufstellte, wie die Größe der Gegenstände, Gewicht, Robustheit und Hygiene. Entsprechend wurden die Gegenstände erworben, katalogisiert und verliehen. Die Bibliothek der Dinge scheint inzwischen ein deutschlandweiter Trend zu werden, sei es in Hamburg (Hoeb4U) oder Georgsmarienhütte. An der Zentralbibliothek Köln ist die Bibliothek der Dinge mittlerweile ein Angebot im Rahmen der Bildungskooperation. Somit besteht für die Bibliothekspartner die Möglichkeit sich Experimentiersets zu leihen, wo entsprechende Werkzeuge und Geräte zu den MINT-Fächern enthalten sind.

Wir möchten mit euch am kommenden Montag mit euch folgende Fragen diskutieren und vermerken dabei die Zeit, zu der die jeweilige Frage getweetet wird – so habt ihr ggf. die Gelegenheit vorab, eure Statements via Tweetdeck zu formulieren und zu terminieren , wenn ihr euch in der Stunde auf die Antworten der anderen TeilnehmerInnen konzentrieren wollt, oder nur zeitweise oder gar nicht live teilnehmen könnt:

  • F1 Wie findest Du grundsätzlich die Idee, sich “nützliche“ Dinge auszuleihen statt zu kaufen – sei es aus Bibliotheks- oder Nutzersicht? (20:05 Uhr)
  • F2 Welche Rolle spielen Bibliotheken in einer Sharing-Community? (20:12 Uhr)
  • F3 Unter welchen Bedingungen sind Bibliotheken als „LeiLa“ (Leihladen) geeignet? (20:18 Uhr)
  • F4 Worin siehst Du die Chancen und Vorteile oder auch Risiken an diesem Konzept? (20:25 Uhr)
  • F5 Thema Wartung und Pflege – wie kann dies sinnvoll gelöst werden? (20:34 Uhr)
  • F6 Wenn Du eine Bibliothek der Dinge umsetzen würdest, auf welche Kriterien käme es an? (20: 40 Uhr)
  • F7 Hat die Bibliothek der Dinge Zukunft? (20:46 Uhr)
  • F8 Welche Anregungen hast du noch zu dem Thema? (20: 52 Uhr)

Hier könnt ihr euch ein paar Beispiele für „Bibliotheken der Dinge“ anschauen:

BerlinWenn-die-Buecherei-auch-Schrauber-und-Kameras-verleiht.html

Erkrathhttps://stadtbuechereierkrath.wordpress.com/2018/02/22/hat-erkrath-eine-bibliothek-der-dinge-und-wenn-ja-warum-nicht/

Georgsmarienhütte: https://www.noz.de/lokales/georgsmarienhuette/artikel/975013/bibliothek-der-dinge-in-gmhuette-eroeffnet

Hamburg: https://www.buecherhallen.de/hoeb4u-blog-artikel/stuff4u-bibliothek-der-dinge.html

Köln: https://stadtbibliothekkoeln.blog/category/bibliothek-der-dinge/

 

Links zum Weiterlesen :

Hier eine gute Zusammenfassung seitens des Goethe-Instituts

Hier eine Sammlung auch internationaler Beispiele

Die Bibliothek der Dinge. Welche Rolle spielen Bibliotheken in der »sharing economy«?  In: BUB folgende Artikel

https://opus4.kobv.de/opus4-bib-info/files/15700/BuB_2016_07_439_441.pdf

https://opus4.kobv.de/opus4-bib-info/files/14200/BuB_2017_08_445_446.pdf

https://opus4.kobv.de/opus4-bib-info/frontdoor/index/index/start/2/rows/20/sortfield/score/sortorder/desc/searchtype/simple/query/%22Bibliothek+der+Dinge%22/docId/3576

Und ein Beispiel eines „Leilas“ in Wien – nicht aus der Bibliothekswelt

Weitere Beispiele und Links ergänzen wir gerne!

 

Abstimmung für den 19.BibChatDe

Hier könnt Ihr für das Thema des 19. #BibChatDe am Montag, den 01. Oktober 2018 abstimmen.

Dazu favorisiert bitte den Tweet, der Euer Wunschthema enthält. Die Abstimmung endet am Mittwoch, 26. September 2018.

Folgende Themen stehen zur Abstimmung:

Unser Rückblick auf den 18. BIBchatDE – OER (Open Educational Resources) und Bibliotheken

Am 3. September fand unser letzter #BIBchatDE zum Thema „OER (Open Educational Resources) in Bibliotheken statt. Zum ersten Mal hatten wir mit Gabriele Fahrenkrog eine Expertin zum Thema eingeladen, die als Moderatorin die Diskussion begleitet hat. Wir hatten uns von diesem Format des „Spezialchat“ versprochen, dass der BIBChat dadurch an Diskussionstiefe und an kompetenten Antworten auf Fragen und fachlichen Ergänzungen gewinnen würde. Genau das ist unserer Meinung nach eingetreten! Daher an dieser Stelle nochmals ein ganz herzlicher Dank an Gabriele Fahrenkrog und ihre Bereitschaft an einem Abend in ihrer Freizeit als Moderatorin beim BIBChat und auch an der Vorbereitung hier im Blog dabei zu sein. Wir haben die Zusammenarbeit sehr geschätzt und werden dieses Format weiter verfolgen. Ein Feedback von Euch ist uns gern willkommen.

Die Diskussion wurde aus unserer Sicht sehr interessiert geführt und auch den Expertinnen-Input gab es viele ergänzende Informationen und Hinweise. Es wurde deutlich, dass vielen das Thema wichtig erscheint und dennoch viel Diskussionsbedarf besteht, was beispielsweise Bibliotheken selbst im Bereich OER anbieten können, wenn sie nicht nur als Lernort des Austausches dienen wollen.

Hier findet ihr nochmals einen Rückblick mit den Highlights der Diskussion:

https://wakelet.com/wake/b8b2bf4e-39b6-44a7-b9bc-cb0798e6d672

Vielen Dank an Jürgen Plieninger für die Erstellung dieses Rückblicks.

Ankündigung 18. #BIBchatDE am 03.09.2018 – #Spezialchat zum Thema „OER in Bibliotheken“

OER (Open Educational Resources) in Bibliotheken – Hype oder wichtiges Thema?

Wir freuen uns auf unseren ersten BIBchatDE als  zum Thema (Open Educational Resources) in Bibliotheken mit der Moderatorin Gabriele Fahrenkrog (Bei Twitter ). Wir hatten die Idee, dass es Sinn machen würde, bei Themen die uns wichtig erscheinen, Experten zu fragen, ob sie mit uns moderieren wollen, um mit euch kompetent ins Gespräch kommen zu können. Vielen Dank an Gabriele Fahrenkrog für Ihre Bereitschaft beim #BIBchatDE mitzumachen.

Open Educational Resources (OER) oder auch freie Bildungsmedien/offene Bildungsressourcen, sind frei lizenzierte Lehr- und Lernmedien- und Materialien, die schon aufgrund des Kontextes Lehren und Lernen + Medium in den Fokus von Bibliotheken rücken sollten. Lernmedien für alle Bildungsbedarfe sind selbstverständlich Teil des Bestandes von Bibliotheken. Insbesondere auch im Bezug zum Konzept des Lebenslangen Lernens bauen Bibliotheken ihre Bestände auf und stellen Raum und technische Infrastruktur zur Verfügung, um die Nutzung unterschiedlicher Medienformen zu ermöglichen. Beschäftigte in Bibliotheken erstellen selbst Materialien für Schulungen zur Medien- und Informationskompetenz, die als OER unter freier Lizenz zur Nachnutzung veröffentlicht werden sollten.

Die aktuelle Definition der UNESCO von 2015 lautet:
„Open Educational Resources (OER) sind jegliche Arten von Lehr-Lern-Materialien, die gemeinfrei oder mit einer freien Lizenz bereitgestellt werden. Das Wesen dieser offenen Materialien liegt darin, dass jedermann sie legal und kostenfrei vervielfältigen, verwenden, verändern und verbreiten kann. OER umfassen Lehrbücher, Lehrpläne, Lehrveranstaltungskonzepte, Skripte, Aufgaben, Tests, Projekte, Audio-, Video- und Animationsformate.“
(Deutsche Übersetzung von Jöran Muuß-Merholz, 2015,
http://open-educational-resources.de/unesco-definition-zu-oer-deutsch/)

Was aber haben Bibliotheken damit zu tun?
Eine Aufgabe von Bibliotheken ist, Medien zu vermitteln, gleich welcher Art. Mit dem Medienwandel passen sich Bibliotheken durch die Entwicklung neuer Dienstleistungen und Services den die sich ändernden Anforderungen an und übernehmen neue Funktionen. Anders als bei Open Access-Veröffentlichungen, die ursprünglich vor allem den freien Zugang und die Möglichkeit des freien Rezipierens zum Ziel hatten, ist im Konzept von OER die persönliche Aneignung und das Umarbeiten der Materialien bereits enthalten. Durch Aneignung und gegebenenfalls Umformung kann das Material angepasst werden und so – auch für andere Zwecke – optimiert werden. Mit OER eröffnen Bibliotheken die Möglichkeit, Lehrmaterialien aus der ganzen Welt und aus allen Bereichen für alle nutzbar, nachnutzbar, auffindbar und zugänglich zu machen. Lernende sind damit vom Zwang der räumlichen und zeitlichen Festlegung befreit.

Bewusstsein und Bedeutung von OER für eine inklusive Bildungs- und Wissenschaftsgesellschaft sind allerdings noch unterentwickelt. Bibliotheken sollten daher zwischen Nutzern und Anbietern offener Bildungsressourcen vermitteln und zur Bewusstseinsbildung beitragen, denn nur wer OER kennt, wird danach fragen und suchen.

Für freie Bildungsmedien in Bibliotheken sprechen:

    • der praktische Nutzen, denn OER sind rund um die Uhr von jedem Ort abrufbar;
    • die kostengünstige Erstellung und Nutzung;
    • die dauerhafte Verfügbarkeit (keine Rückgabefristen);
    • ihr Potenzial des kollaborativen und partizipativen Arbeitens, indem verschiedene Personen von unterschiedlichen Orten darauf zugreifen können;
    • als Zusatzeffekt ihr Beitrag zur Schulung der IT- und Informationskompetenz, wenn Nutzer
  • auf OER zugreifen und sie bearbeiten.

Anders als es in vielen Ländern international der Fall ist, sind Bibliotheken in Deutschland bislang noch keine relevanten Partner der Bildung in Sachen OER (oder auch: freie Bildungsmedien). Dabei gewinnt das Thema OER in allen Bereichen des Lernens und der Bildung in Deutschland eine immer größere Bedeutung. Dazu hat insbesondere die Förderlinie zu OER des Bundesministeriums für Bildung (BAMF) (https://www.bmbf.de/) beigetragen. Einen Überblick über Aktivitäten, Projekte und Personen, die in Deutschland mit OER befasst sind, findet sich in der OER World Map (https://oerworldmap.org/resource/?q=Deutschland&size=20 des Hochschulbibliothekszentrum Nordrhein-Westfalen, hbz https://www.hbz-nrw.de/.

Folgende Fragen dienen als Diskussionsgrundlage beim #BIBchatDE

F1 (20:05 Uhr): Sollten sich deiner Meinung nach Bibliotheken mit OER befassen?

F2 (20:13 Uhr): Wo kann ich mich zum Thema OER in Bibliotheken informieren?

F3 (20:23 Uhr): Welche Veröffentlichungen/Materialien können Bibliotheken selbst unter freier Lizenz als OER zur Verfügung stellen?

F4 (20:33 Uhr): In anderen Ländern gibt es bereits die Berufsbezeichnung „OER-Librarian“. Was spricht dafür, was dagegen, dass auch bei uns Kolleg*innen speziell zu offenen und freien Materialien geschult werden?

F5 (20:43 Uhr): Wie können Bibliotheken ihre Nutzerinnen und Nutzer bei der Suche nach freien Bildungsmedien, der Produktion eigener Materialien oder der Bearbeitung bereits vorhandener Ressourcen unterstützen?

Quellen zur Vertiefung und Vorbereitung:

Fahrenkrog, Gabriele: „Es gibt kein Google für OER!“ – Workshop beim #OERcamp17 in Hamburg. URL: https://biboer.wordpress.com/2017/07/03/es-gibt-kein-google-fuer-oer-workshop-beim-oercamp17-in-hamburg/

Fahrenkrog, Gabriele: Reden wir (mit Nutzerinnen) über freie Bildungsmedien! Spannender Workshop beim #OERcamp17 in Köln. URL: https://biboer.wordpress.com/2017/05/19/reden-wir-mit-nutzerinnen-ueber-freie-bildungsmedien-spannender-workshop-beim-oercamp17-in-koeln/

Fahrenkrog, Gabriele: OER-Bibliothekarin – Ein neues Berufsfeld? URL: https://biboer.wordpress.com/2016/03/22/oer-bibliothekarin-ein-neues-berufsfeld/

Fahrenkrog, Gabriele: Lernort Öffentliche Bibliothek und Open Educational Resources (OER) – Zusammenbringen, was zusammen gehört. In: Informationspraxis Bd. 2, Nr. 1 (2016). DOI: https://doi.org/10.11588/ip.2016.1.26628

Fahrenkrog, Gabriele; Plieninger, Jürgen: Management von Open Educational Resources (OER) in Bibliotheken. In: Cornelia Vonhof; Konrad Umlauf (Hg.): Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, 59. Aktualisierungslieferung. Hamburg: Dashöfer, 2017. URL der ungekürzten Autor*innenfassung (PDF): https://biboer.files.wordpress.com/2018/03/oer_in_bibliotheken_embi_17318.pdf

Hapke, Thomas 2015: Open Educational Resources und Bibliotheken. URL: http://blog.hapke.de/information-literacy/open-educational-resources-und-bibliotheken/

Muuß-Merholz, Jöran; Freie Unterrichtsmaterialien finden, rechtssicher einsetzen, selbst machen und teilen, Beltz, 2018, ISBN-10: 3407630611 ISBN-13: 978-3407630612. (Ein OER-Buch, das selbst OER ist und unter freier Lizenz veröffentlicht wurde) URL: https://www.was-ist-oer.de/materialien/

Plieninger, Jürgen 2015: Suche nach Open Educational Resources. In: Bibliotheksdienst. Band 49, Heft 10-11, Seiten 1074–1077, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: 10.1515/bd-2015-0126

Plieninger, Jürgen 2015/1: Open Educational Resources als Dienstleistungen von Bibliotheken. In: Bibliotheksdienst. Band 49, Heft 12, Seiten 1173–1176, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: 10.1515/bd-2015-0142

Unser Rückblick auf den 17. BIBchatDE – Leitbilder in Bibliotheken

Der 17. #BIBchatDE beschäftigte sich mit der Frage, wozu und wie Bibliotheken Leitbilder (bzw. Visionen) entwickeln und mit Leben füllen. Mehr als 20 Diskussionsteilnehmer*innen tauschten ihre Meinungen und Erfahrungen aus. Zu Wort meldeten sich auch Mitarbeiter*innen aus Einrichtungen mit existierenden Leitbildern, z.B. der Deutschen Nationalbibliothek, der UB Basel, der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW, der Stadtbüchereien Düsseldorf, den Münchner Stadtbibliothek oder der Stadtbücherei Ibbenbürren.

Wir haben die Tweets vom 6. August 2018 wieder übersichtlich zum Nachlesen dokumentiert:

Leitbilder dienen als strategischer Kompass. Sie sind Maßstab für die Entwicklung operativer Ziele, Bibliothekskonzepte bzw. Arbeitsprogramme. Leitbilder beinhalten das eigene Selbstverständnis, den Auftrag sowie den Wertehorizont der Institution und ihrer Mitglieder*innen.

Ein gutes Leitbild gibt einen Orientierungsrahmen und wirkt nach innen und nach außen. Es sollte präzise, realistisch und verständlich formuliert sein. Das Leitbild muss gemeinsam entwickelt und getragen werden. Nicht wirksam ist ein Leitbild dann, wenn es oktroyiert wird bzw. wenn die „schönen Worte“ im Alltag nicht mit der Realität übereinstimmen. Deshalb ist die Leitbild-Entwicklung kein Prozess, der abgeschlossen werden kann, sondern das Leitbild muss im Alltag immer wieder hervorgeholt und übersetzt werden.

Die Kommunikation des Leitbildes kann über die üblichen Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit erfolgen. Vor allem aber wird es indirekt mittels aus dem Leitbild abgeleiteten Angeboten und Handlungsweisen transportiert. Eine publikumswirksame Übersetzung des Leitbildes gelingt der Stadtbibliothek Charlottenburg-Wilmersdorf mit dem Claim „Wir bieten Vielfalt einen Ort.“ Das entsprechende Logo finden die Besucher*innen dort in Verbindung mit konkreten Angeboten, zum Beispiel der Tandem Treffbox.

Für uns war der Austausch über Leitbilder und deren Erstellungsprozess sehr spannend. Danke für euer Interesse!

Jetzt möchten wir noch etwas Besonderes ankündigen: Der 18. #BIBchatDE am Montag, den 3. September wird als Spezialchat zum Thema OER (Open Educational Resources) in Bibliotheken von der Expertin Gabriele Fahrenkrog (@fahrenkrog) moderiert. Wir freuen uns schon sehr darauf!

Ankündigung 17. #BIBchatDE am 06.08.2018

Ihr habt euch beim Voting für den kommenden Bibchat für das folgende Thema entschieden:

Leitbilder in Bibliotheken – wie und wozu?

Fragen

Folgende Fragen dienen am Montag, den 6. August von 20 bis 21 Uhr als Diskussionsgrundlage:

20:05 Uhr
F1 Warum interessierst du dich für das Thema? Hat deine Bibliothek/Organisation ein Leitbild? Wenn ja, erzähle etwas darüber.

20:10 Uhr
F2 Worin siehst du die Chancen und Vorteile oder auch Risiken von Leitbildern?

20:15 Uhr
F3 Was sollte ein Leitbild beinhalten und was nicht?

20:25 Uhr
F4 Wie sollte ein Leitbild erarbeitet werden bzw. wie nicht?

20:35 Uhr
F5 Was sind geeignete Wege, um das Leitbild dem Träger, den Nutzer*innen und der Öffentlichkeit bekannt zu machen? Deine Ideen sind gefragt!

20:45 Uhr
F6 Wie kann ein Leitbild in der Bibliothek auch „gelebt“ werden, z.B. hinsichtlich des angestrebten Verhaltens der Mitarbeiter*innen gegenüber Nutzer*innen oder Kolleg*innen?

20:55 Uhr
F7 Welche Anregungen hast du noch zum Thema?

Was ist ein Leitbild?

Das Leitbild nennt die Ziele und Werte der Organisation und stellt Richtlinien für das Verhalten der Mitarbeiter*innen dar. Es trifft eine prägnante und langfristig gültige Aussage über die Identität der Bibliothek und beantwortet die Fragen, weshalb die Bibliothek existiert, was ihr Auftrag ist und welche Angebote für welche Zielgruppen mit welcher Haltung erbracht werden.

Beispiele:

Leitbild der Deutschen Nationalbibliothek
Leitbild der Staatsbibliothek zu Berlin
Leitbild der Stadtbibliothek Herrenberg
Leitbild der Münchner Stadtbibliothek
Leitbild der UB Hildesheim
Leitbild der Stadtbibliothek Nürnberg
Leitbild der UB TUM München
Leitbild der Stadtbibliothek Germering
Leitbild der Stadtbibliothek Bremen
Leitbild der Stadtbibliothek Chemnitz
Leitbild der Universitätsbibliothek RWTH Aachen
Leitbild der Stadtbücherei Ibbenbüren
Leitbild der Stadtbücherei Münster
Strategiekonzept und Leitbild der Stadtbibliothek Köln
Vision 2020: Zentralbibliothek der Zukunft (Düsseldorf)

Quellen zur Vertiefung:

Im Blog der Münchner Stadtbibliothek berichtet Anke Buettner, Leitung Programm- und Öffentlichkeitsarbeit, über das Entstehen der Vision 2020.

Eidloth, Christian: Leitbilder
Löffler, Maria: Leitbilder in Bibliotheken – eine erste Zwischenbilanz. In: Bibliotheksforum Bayern 2 (2008).
Riemer, Tracy: Visionen öffentlicher Bibliotheken in Deutschland. – Köln, Bachelorarbeit, 2014.
Rudolf Brockhaus, Sebastian Lange: Das Leitbild der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften Köln – eine Evaluation. – Köln, Masterarbeit, 2012.
Umlauf, Konrad: Das Leitbild. – Hamburg: Verlag Dashöfer GmbH , 2002.
Zschau, Gerhard ; Jobmann, Peter: Auf dem Weg zur demokratischen Bibliothek. – Berlin, Freie Univ., Masterarbeit, 2013.