Announcement 45. #BIBCHatDE international on December 7th

#BIBChatDE goes international

An absolutely unusual, challenging year is coming to an end. For each and every one of us, but also for our library work all over the world.

For this reason, we would like to exchange ideas and review with colleagues outside the German-speaking area in December #BibchatDE – therefore for the second time a chat evening in English and/or French!
Please share the invitation in your library Twitter community and let us know in advance what you are interested in. We would like to discuss the following questions:

  • Q1 How are you doing in your library right now? How much normality is there, what is missing?
  • Q2 What are your key findings from the Corona crisis regarding your work in the library?
  • Q3 What opportunities can the pandemic offer for which fields of responsibility of libraries?
  • Q4 Do you have good examples/projects of libraries that have only emerged in and through the crisis?

We look forward to many contributions from all over Europe and beyond themed: Libraries connect the world – the world needs libraries!

Ankündigung: 44. #BIBchatDE – Barrierefreiheit, Inklusion und Teilhabe in Bibliotheken und Informationseinrichtungen

Für den 44. #BIBchatDE am Montag, den 02.11.2020, 20-21 Uhr, habt Ihr euch für das Thema „Barrierefreiheit, Inklusion und Teilhabe in Bibliotheken und Informationseinrichtungen“ entschieden.
Wie wir alle wissen, befindet sich unsere Gesellschaft in einem kontinuierlichen Wandel, geprägt durch Digitalisierung und gesellschaftlicher Diversität. Auf allen Ebenen, sowohl im physischen als auch im virtuellen Raum, wird der Ruf nach Barrierefreiheit und kultureller Teilhabe für alle Menschen lauter.
Seit 2009 bemühen sich die Bibliotheken auf der Basis der ratifizierten UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) verstärkt darum, einen barrierefreien Zugang zu den Bibliotheksangeboten zu erzielen. Hierzu wurde 2018 beispielsweise die „AG Barrierefreiheit in (digitalen) Bibliotheken“ gegründet. Die AG setzt sich für einen barrierefreien Informationszugang ein, aber auch für einen zeitgemäßen Bibliotheksbau und für kulturelle Teilhabe.
2011 trat die BITV 2.0 (Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung) in Kraft, also der barrierefreie Auftritt im Web, was aber bislang nur für Bundesbehörden Gültigkeit hat.
Zur Vorbereitung möchten wir Euch gerne die folgende Literatur an die Hand geben:
Folgende Fragen haben wir für euch vorbereitet:
1.) Warum ist Barrierefreiheit und kulturelle Teilhabe so wichtig? 20:05
2.) Warum ist es eine bibliothekarische Aufgabe? 20:15
3.) Welche Beiträge können die Bibliotheken dazu liefern? 20:25
4.) Wo entstehen Probleme bei der Umsetzung und welche Rahmenbedingungen
     werden benötigt? 20:35
5.) Was ist Euch zu dem Thema noch wichtig? 20:45

Abstimmung für den 44. #BibChatDe am 02. November 2020

Am 02. November 2020 um 20 Uhr findet der 44. BibChatDe statt.

Die Themenvorschläge stehen ab jetzt bis zum 21. Oktober zur Abstimmung.
Bitte gebt wie gewohnt Eurem Wunschthema ein Like.
Wenn Ihr Ideen und Vorschläge für Diskussionsfragen habt, meldet Euch gerne bei unserem Twitter-Account.

Die Themenvorschläge lauten:

 

Rückblick 40. #BIBChatDE: „Wie messen wir den Wert von Bibliotheken? Mehr als Kennzahlen und Statistiken…“

Im Juli-Austausch wurde intensiv und lebhaft darüber diskutiert, wie wertvoll statistische Erhebungen für die Bibliotheksarbeit sind, wo deren Grenzen sind und was darüber hinaus nötig ist.

Notwendigkeit von Kennzahlen
Unbestritten blieb dabei, dass Ausleih- und Umsatzzahlen wichtige Kenndaten sind. Sie dienen zur Steuerung der Bestandsentscheidungen und dessen Weiterentwicklung. Von Unterhaltsträgern werden sie eingefordert insbesondere für eine gezielte innerstädtische Etatzuweisung.
Dabei wurde aber auch festgestellt, dass die Grundlage für zahlreiche Berechnungen – das KGSt-Gutachten – fast 50 Jahre alt ist und sich somit in keinster Weise auf digitale Medien beziehen kann. Eine Aktualisierung und Anpassung müsste mit den Unterhaltsträgern erarbeitet werden.
Demgegenüber wurde positiv hervorgehoben, dass das wichtigste nationale Vergleichsinstrument, die Deutsche Bibliotheksstatistik, mittlerweile aktueller und klarer strukturiert ist und die auszufüllenden Felder besser und eindeutiger definiert sind.

Doch aus vielerlei Sicht greifen diese Zahlen zu kurz, da Bibliotheksbesucher:innen längst nicht nur als eingeschriebene Nutzer:innen Medien holen und zurückbringen oder sich zu monatlichen Lesungen einfinden. Ein großer Anteil an Besucheraktivitäten mündet nicht in einem Ausleihvorgang.

Messbarkeit von Qualität und Erfolg von Bibliotheksarbeit
Daher sollte sichtbar und im besten Fall messbar gemacht werden, welche Dienstleistungen in der Bibliothek erbracht werden, die für die Gesellschaft relevant und förderlich sind – ggf. auch im Vergleich zu anderen Einrichtungen einer Kommune, um damit die finanzielle und personelle Ausstattung nach Möglichkeit entsprechend ausbauen zu können.

Als wichtige Parameter wurden genannt, um Erfolg und (Aufenthalts)Qualität der Bibliotheksarbeit darstellbar zu machen:

  • Dauer des Aufenthaltes
  • Auslastung der Arbeitsplätze
  • Besucherstrommessungen
  • Beratungstätigkeit
  • Inspirationsfaktor durch Stöbern/Surfen, Aktionen und Veranstaltungen
  • Hilfestellung/Support bei der Nutzung von Endgeräten/Trägermedien – digitale Vermittlungstätigkeit
  • Zugriffszahlen/Interaktionen/Reichweite der SocialMedia-Aktivitäten
  • kooperative Tätigkeiten

Diese Einflussfaktoren zu messen bzw. messbar zu machen, wird als dringend notwendig gesehen, um den ORT Bibliothek in seiner kommunalen Bedeutung zu stärken.

Chancen nach und durch Corona
Daneben haben aber auch die Erfahrungen während der Corona-Schließungszeit gezeigt, wie wichtig Onlineangebote sind in ihrer ortsunabhängigen Verfügbarkeit. Durchweg gab es deutliche Zuwächse bei der Nutzung sämtlicher digitaler Bibliotheksangebote, soweit diese vorhanden und bekannt waren. Bibliotheken, die bereits viele Ressourcen in digitale Angebote inklusive deren Vermittlung gesteckt haben, konnten viele neue Kund:innen gewinnen. Diese zu halten und möglicherweise noch mehr zu generieren, wird eine wichtige Aufgabe bleiben und die Zahlen dazu sollten Ansporn für Gemeinden und Städte sein, beim Auf- und Ausbau dieser Angebote nachzujustieren und mehr zu investieren.

Ein größeres Augenmerk sollte man nach Ansicht einiger Mitdiskutant:innen in die Aufbereitung von Statistiken stecken. Auch Stadt- und Gemeinderäte sind in der Regel keine reinen Zahlenfanatiker. Sinnvolle Vergleiche zu anderen Institutionen oder Städten können hilfreich sein, ebenso wie grafische Darstellungen und Bilder. Anregungen dafür kann man allein mit der Suche nach „Infografiken“ erhalten. Derlei Schaubilder sind wiederum auch nachnutzbar für die Social-Media-Arbeit.

Denn mit einprägsam gestalteten Zahlen können Bibliotheken nicht nur ihre Unterhaltsträger beeindrucken, sondern auch ihre eigene „Community“ und darüber hinaus auf sich aufmerksam machen.

Ankündigung; 43. #BibChatDe – Engagement von Bibliotheken gegen Rassismus und Fake News

Für den 43. #BibChatDe am Montag, 05. Oktober, 20-21 Uhr, habt Ihr Euch für folgende Fragestellung entschieden:

Wie sieht es mit dem Engagement von #Bibliotheken gegen #Rassismus und #FakeNews aus?

Genaugenommen sind in dieser Fragestellung gleich zwei sehr umfangreiche Themen enthalten, die leider nicht innerhalb einer Stunde in der Tiefe diskutiert werden können, die sie verdient hätten. Daher legen wir durch unsere Fragestellungen kleine Schwerpunkte und hoffen, dass die Diskussionsfragen Euch als Anknüpfungspunkte dienen. Wir ermutigen ausdrücklich dazu, sich auch über den Chat hinaus mit den Themen auf beruflicher und privater Ebene zu befassen. Im Mittelpunkt der kommenden Diskussion soll die berufliche Perspektive stehen.

Zunächst eine kurze Definition der Begrifflichkeiten.
Fake News
Bei Fake News handelt es sich um gefälschte Nachrichten, die zum Teil sehr eindeutig als Fälschung zu erkennen sind, zum anderen aber so geschickt erstellt und verbreitet werden, dass sie kaum erkennbar sind. Fake News werden auch als „aktuelle Desinformation“ (https://www.bpb.de/…/fake-news-als-aktuelle-desinformation) bezeichnet und kommen getarnt als journalistische aktuelle Meldungen daher, die mit der Intention erstellt wurden, Unwahrheiten zu verbreiten. Ziel kann dabei zum Beispiel politisch motivierte Irreführung oder Click-Baiting sein.

Rassismus
Unter Rassismus verstehen wir zum einen ein Konstrukt, das Menschen nach Herkunft oder körperlichen Merkmalen in Kategorien („Rassen“) einordnet und diesen eine unterschiedliche Wertigkeit zuschreibt, zum anderen ein auf diesem Konstrukt basierendes gesellschaftliches System. In diesem System werden Menschen strukturell benachteiligt d.h. sie werden zB Mikro-Aggressionen ausgesetzt und erhalten schlechtere Bildungs- oder Karriere-Optionen. (https://www.bpb.de/…/dossier-migration/223738/rassismus) Eine engere Definition sieht Rassismus als individuelle vorsätzliche Tat eines einzelnen „Rassisten“, in unserer Diskussion soll es jedoch um den strukturellen Rassismus gehen.

Zu beiden Themenkomplexen bieten die Dossiers der bpb umfangreiche Informationen:
https://www.bpb.de/politik/grundfragen/rassismus/

https://www.bpb.de/gesellschaft/medien-und-sport/fake-news/

Um einen ersten Eindruck davon zu bekommen, wie es um das Engagement von Bibliotheken zu Rassismus und Fake News bestellt ist, wollen wir folgende Fragestellungen diskutieren:

1) Welche Maßnahmen, Veranstaltungen, Aktionen von Bibliotheken gegen Rassismus oder Fake News kennt Ihr? 20:05

2) Inwiefern ist Engagement gegen Fake News und Rassismus ein bibliothekarischer Auftrag? 20:15

3) Sind Bibliotheken selbst Teil von strukturellem Rassismus und wenn ja, wie lässt sich dies ändern? 20:25

4) Wie erreicht man diejenigen, die gefährdet sind, sich auf Rassismus und Fake News einzulassen? Wie stärkt man diejenigen, die darin eine Antwort auf ihre Unzufriedenheit suchen? 20:35

5) Wo informiert Ihr Euch? Welche Quellen oder Bücher könnt Ihr zu den Themen Rassismus und Fake News besonders empfehlen? 20:45

6) Welche Themen möchtet für den kommenden BibChatDe am 02.11.2020 vorschlagen? 20:55

Rückblick 42. #BibChatDE – BibliothekarInnenalltag: Wie motiviere ich mich?

Viel Lob um nichts? Im Rahmen des 42. BibChatDE am 07. September wurde das Thema „BibliothekarInnenalltag: Wie motiviere ich mich?“ diskutiert. An dieser Stelle soll festgehalten werden, dass die teilnehmenden Kolleg*innen eine sehr hohe Grundmotivation besitzen. Warum sollte man an sonsten in seiner Freizeit über Bibliotheksthemen diskutieren? Die Wortmeldungen waren dann am Ende wenig überraschend. Dennoch glaube ich, dass es wichtig ist, auch solche Themen zu besprechen. Am Ende gab es dann auch gewisse Unterschiede. 

Die Grundmotivation im Alltag kommt für die meisten aus der Einstellung zum Beruf. Der Wunsch Menschen mit Medien und Informationen zu versorgen. Ein starker Sinn für Andere Dienstleistungen zu entwicklen und zu Helfen. Projekte (auch gegen Widerstand) umzusetzen.  Dabei sind die kleinen Begegnungen von besonderer Bedeutung. Menschen glücklich machen und helfen zu können, wurde mehrfach genannt. 

Die Panelteilnehmer*innen haben außerdem auf die besondere Bedeutung eines guten Miteinanders mit den Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen hingewiesen. Ein wertschätzender Umgang und gegenseitige Unterstützung empfinden viele als ganz wesentliches Element um langfristig motiviert zu bleiben. Dieses Miteinander muss insbesondere durch die Verantwortlichen in leitender Position unterstützt werden. 

Der Abend wurde mit sehr viel Lob unter der Verwendung des Hashtags #biblob beendet. Dabei haben die Teilnehmer die Gelegenheit genutzt, um sich bei anderen für die Unterstüztung in der Vergangenheit bedankt oder einmal die Aufmerksamkeit auf Kolleg*innen oder Einrichtungen bzw. Projekte gelenkt haben.

Abstimmung für den 43. #BibChatDe am 05. Oktober 2020

Am 05. Oktober 2020 um 20 Uhr findet der 43. BibChatDe statt.

Die Themenvorschläge stehen ab jetzt bis zum 24. September zur Abstimmung.
Bitte gebt wie gewohnt Eurem Wunschthema ein Like.
Wenn Ihr Ideen und Vorschläge für Diskussionsfragen habt, meldet Euch gerne bei unserem Twitter-Account.

Die Themenvorschläge lauten:

Ankündigung 42. #BibChatDE – BibliothekarInnenalltag: Wie motiviere ich mich?

Ihr habt Euch auch in diesem Monat entscheiden können und Eure Wahl traf auf das Thema Motivation im Alltag. Seitdem ich das erste Mal in einer Bibliothek gearbeitet habe, hatte mich immer eines fasziniert: Die Hingabe und Freude mit der der Großteil der Bibliotheksassistent*innen, Famis und Bibliothekar*innen Tag für Tag an die Arbeit gehen. Diese Sicht auf die Arbeit war für mich immer ansteckend und sehr motivierend.

Aber was machen wir, wenn mal nicht alles gelingen will, die Dienste lang und die Woche anstrengend war. Was machen wir, damit die Motivation nicht versiegt. Das soll das Thema unserer nächsten Chats am 07. September von 20:00 – 21:00 Uhr sein. Wir versuchen uns dem Thema mit den folgenden Fragen zu nähern:

1. Was motiviert Dich Tag für Tag bei deiner Arbeit?
2. Wie motiviert Ihr Euch gegenseitig im Team. Habt Ihr bestimmte Formate oder auch einfach TOPs in Besprechungen, die sich explizit um die Motivation im Team kümmern?
3. Welche Erwartungen habt Ihr dabei an Eure Vorgesetzten? Wie geht Ihr als Vorgesetzte mit dem Thema um?
4. Schaffen wir es andere über Twitter zu motivieren? Versuchen wir es! Nennt Kolleg*innen und Einrichtungen unter der Verwendung des Hashtags #BibLob und teilt Euer Lob!

Abstimmung für den 42. BibChatDE am 07.09.2020

Bis zum 20.08. könnt Ihr für das Thema des nächsten #BibChatDE am 7. September abstimmen.
Zur Abstimmung favorisiert einfach den Tweet, mit dem von Euch gewünschten Thema.

Rückblick 41. #BIBchatDE – Scheitern, aber richtig!

Am Montag, den 3. August 2020 drehte sich alles um Misserfolge in Bibliotheken und was wir aus ihnen lernen können. Hier folgt die Zusammenfassung des ersten „Fuckup-Bibchat“:

Pleiten, Pech und Pannen

Bei der Frage nach den „schönsten“ Pannen war das Eis schnell gebrochen. Wir alle kennen die Klassiker: „falsches Datum auf Plakaten“ oder „Anrufbeantworter nicht ausgestellt“. Berichtet wurde zudem von nicht aufgetauchten Referent*innen/Autor*innen, Feueralarm bei Veranstaltungen (ging gut aus), Regeneinbruch in der Bibliothek oder stundenlanges Blockieren des Auskunfts-PC (Grund: Start einer Datenanalyse).

Keine Erfolgsstory

Dann sprachen wir über missglückte Projekte. Die Twittothek ist gescheitert. Vielleicht hing die geringe Nachfrage mit der Öffentlichkeit der Anfragen auf Twitter zusammen? Veranstaltungsangebote scheitern häufig an fehlendem Publikum. Die Evaluierung von Gründen gestaltet sich schwierig: Wen der nicht Anwesenden soll man fragen? Manchmal hilft Nachjustieren: anderer Rahmen, zielgruppengerechtere Bewerbung. Manches startet gut und schläft dann wieder ein (Verschenkregal in Firmenbibliothek, IT-Innovationstage zum Wissenstranser für Mitarbeitende). Anderes ist naturgemäß zäh, aber lohnt sich (Fokusgruppen-Rekrutierung). Wichtig ist auch das Umfeld: Eine Bibliothek hat festgestellt, dass bei ihnen alle digitalen Veranstaltungsformate nicht laufen. In einer anderen Stadt gab es bereits ein Überangebot an Lesungen. Da zu den klassischen Literaturveranstaltungen immer weniger Publikum kam, steuerten sie um, entwickelten ein weniger aufwändigeres Format und bedienten erfolgreich eine Nische. Für alle Misserfolge gilt: Hinterher ist man schlauer! So wissen wir heute: Google Glass hat nie die Welt erobert, genauso wenig wie die Deutsche Internetbibliothek.

Ein Hoch auf die positive Fehlerkultur

Scheitern ist Zeichen von Entwicklung, man kann nur scheitern, wenn man etwas Neues versucht, sonst gibt es keinen Fortschritt. Aber wie genau lernt man aus Fehlern?

Eine positive Fehlerkultur muss Teil der Betriebskultur sein, und nicht nur im Leitbild, sondern auch im alltäglichen Tun der Einrichtung verankert werden. Fehler oder Misserfolge passieren und sollten nicht nur erlaubt sein, sondern einkalkuliert werden. Neue und innovative Formate haben in der Pilotphase immer auch Experimentiercharakter. Eine zu ehrgeizige Ausrichtung an erfolgreicher Statistik kann hier hinderlich sein. Manches braucht etwas Zeit, um anzulaufen und bekannt zu werden, oft geht aber die Motivation recht schnell flöten. Neue Formate können immer floppen, denn letztendlich lässt sich die Reaktion der Leute nicht voraussagen. Auch ein finanzieller Verlust lässt sich nicht ausschließen. Grundsätzlich gilt: Nicht entmutigen lassen, sondern als Erkenntnisgewinn verbuchen!

Häufige Gründe für negative Fehlerkultur sind mangelndes Vertrauen, Ängste, Kosten-, Zeit- und Erfolgsdruck. Wenn Fehler absichtlich vertuscht werden, läuft etwas in der Betriebskultur und Mitarbeiterführung grundsätzlich falsch. Denn eine positive Fehlerkultur ist Führungsaufgabe (Vorleben: von eigenen Fehlern berichten, Selbstkritik üben). Das Personal sollte keine Furcht vor Fehlern haben müssen, Vorgesetzte sollen ermutigen und einen Rahmen für Experimente schaffen.

Bei einer positiven Fehlerkultur werden Prozesse und Zuständigkeiten frühestmöglich festgelegt, klar kommuniziert und regelmäßig evaluiert. Hilfreich sind auch agile Ansätze nach dem Motto „Fail early and often“. Regelmäßig sollen Probleme betrachtet und Optimierungen gesucht und fix eingeplant werden. Wie wäre es mit „Misserfolgsstories“ als regelmäßige Runde in eurer Institution?

Die Erwartungen nach Umsetzungskonzepten, Ressourcenplanungen und Risikoanalysen können das „einfach mal machen“ auch erschweren. Um so wichtiger sind Agile Coaches und Scrum Master, um die Einführung von agilen Methoden, auch beim Management, eng zu begleiten.

Und noch ein Hinweis: Neue innovationsorientierte Förderprogramme, die auch Scheitern erlauben, würden ebenfalls zu einer neuen positiven Fehlerkultur führen.

Es reicht nicht

Diskutiert wurde auch folgende Frage: Welche Aufgaben als Bibliothek können als Folge von Personalmangel und fehlenden finanziellen Mitteln nicht ausreichend erfüllt werden?

Hier sind es vor allem drei große Felder:

  • zu geringer Medienetat, z.B. für lizenzierte Online-Volltexte
  • zu wenig Zeit für intensivere und nachhaltigere bibliothekspädagogische Angebote (in Kleingruppen, außerhalb der Bibliothek)
  • unzureichende technische Infrastruktur (viele Anliegen an die IT, zu wenig personelle fachliche Ressourcen)

Ein Problem sind auch die halb erfüllten Aufgaben. Diese fallen weniger auf, sorgen aber bei Nutzer*innen für Unzufriedenheit.

Besser scheitern

Ab wann ist eine Idee gescheitert und nach welchen Kriterien? Wie viel Zeit und Energie darf investiert werden, bevor aufgegeben wird? Verlassen Bibliotheken das berüchtigte Tal der Enttäuschungen oftmals zu früh? Beispielsweise sind Chatbots heute dank künstlicher Intelligenz lernfähig und damit wieder interessanter für den Einsatz in Bibliotheken.

Wie definiert man Scheitern? Hat man vorher die Erwartungshaltung festgelegt? Den Best-Case und Worst-Case definiert? Und Kriterien festgelegt, wann Schluss ist.  

Bevor Angebote beerdigt werden, sollten mindestens zwei Versuche bei unterschiedlichen Bedingungen erfolgt sein. Oft helfen Nachjustierungen, um das Projekt zu retten. Es kann auch geprüft werden, ob das Angebot noch mit einem Kooperationspartner realisierbar wäre.

Wenn das nicht der Fall oder der Aufwand zu groß ist, sollte man Angebote auch wieder aufgeben. Und nicht weiterschleppen, aus welchem Grund auch immer. Statt dessen: Scheitern eingestehen und planvoller Rückzug, Manöverkritik und dann eine neue Strategie finden. Gerade weil Mittel und Personal endlich sind.

Übrigens: Ein Projekt ist nur gescheitert, wenn es nicht hinreichend geplant, dokumentiert und evaluiert wurde und langfristig niemand etwas daraus lernen kann.

Scheitern gehört zum Leben und denk immer daran: Mit etwas Abstand hast du dann was Lustiges zu berichten!

@FuzzyLeapfrog.

Wir sagen Danke für diesen so lebhaften Austausch!

Marlene & Dirk